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Reflexionen über den Weg einer Frau zur Priesterweihe

Reflexionen über den Weg einer Frau zur Priesterweihe

Der Weg zum Priestertum in der katholischen Kirche ist für jeden, der dies erwägt, ein langer Weg. Die Priesterweihe ist ein gewichtiges Unterfangen und erfordert einen Reifungsprozeß. In jedem Stadium dieses Prozesses kann die Berufung eines anderen Klarheit für die eigene Entscheidung bringen. Wenn du als katholische Frau spürst, daß das Weiheamt deine Berufung sein könnte, obwohl du weißt, daß du gegenwärtig zurückgewiesen wirst, so laß den Ruf langsam reifen und wachsen. Eine Einsicht über das Priestertum ist nicht etwas Statisches, sondern etwas sich stetig Veränderndes und Wachsendes. Am wichtigsten ist die Treue zum Imperativ der ursprünglichen Berufung und nicht die starre Definition ihrer Grenzen.

Ein Ruf Gottes war niemals und für niemanden eine einfache Sache. So manche Verwirrung wird auf dem Weg liegen, eine Berufung ist niemals bequem. Eine Berufung zum Priestertum hat seine besonderen Schwierigkeiten in sich. Wenn der Gedanke zum ersten mal deutlich wird, dann kommen alle möglichen Ängste und Gefühle der Unfähigkeit hoch: 'Ich wäre nicht gut genug für einen Priester', 'ich bin nicht heilig genug', 'was ist, wenn ich beim Auswahlverfahren durchfalle?', 'ich fürchte die Anforderungen die an mich gestellt werden' und 'was um alles in der Welt werden meine Familie und meine Freunde denken??'

Eine katholische Frau, die sich fragt, ob ihre Berufung auf das Priestertum gerichtet sein könnte, wird derlei Gedanken und Ängste hundertfach erleben. Nicht nur, daß dieser Ruf angesichts der eigenen Schwächen und Grenzen schwer anzunehmen ist, wird er doch auch noch geleugnet: so etwas sollte man gar nicht hören! Papst Paul VI hat in Inter Insigniores erklärt, eine Frau, die sich zum Priestertum berufen fühlt, mag wohl aufrichtig sein, sei aber sicherlich irregeführt. Johannes Paul II stellte 1994 neuerlich fest, daß 'die Kirche keinerlei Autorität habe, Frauen die Priesterweihe zu erteilen' (Ordinatio Sacerdotalis &sect 4). Daraus ergibt sich die offizielle Linie: wenn die Kirche Frauen nicht weihen kann, so kann Gott sie nicht berufen!

Für eine Frau in dieser Lage wäre es wohl leichter, den Ruf einfach nicht zu beachten. Doch Gott kann sehr beharrlich sein. Niemand ist von vornherein würdig für das Priestertum. Das ist ein Geschenk (manche würden sagen, ein anfangs nicht immer willkommenes) und Gott wählt manchmal die scheinbar ungeeignetsten Menschen aus (man denke nur an die zwölf Apostel). Wenn sich jeder Berufene wegen der eigenen Unwürdigkeit oder aus Angst vor Überforderung abgewendet hätte, so gäbe es heute keine Priester. Vielleicht gelangt die Berufene so weit, daß sie nur mehr mit Marias Worten sagen kann: 'Ja, mir geschehe nach deinem Wort.' Frauen in aller Welt stehen heute an einem Punkt, wo sie nur mehr zu Gott sagen können: 'Ich weiß, es ist unmöglich, aber wenn du willst daß es geschieht, so will ich deinem Willen gehorchen.' In anderen christlichen Konfessionen hat dieser Mut bereits zur Anerkennung des Frauenpriestertums geführt. In der katholischen Kirche fragen die Frauen immer noch, wann es auch für sie Wirklichkeit wird.

Das Wahrnehmen einer Berufung welcher Art auch immer ist ein Prozeß über lange Zeit. Es mag einen blendenden Augenblick der Einsicht geben, wie ihn Paulus vor Damaskus erlebte, aber danach kommen all die Fragen und Entscheidungen zu den weiteren Schritten auf diesem Weg. Paulus mußte warten, um Hananias zu begegnen, er mußte nach Jerusalem gehen um dort mit den Jüngern zusammenzutreffen, bevor er seine Berufung zur Bekehrung der Heiden entdeckte und seine Missionsreisen antrat. Doch meist geschieht eine Berufung langsam und entfaltet sich im Laufe der Zeit. Dann kann man nicht einen Zeitpunkt festlegen als 'Augenblick, mit dem alles begann.' Es gibt aber auch besondere Ereignisse im Leben eines Menschen, wo er/sie sagen kann: 'da ist es mir klar geworden, daß Gott mich gerufen hat.' Das gleiche trifft für jene Frauen in der Kirche zu, die an den Punkt gelangt sind, wo es zur Gewißheit wird, daß das wahre Ziel ihrer Berufung das geweihte Priestertum ist.

Ich bin eine Frau, die nun mehr als sieben Jahre lang mit dieser Berufung gerungen hat. Ich kenne andere Frauen von siebzig oder achtzig Jahren, deren ganzes Leben ein solches Ringen war. Eine einfache Berufung gibt es nicht, ebenso wie es auch keine einfachen Antworten gibt. Eine der ersten Schriftstellen, die mich angesprochen hat, war eine Zeile aus dem Buch Jesus Sirach: "Wenn du danach strebst, dem Herrn zu dienen, so mache dich auf Prüfungen gefaßt" (Sir 2:1). Die Frauenordination wird höchstwahrscheinlich auch in der katholischen Kirche zur Realität werden, ebenso wie in anderen Konfessionen innerhalb der christlichen Tradition. Doch wir wissen nicht, wie lange es noch dauern wird. Ob ich oder du es noch erleben werden, ist ungewiß. Wir sind dabei auf dem langen Weg. Die ganze Kirche muß bereit sein, wenn die Frauenordination zu einer wahrhaft 'katholischen' Realität wird. An dieser Aufbereitung werden viele Menschen arbeiten, Menschen in den Pfarren, Priester, Theologen, Bischöfe, es wird ökumenische Gespräche geben, vielleicht auch ein Konzil. Ein großer Teil dieser Arbeit wird von den Frauen selbst getan werden, von jenen, die die Weihe anstreben und von den anderen, die sie dabei unterstützen.

Colette Joyce

Siehe auch: Welche Schritte sollte eine Frau tun, wenn sie sich zum Priestertum in der katholischen Kirche berufen fühlt?

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Übersetzung aus dem Englischen: Michael Mayr, A-4020 Linz.