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Christine Mayr--Lumetzberger

Christine Mayr--Lumetzberger

" Ich möchte mit den Menschen auf dem Weg zu Gott sein"

Ich bin die älteste Tochter religiöser Eltern, geboren 1956 in Linz, Oberösterreich. Beide waren über dreißig Jahre, als sie heirateten. Meine Mutter war von katholischen Jugendgruppen geprägt, mein Vater war Kolpingssohn. Für alle vier Kinder waren Sonntagsmesse, Frühkommunion und Frühbeichte selbstverständlich. Mich hat vor allem die Mesnertätigkeit meines Großvaters interessiert, der selbstverständliche Umgang mit den “heiligen Dingen”. Vor Priestern hatte ich weder Angst noch Respekt, sie waren mir entweder gleichgültig, oder ich erwartete Informationen über Gott und was damit zusammenhängt.

Meine gesamte Schulzeit --14 Jahre lang -- verbrachte ich in der Schule der Kreuzschwestern in Linz. Der Religionsunterricht und das Leben meiner Lehrer und auch einiger Schwestern waren für mich befremdend. Es verwunderte mich, wie die für mich faszinierende biblische Botschaft von ihnen mißverstanden wurde. Meine Kinderbibel und auch der spätere Religionsunterricht sprachen eine ganz andere Sprache. Das ehrliche persönliche Ringen um echtes religiöses Leben überzeugte mich eher. Die einzelnen Inhalte des Religionsunterichtes habe ich weitgehend vergessen. Ich erinnere mich aber an einige Einzelheiten, z.B. an den Habit eines Benediktiners, an den sorgfältigen Unterricht eines heute verheirateten Priesters, an einen Jesuiten, der später Selbstmord beging, an die ehrlichen Gebete einer ausgetretenen Kreuzschwester und die Bitte um meinen Segen für eine Kreuzschwester, mit der ich jahrelang im Streit lag und die dann an Krebs erkrankte und starb.

Nach Volksschule und Untergymnasium wollte ich Kindergärtnerin werden, was ich dann gegen den Willen meiner Mutter schließlich durchsetzte. Geistig war ich mit etwa 14 Jahren zuhause ausgezogen.

Ich ging, soweit wie möglich, meinen Eltern aus dem Weg. Der Gemeindepriester wurde eine Zeitlang mein kluger Beichtvater, der es verstand, meinen Intellekt anzusprechen. Ich fohrte eine Mädchengruppe, gestaltete die Liturgie, wurde in den Pfarrgemeinderat gewählt und hatte mit ca. 17 Jahren eine gute Position in der Pfarre.

Ich habe Berufung immer mit einer besonderen Begabung verglichen: ein musikalisch begabter Mensch hat Freude an Musik, und wenn sie / er ein Instrument in die Hand nimmt, es probiert, kann sie / er ihm wohlklingende Töne, Melodien entlocken. Er hat selbst Freude am Musizieren und erfreut auch seine Umgebung damit, auch wenn sie / er mitunter hart üben muß. Mit ihrer Begeisterung für Musik kann sie / er auch andere anstecken, es selbst einmal zu versuchen, ein Instrument zum Klingen zu bringen, ein Lied zu singen. Vielleicht kommt mit dem Tun auch das Können. Ich selbst bin nicht besonders musikalisch. Ich blase mehr gern-- als gut das Jagdhorn, aber ich gebe nicht auf. Ich habe aber eine religiöse Begabung, die “Lust am Herrn ist meine Stärke” (vgl. Ps. 36,4). Besonders bei Priestern habe ich versucht, Verständnis für mein Suchen zu finden. Von ihnen habe ich erwartet, daß sie mich und meine Berufung vestehen müßten. Verschiedene Beichtväter waren mir zeitweise sicher hilfreich, letztlich ließen sie mich aber mit allen Entscheidungen allein.Wichtig waren in meiner Jugend sicher auch ein Taizé--Aufenthalt, Wochenenden der KSJ, besonders im Prämonstratenserstift Schlägl, Begegnungen mit anderen suchenden Menschen, die auch noch nicht alle Antworten gefunden hatten.

Gemeinsam mit meinen Geschwistern spielte ich immer wieder Messe. Geduldig schnitten wir mit einer Nagelschere aus Backoblaten Hostien, die dann in einem Eierbecher aufgewahrt wurden. Mein Bruder wollte immer den Pfarrer spielen, aber er konnte nur die Wandlungsworte auswendig sprechen. Als Bub reklamierte er die Rolle des Pfarrers für sich, meine Schwester und ich konnten aber auch die übrigen Meßtexte auswendig.

Als ich ca. 14 Jahre alt war, besuchte ich alle erreichbaren Gottesdienste in der Gemeinde. Ich animierte meinen völlig unwilligen Bruder, ministrieren zu lernen, ich durfte ja nicht, ich war ja ein Mädchen. Er durfte das Ministrantengewand anziehen und konnte noch immer nicht ministrieren. Der Pfarrer registriere meinen Ärger über den Bruder, ich durfte dann auch ein paarmal ministrieren, aber ohne das ersehnte Gewand. Einige Jahre früher wollte ich auch unbedingt an den Papst schreiben und um Aufhebung des unsinnigen Verbotes für Mädchen als Ministranten anfragen. Mangels geeigneter Adresse landete der Brief im Altpapier.

In der Gemeinde gab es bereits Anfang der 70er Jahre einen Liturgiekreis, in dem ich auf Empfehlung des Pfarrers mitarbeitete. Endlich konnte ich auch am Altar stehen oder wenigstens am Ambo und “mitarbeiten” am Gottesdienst. Den konkreten Wunsch, Priester zu werden, getraute ich mich damals noch nicht zu formulieren; ich hatte ja auch niemanden, dem ich das hätte erzählen können. Ordensleben, Liturgie, Chorgebet wurden der spirituelle Gegenpol zu den Gemeindeaktivitäten. Ich wollte mir ein Brevier kaufen, wußte nicht, wo und wie. Eine fromme Freundin meiner Tante schenkte mir die damals neu erschienene Studienausgabe -- ich war ein neuer Mensch! Sofort nähte ich einen Samtumschlag mit Goldborten, und ich las mein Brevier in der Straßenbahn, in der Mittagspause, während der Schulstunden, im Bett ... Gezielt suchte ich die Bekanntschaft von Ordensleuten und Priestern, informierte mich über Ordensregeln und Klöster, über die Möglichkeiten von Ein-- und Austritt. Eine Schulkollegin meiner Tante war Priorin im Benediktinerinnenkloster in Steinerkirchen, das zur pastoralen Mithilfe der Schwestern in den Pfarren gegründet worden war. Die Sache schien mir interessant.

Nach meinem Schulabschluß trat ich in das Kloster der Benediktinerinnen des Unbefleckten Herzens Mariä ein. Ich erhielt den Schwesternnamen “Marie Christin” und wählte die “Aller--heiligste Dreifaltigkeit” als Adelsprädikat. Ich hoffte, am Ziel meiner geistlichen Wünsche zu sein. Ich nahm die Ordenserziehung sehr ernst, erledigte meinen Tischdienst, ertrug den Unterricht der Novizenmeisterin und einen dummen Spiritual, putzte die Kapelle, lernte im Chorkleid mit Rauchfaß, Schiffchen und Velum eine doppelte Kniebeuge zu machen und liebte und genoß das stundenlange Chorgebet. Ich hielt das Klosterleben für eine unentbehrliche Vorstufe auf meinem Weg zum Altar. Die Aufgaben der Schwestern in Richtung alleiniger Pfarrführung schienen mir interessant. Nach Postulat, zwei Jahren Noviziat und Profeß wollte ich zum Theologiestudium nach Salzburg. Mit dem Hinweis auf den Gehorsam mußte ich nach Linz auf die Akademie, um Religionslehrerin zu werden. Die Ausbildung war gut, aber nicht die, die ich wollte. Es gab Konflikte mit den Oberinnen und einige Erlebnisse, die mich bewogen, mein Suchen nach Gott neu zu beginnen. (Die Suche nach Gott ist die eigentliche Frage an jemanden, der an das Tor eines Benediktinerklosters klopft, um einzutreten.)

Nach fast 5 Jahren verließ ich das Kloster am Ende meiner Profeßzeit, schweren Herzens, wieder nicht das Gesuchte gefunden zu haben, aber reich beschenkt mit geistlichen Erkenntnissen. Innerlich bin ich Benediktinerin geblieben, auch wenn ich den äußeren Habit ausgezogen habe. Die Profeß mit der ernstlichen Ausrichtung auf Gott hin gilt für mich immer noch.

In meinem letzten Studienjahr unterrichtete ich Religion in einer Sonderschule, wurde mit meinem Mann Michael näher bekannt, lernte ihn lieben, zog zu ihm und heiratete ihn nach dem Studienabschluß. Er war in erster Ehe geschieden und hatte 4 Kinder. Mir wurde die Missio canonica entzogen. Zu dieser schwierigen Situation kamen Distanzierungen kirchlicher Personen, Konflikte mit der Institution um eventulle Anstellungen, die aus wirtschaftlichen Gründen äußerst notwendig gewesen wären, und das totale Unverständnis der katholischen Umwelt.

Dabei war meine Eheschließung durchaus auch ein beabsichtigter Akt der Solidarität mit einem Mann, der im Sinn der Kirche ein Gescheiterter war. Wo blieb der Christen Solidarität mit mir?

Nach einigen Jahren der Trauer begann ich langsam wieder in der Gemeinde mitzuarbeiten, ein neuer Pfarrer machte die Sache nicht einfacher. Sachkompetenz und Erfahrung waren mir eine Hilfe, den Hauptamtlichen aber immer ein Dorn im Auge. Vor etwa 7 Jahren begann ich wieder ehrenamtlich -- in der Krankenhausseelsorge mitzuarbeiten. Dort machte ich mit neuen Leuten in einem neuen seelsorglichen Bereich erstmals unbestritten positive Erfahrungen, ja, die Arbeit lag mir, ich wurde von den Patienten akzeptiert und holte mir aus der Arbeit Kraft für mich selbst. Zugleich wünschte ich mir immer mehr, Pfarrerin einer konkreten kleinen Gemeinde zu werden. Seit dieser Zeit ist mir selbst auch klar, daß Priester und Pfarrer eigentlich mein Berufswunsch schlechthin ist. Das kann ich, und das will ich.

“Die Lust am Herrn”, am Gottesdienst, an der Verkündigung, am persönlichen Glauben, Hoffen und Lieben und die damit verbundene Einsamkeit habe ich mein ganzes Leben lang verspürt. Bis in meine Ordenszeit konnte ich den Wunsch, Priester zu werden, als solchen nicht formulieren. Mir hätte die Mitarbeit in einer Pfarre genügt. Aber je unerreichbarer eine kirchliche Anstellung wurde, desto heftiger wurde das “ich will alles”. In den von mir vorbereiteten Gottesdiensten hielt ich selbstverständlich auch die Predigt. Ich habe auch einen Gottesdienstleiterkurs besucht (ich wurde durch Zufall angemeldet, meinetwegen gab es aber dann keine offizielle Beauftragung der Absolventen, weil ich dabei hätte ausgeschlossen werden müssen) und bin hin und wieder auch Wortgottesdiensten in der Gemeinde vorgestanden. Ich empfinde es als selbstverständlich, wenn mich die Schwestern im staatlichen Krankenhaus als “der Pfarrer” bezeichnen und die Patienten von mir die Spendung aller Sakramente verlangen. Ich ließ mir auch eine Tunika nähen, um das Begräbnis meiner Schwiegermutter zu halten. Das priesterliche Tun wird mit den Jahren selbstverständlicher und mehr und mehr ein Teil von mir. Manchmal kommen in mir Fragen hoch, ob mir das alles erlaubt ist; die Fragen und Bitten der Menschen erübrigen zumeist eine Antwort.

Es hat mich in all den Jahren immer mit sehr großer Traurigkeit erfüllt, wenn Mitbrüder ihr Amt niedergelegt haben, um zu heiraten. Wie konnten sie etwas weggeben, was für mich unerreichbar war!

Seit mehreren Jahren bin ich auch Jägerin und damit vielfach in Gesellschaft von Männern, die nicht sehr kirchennah und --freundlich sind. Irgendwann haben viele herausbekommen, daß ich als Frau auch “so etwas ähnliches wie ein Pfarrer” bin. Ich halte oft Katechesen am Wirtshaustisch. Eine interessante Uberlegung der Jäger war einmal, ob mein Segen genau so viel gilt wie der von einem Pfarrer. Sie entschieden sich für “ja”, weil ich ja auch “ein Gewand” habe. In der Folge haben sie mich als Predigerin für ihre Hubertusmesse eingeladen. Meinen Erfahrungen zufolge akzeptieren “normale Gläubige” priesterliches Auftreten und den Wunsch nach der Weihe viel fragloser als sog. Berufskatholiken, besonders Priester.

Meinen Wunsch nach dem Priestertum durfte ich besonders in Klosterzeiten nicht ausdrücken, denn die Rolle der Frau als Dienende war klar umschrieben. Mit dem Hinweis auf die nötige Demut wurde ein Streben nach dem Dienst am Altar als Priester als Anmaßung empfunden.

In regelmäßigen Abständen steigen auch Zweifel in mir hoch, ob das Streben nach dem Priestertum nicht meiner Uberheblichkeit entspringt. Muß ich denn wirklich in der ersten Reihe stehen? Manchmal schlägt sich auch die Versuchung der Bequemlichkeit dazu: Habe ich das überhaupt nötig? Hat mir die “Mutter” Kirche nicht bereits genug Leid, Verletzungen, Enttäuschungen angetan? Der Rückzug ins Privatleben ohne Kirche, Gemeinde, Sonntagsdienst wäre nach den vielen Jahren an der Zeit. Außerdem besteht nach dem gegenwärtigen Stand der Dinge niemals die geringste Chance, daß ich eine kirchliche Anstellung oder ein Amt bekommen könnte. Mein kirchliches Lehrverbot besteht immer noch und wird auch nicht aufgehoben. Sicherlich, wenn ich mich scheiden ließe, dann wäre die Fassade wieder in Ordnung, dann wäre ich kirchlich betrachtet wieder “sauber” ...

Nach dem Entzug der Lehrerlaubnis war ich 10 Jahre arbeitslos. In der Kirche war keine Stelle zu bekommen, als staatliche Kindergärtnerin hatte ich keine Chance. Durch Zufall (?) bekam ich aber vor ca. 6 Jahren -- ich war bereits 35 Jahre alt -- einen recht guten Posten als Lehrkindergärtnerin angeboten. Gleichzeitig kam eine Studienreform, und ich konnte die Ausbildung zur Hauptschullehrerin nachmachen. Ich unterrichte jetzt in der Sonderschule und habe mich zur Sonderschullehrer--Ausbildung angemeldet, weil in diesem Bereich besondere Nachfrage herrscht. In diesen letzten Jahren ist aber der Priesterwunsch kontinuierlich stärker geworden

Meine Mitschwestern haben schon vor vielen Jahren auf meine Profeßkerze “von Gott geliebt” geschrieben, weil ich davon immer gesprochen habe. Ich habe viele “Zufälle” nicht verstanden, aber hinterher hat sich immer ein Knoten gelöst und herausgestellt, daß nichts ohne Sinn war. Mit meiner recht guten staatlichen Anstellung bin ich von der Kirche als Arbeitgeberin nicht abhängig. Ich arbeite -- ehrenamtlich -- in verschiedenen kirchlichen Bereichen mit. Niemand kann mir etwas verbieten. Der Bischof weiß um meine Aktivitäten, kann mich aber nicht disziplinieren, wie denn auch! Diese Freiheit beginne ich langsam zu begreifen.

Gerade in der Frage der Frauenordination ist diese Freiheit von größter Wichtigkeit. Wenn eine Gemeinde, Gruppe, “Zwei oder Drei” mich darum bitten werden, mit ihnen Eucharistie zu feiern, werde ich das tun. Ich konnte mit Frauen sprechen, die dies bereits tun. Sie und ich sind dazu befähigt durch Taufe und Firmung, also durch die Gaben des Heiligen Geistes. Ich bin mir bewußt, daß dies nach dem Kirchenrecht verboten ist und mit Kirchenstrafen geahndet werden kann. Aber was kann mich scheiden von der Liebe Christi? (vgl. Röm 8,35.39). Diese Worte des Paulus haben mir Mut gemacht. Ich konnte mit Frauen sprechen, die ihre Anstellung in der Kirche haben. Sie setzen ihre Hoffnung auch auf Frauen wie mich, die nicht um ihre Existenz bangen müssen, wenn sie das tun, was der Herr uns aufgetragen hat, nämlich sein Gedächtnis zu feiern.

Ich bin mittlerweile 40 Jahre alt und habe 25 Jahre für meinen Lebenstraum als Priesterin gekämpft. Ich habe so sehr gehofft, daß die Zeit nach dem II. Vatikanischen Kon--zil eine Zeit des Aufbruchs und der Erneuerung bleibt. Ich war so glücklich, gerade in dieser Zeit jung zu sein. Ich genoß die Erneuerung der Liturgie und war voller Hoffnung, daß es so weitergeht. Während meiner Ordenszeit wurde Johannes Paul II. Papst, und fast auf den Tag genau kam die Bewegung des Aufbruchs zum Stillstand und geht seither kontinuierlich zurück. Ich bin aus einem anderen Kloster ausgetreten als jenes, in das ich eingetreten war.

Ich habe Angst, daß für mich die Zeit nicht reicht, bis sich die Kirche wieder vorwärts bewegt. Sicher, ich habe den Aufbruch in mir und in vielen anderen Menschen gespürt, aber werde ich lange genug leben? Ich möchte nicht als uralte Frau am Altar stehen und Menschen, denen das Evangelium bereits völlig fremd und uninteressant ist, von einer Kirche predigen, die das Testament Jesu verwaltet. Ich möchte von einem Jesus erzählen, den die Kinder noch von ihren Eltern kennengelernt haben. Ich fürchte, meine Generation ist die letzte, die noch so viel Energie in die Kirche investiert. Ich habe schon so viel Kraft verbraucht. Ich fürchte, ich werde nicht durchhalten, bis sich eine geschwisterliche Kirche verwirklicht, in der auch ich am Weihepriestertum teilhaben kann.

Auf jeden Fall werde ich im Wintersemester 1996 an der Theologischen Hochschule inskribieren und versuchen, das akademische Studium neben meiner Berufstätigkeit zu absolvieren. Ich möchte nicht, daß meine Zulassung zur Weihe am fehlenden Studium scheitert.

Dies sind meine Visionen von der Kirche der Zukunft: -- In einer geschwisterlichen Kirche wird es keine Frage sein, ob ich Mann oder Frau bin. Wichtig wird sein, ob ich Gott suche und seine Botschaft verkünden will. -- Die Männerbischöfe erleben eine Bekehrung der Herzen, die ,Heilige Ruach' (= Heiliger Geist) ist in einem neuen Pfingsten auf sie gekommen. Sie verstehen die Botschaft Jesu ganz neu und verstehen die Nöte der Menschen. Die unnötigen Lasten werden von der Schultern der Mühseligen und Beladenen genommen. Scheitern ist in der Kirche Jesu Christi ein Fall für die Barmherzigkeit Gottes und nicht mehr für die menschliche (Un--)Gerechtigkeit.

Ich habe dies gegen starke innere Widerstände und mit Uberwindung geschrieben. Ich gebe so viel von mir und dem Geheimnis preis. Ich weiß aber, daß es notwendig ist, über die Frauenordination zu sprechen und daß dahinter auch konkrete Frauen mit einer ehrlichen Geschichte stehen müssen. So möchte ich meine Geschichte auch verstanden wissen.

Benediktinerinnen schließen ihre schriftlichen Arbeiten immer mit einem Zitat aus der Ordensregel: “ut in omnibus glorificetur Deus -- damit in allem Gott verherrlicht werde! ”

Christine Mayr--Lumetzberger

Christine Mayr--Lumetzberger. 1956 geboren in Linz, Oberösterreich; 1966--1972: Wirtschaftskundliches Realgymnasium in Linz Ausbildung zur Kindergärtnerin, Lehramtsstudien für Religion, Hauptschule (Deutsch und Werken), Sonderpädagogik tätig u.a. als Kindergärtnerin, Religionslehrerin und Sonderschullehrerin; 1996 Beginn des akademischen Theologiestudiums

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