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Katholische Theologinnen - unterdrückt, aber dennoch angepaßt und ergeben

Katholische Theologinnen - unterdrückt, aber dennoch angepaßt und ergeben

Reaktionen deutscher katholischer Theologinnen auf ihre Stellung und Wertung in der katholischen Kirche. Beobachtungen einer vor 40 Jahren zur römisch-katholischen Kirche konvertierten angehenden Pastorin.

von Iris Müller

"Ich war zur Priesterin berufen."

In der einschlägigen Literatur über die Stellung und Wertung der Frau in der römisch-katholischen Kirche wird zuweilen der Eindruck erweckt, als ob es diesbezüglich zwei klar gegeneinander abgrenzbare, sich bekämpfende Fronten gäbe: auf der einen Seite die Amtskirche mit der ihr folgenden Männerwelt (Laien und Kleriker), die auf strikte Einhaltung von Unterordnung der Frau unter den Mann besteht (Geschlechterhierarchie), auf der anderen Seite die betroffenen Frauen, die diese Ordnung einmütig und geschlossen bekämpfen. Dieses Bild ist aber nicht zutreffend, vor allem aber realitätsfremd, weil diese Rollenbeschreibung die soziologische und vor allem die psychologische Prägung der katholisch sozialisierten Geschlechter und die dadurch bei ihnen entstandene Mentalität 1völlig außer acht läßt.

Es fehlt bei den meisten katholischen Frauen, besonders bei den Theologinnen, die ich kennengelernt habe, der entschiedene Wille dazu, ihre menschenunwürdige Lage in der Kirche überwinden zu wollen, ja, sie halten dieses Vorhaben geradezu für unmöglich, zumal sie in ihr Rollenverständnis gleichsam “hineingeboren” werden und daran von Kindheit an gewöhnt sind. Sie nehmen den ihnen abgesteckten Lebensspielraum als ihnen vorgegeben hin und richten sich darin so gut wie möglich ein, wie sie es bei ihren weiblichen Verwandten von frühester Jugend an gesehen und nachzuahmen gelernt haben.

Katholisch sozialisierte Männer hingegen kümmern sich meistens nicht um das “Reservat” der Frauen, sie erachten es als selbstverständlich, daß ihnen ein größerer Lebensraum mit entsprechender Freiheit als den Frauen zusteht, und gestalten ihn mit ihren Gaben und Fähigkeiten aus. Auch sie werden in diesen Lebensraum hineingeboren und sind daran von Kindesbeinen gewöhnt.

Katholische Jungen und Mädchen in europäischen und anderen modernen Staaten nehmen selbstverständlich die Bildungs- und Berufschancen wahr, die ihnen die Verfassungen ihrer Länder rechtlich garantieren. Jedes Kind erhält in den Industriestaaten eine Schulbildung, jede moderne Familie läßt auch die Töchter eine Berufsausbildung anstreben. 2

Die römisch-katholische Kirche kennt kein Gesetz, das den Frauen eine ebenbürtige Stellung mit den Männern garantiert, im Gegenteil, sie lehnt ein solches sogar für ihre angeblich auf Gottes Wort gründende Kirchenordnung ab und verankert in Lehre und Recht, daß den Frauen der Zugang zu den Weiheämtern (Diakonat, Priesteramt, Bischofsamt) verschlossen bleibt.3Sie erlegt also den Frauen durch die Verweigerung der Frauenordination ein Berufsverbot auf und schränkt damit für sie in zahlreichen Kulturen der Erde das Recht der freien Berufswahl ein. Außerdem sorgt sie mit Eifer dafür, daß Frauen ihren auf Unfreiheit beruhenden Status nicht überwinden können. Die Frauen sind somit diesen Maßnahmen wehr- und hilflos ausgeliefert.

Auf den katholischen Mädchen lastet also von frühester Jugend an die Bürde des zur Gottesordnung hochstilisierten Patriarchats. Katholische Mädchen und Frauen sind infolge dessen gezwungen, “Wanderinnen zwischen zwei Welten” zu sein: im weltlichen Staat genießen sie das einklagbare Recht auf Gleichberechtigung und Gleichbehandlung und dementsprechend das Recht der freien Berufswahl, - im kirchlichen Bereich hingegen sollen sie sich mit der absoluten Vorrangstellung des Mannes abfinden, also mit dem zur Gottesordnung erhobenen Patriarchat.

Reaktionen von Männern und Frauen auf diese Geschlechterwertung - im allgemeinen

Die Reaktion von katholischen Frauen, besonders von Theologinnen, wird von traditionsverhafteten männlichen Autoren, die sich der Frauenfrage widmen4, kaum problematisiert, weil sie meistens nicht berücksichtigen, daß Frauen auf ihre Lage in der Kirche psychisch reagieren könnten. Sie halten die Mentalität der Frauen für naturgegeben und damit für statisch festgelegt und prüfen deshalb nicht, wie eine Mentalität bei einer Menschengruppe, der eine ebenbürtige Stellung mit den Männern verweigert wird, entstanden sein könnte. Der Mangel an soziologischem und psychologischem Denken macht sie offenbar blind vor den Prozessen, die im Verlauf der Geschichte in Menschen (Frauen) abgelaufen sind, denen eine von Männern gestaltete Ordnung auferlegt wurde, ohne sich gegen sie wehren zu können. Es wird anscheinend vorausgesetzt, daß Frauen ihre Rechtslage nicht als “Zumutung”, “Diskriminierung” oder gar als “Zufügung von Leid” zu empfinden fähig sind. Sie können sich m.E. kaum vorstellen, daß Frauen auf ihre Lage gar mit Empörung reagieren könnten. Sie scheinen vorauszusetzen, daß Frauen ihrer Natur entsprechend ein geringerer Freiheits- und Entfaltungsspielraum zukomme. Damit wird von den traditionsverhafteten männlichen Autoren und an deren Ansichten angepaßten Frauen ausgedrückt, daß das Bewußtsein von der Menschenwürde bei Frauen geringer entwickelt ist als bei Männern: Männer gelten als Menschen im vollen Sinne, die Frauen dagegen als unterentwickelte Wesen, also nicht als Menschen im Vollsinn des Wortes.

Diesen Eindruck vermitteln solche Frauen aber auch ihren eigenen (für diese Problematik sensiblen) Geschlechtsgenossinnen sehr leicht. Sie haben sich im Laufe der Menschheitsgeschichte den “Siegern” angepaßt; denn sie signalisieren, daß sie die ihnen als Frauen zugefügten Benachteiligungen und Kränkungen stumpf lassen und daß ihre Lebensqualität dadurch nicht tangiert oder gemindert wird. Traditionell denkende katholische Frauen können insofern durchaus in einer von Männern beherrschten Kirchen- und Familienordnung trotz aller Benachteiligung und schmählichen Zurücksetzung zufrieden leben und sich wohlfühlen. Das auf diese Weise erlangte Wohlwollen und Wohlgefallen der Männer ist ihnen so viel wert, daß sie es auf keinen Fall preiszugeben bereit sind, beruht doch auf dieser Grundlage für sie die beste und unangefochtenste Möglichkeit, ihr Leben so konfliktfrei wie möglich zu gestalten. Nach Freiheit und Menschenwürde zu fragen, nach Werten also, die sie im Grunde genommen für ihr Geschlecht erst erobern müßten, stört sie und ist ihnen lästig.

Reaktionen deutscher katholischer Theologiestudentinnen auf den Ausschluß der Frauen von den Weiheämtern (CIC/1917 can. 968 § 1) in den 60er Jahren

Nach über vierzig Jahren Kampferfahrung als katholische Theologin, vormals angehende Pastorin der evangelischen Kirche, kann ich folgende Entwicklungslinie aufzeigen, die sich allerdings auf Beobachtungen in Deutschland, im besonderen an der Fakultät für katholische Theologie in Münster/Westf., beschränkt.

In den frühen sechziger Jahren vertraten Theologiestudentinnen, die ich kennenlernte, unhinterfragt und kritiklos die offizielle katholische Kirchenlehre über die Geschlechter, die sie in ihren Familien und oftmals in den von Ordensschwestern geleiteten konfessionellen Schulen vermittelt bekamen. Sie empfanden sich im Vergleich zu Männern als “andersartig”, d.h. “mütterlich”, “zum Gebären und Großziehen von Kindern geschaffen”, so daß ihnen ausschließlich die “Sphäre des Hauses”, das “Innen” zukam, den Männern dagegen das “Außen” und damit die öffentlichen Ämter in Staat und Kirche. Dieses Rollenverständnis hatten sie tief verinnerlicht, so daß sie mit dem kirchlichen Milieu nicht in Konflikt kamen. Verschämt gaben sie als Theologiestudentinnen in Gesprächen mit der Autorin zu: “Wenn ich ein Junge wäre, dann wüßte ich, was ich werden möchte!” Da das aber “nun einmal” (Abfindungsfloskel!) nicht der Fall war, mußten sie sich mit ihrer “Andersartigkeit” und der damit verbundenen Rolle als minderberechtigter Mensch abfinden.5 Sie projizierten ihren tiefsten Berufswunsch, Priester zu sein, in das männliche Geschlecht, - ein Ausdruck dafür, dass sie sich faktisch von diesem Beruf selbst ausschlossen. Diese Rollenzuweisung erregte bei ihnen aber keinen Anstoß, - im Gegenteil, die belegbare Minderbewertung und -berechtigung der Frauen auf allen Gebieten des Lebens löste bei ihnen allenfalls ein hilfloses Gelächter aus.

Das in den katholischen Konfessionsschulen vermittelte Frauenbild (Gertrud v. Le Fort)

In den konfessionellen Schulen, die die meisten deutschen katholischen Theologiestudentinnen besuchten, wurde ihnen das Frauen- und Kirchenbild der Dichterin Gertrud von Le Fort als Vorbild vor Augen gestellt, - ein Vor- und Leitbild für alle gebildeten katholischen Mädchen. 6

Exkurs: Grundgedanken der Dichterin Gertrud v. Le Fort in ihrem Werk “Die Ewige Frau”. 7Polarität der Geschlechter als Leitlinie für die katholische Mädchenbildung

Gertrud v. Le Fort betont im Vorwort ihres Buches, daß sie den Versuch unternehmen wolle, die Bedeutung der Frau darzustellen, allerdings “nicht von ihrer psychologischen oder biologischen, ihrer geschichtlichen oder ihrer sozialen Stellung her, sondern von ihrer symbolhaften...”. Symbole sind nach G. v. Le Fort “Zeichen oder Bilder, in denen letzte metaphysische Wirklichkeiten und Bestimmungen nicht abstrakt erkannt, sondern gleichnishaft anschaubar werden; Symbole sind also im Sichtbaren gesprochene Sprache eines Unsichtbaren. Zu Grunde liegt die Überzeugung einer sinnvollen Ordnung aller Wesen und Dinge, die sich durch die Wesen und Dinge selbst als göttliche Ordnung auszuweisen vermag: eben durch die Sprache ihrer Symbole. Diese verpflichten daher den einzelnen, der sie trägt; aber sie stehen auch dann noch unversehrt und unversehrbar über ihm, wenn er ihre Bedeutung nicht mehr kennt, oder wenn er sie sogar verleugnet oder verwirft. Das Symbol sagt also nicht den empirischen Charakter oder Zustand seines jeweiligen Trägers aus, sondern dessen metaphysische Bedeutung. Der Träger des Symbols kann vom Symbol abfallen, sein Symbol fällt damit nicht.”8Gertrud v. Le Fort sieht ihr Symboldenken über die Frau in den Mariendogmen der Kirche begründet, 9 sie erkennt folgende primäre Berufung der Frau: “Es sei ihr aufgetragen, die besondere Fürsorge Gottes nachzuahmen. Aus dieser grundlegenden Aufgabe und aus der Mariennachfolge ergibt sich eine dreifache Berufung jeder Frau als virgo, sponsa und mater, wobei sich diese drei Möglichkeiten nicht ausschließen, sondern sich ergänzen und sich gegenseitig durchdringen sollen.”10 Einen wesentlichen Ausdruck des Symbols der Frau sieht G. v. Le Fort im Schleier. Sie sagt: “Der Schleier ist das Symbol des Metaphysischen auf Erden. Er ist aber auch das Symbol des Weiblichen - alle großen Formen des Frauenlebens zeigen die Gestalt der Frau verhüllt.”11 Weiterhin ist Hingabe nach G. v. Le Fort ein wesentliches weiblich-frauliches Verhalten Gott gegenüber. Sie führt aus: “Hingebung als metaphsisches Geheimnis, Hingebung als Erlösungsgeheimnis ist also nach der katholischen Dogmatik das Geheimnis der Frau, in einzigartiger, aller Kreatur unendlich überlegener Vollkommenheit anschaubar im Bildnis der allerseligsten Jungfrau und Mutter, aber - wie in einer ungeheuren Hierarchie der Hingebungen - gebrochen nacherlebbar oder vorerlebbar in tausendfacher Gestalt.”12 Weiterhin legt sie dar: “Das Offenbarwerden des Eigentlich-Weiblichen wird zum Offenbarwerden des Religiösen im Menschen überhaupt.” 13

Wenn die Verfasserin besonders in dem Abschnitt, in dem sie das Sponsa-Sein der Frau herausarbeitet, auf die Polarität der Geschlechter zu sprechen kommt, sagt sie im Blick auf den Mann: “Die sponsa als die andere Hälfte des Mannes ist die andere Hälfte des Seins überhaupt. Auch für die geistige Schöpfung gilt der wunderbare Ausdruck der Bibel, daß der Mann das Weib ‘erkennen’ muß. Er erkennt in ihr die andere Dimension des menschlichen Seins. Polarität ist Totalität: sie stellt die Voraussetzung jedes ganz großen Werkes dar.” 14

Die Reduktion der Geschlechter, besonders der Frau, auf ihren angeblichen Symbolwert, bildet die Grundlage der traditionellen katholischen Geschlechteranthropologie, insbesondere der Lehre der Amtskirche über die Weiheunfähigkeit der Frau oder über ihren Ausschluss von den Weiheämtern. Das Absehen von allen Komponenten, die einen Menschen in seinem Sein bestimmen, nämlich seine psychologischen, biologischen, geschichtlichen und sozialen Voraussetzungen, wie G. v. Le Fort im Vorwort ihres Buches sagt,15 macht aber den Menschen zu einem bloßen Denkgebilde, fern der Realität. Damit wird dieses “Denkgebilde” zum Spielball jeweiliger Interpretationen.

Autoren, die, z.T. gestützt auf G. v. Le Fort, eine traditionelle, extrem polar ausgerichtete Geschlechteranthropologie entwerfen16, suchen zu beweisen, was sie bewiesen haben wollen und was auch in ihrem Interesse liegt17. Mit keinem Wort wird von diesen Autoren gesagt, daß der Frau in ihrer Entfaltung eine Einschränkung auferlegt und ihr damit ein Übel angetan wird - im Gegenteil - es wird argumentiert, als beschrieben sie Fakten, ohne sich die Mühe zu machen, sie auf ihre Richtigkeit hin zu überprüfen bzw. sie zu hinterfragen.

In seinem Beitrag “Frau im römischen Katholizismus”18 kommt Friedrich Trzaskalik zu ähnlichen kritischen Überlegungen: “Festzuhalten ist: Die Grunddaten einer theologischen Anthropologie, die Geschichte gemacht haben, sind in der katholischen Glaubenswelt über nahezu 2000 Jahre von Männern festgelegt worden. Von Männern, die auf diesem Wege auch gleichzeitig eine für sie genehme Antwort auf das Phänomen Geschlechterdifferenz und des möglichen Umgangs mit (nicht) gelebter Sexualität angingen. Die Reihung, die Geschichte gemacht hat: Jungfrau - Ehefrau - Witwe bestimmt die Rolle der Frau ja nicht nur in einer fundamentalen überlebensnotwendigen Beziehung zum Mann, sondern ebenfalls zur gelebten Sexualität: Jungfrau = (noch) nicht; Ehefrau = wenn, dann nur in der Ehe; Witwe = nicht mehr, jenseits.

Und ein weiteres Moment: Die Eva-Maria-Polarität/-Dualität ist ja nicht nur die Polarität von erstem und zweitem Testament, von erstem und zweitem Bund, sondern eben auch die Polarität von Erden- und Himmelsmutter, von Verführung und Errettung, von Heil und Unheil und somit immer auch eine grundsätzliche Stellungnahme zu Geschlechtlichkeit und Geschlechterdifferenz."19 Weiter führt der Autor aus: Bei der Interpretation biblischer Texte wurden die historischen und soziologischen Komponenten in bezug auf die Stellung und Wertung der Frau in der nachpaulinischen Kirchengeschichte lange Zeit ignoriert; es wurde vielfach nicht beachtet, daß “antike Ordnungsvorstellungen (1 Kor 14,34b; 1 Tim 2,11b.12b) beim Schweigegebot (für die Frau, d.Vf) zur Geltung gelangen..., daß schließlich sogar die Gemeindeordnung an die Gesellschaftsordnung angeglichen wird. Die Gesellschaftsordnung kennt den Unterschied zwischen Öffentlichkeit und Haus: (Der Bibeltext:) ‘Denn es gehört sich nicht für eine Frau, vor der Gemeinde zu reden’ (1 Kor 14,35b) stellt die Gemeindeversammlung der Gläubigen zum Herrenmahl auf eine Stufe mit einer weltlichen öffentlichen Versammlung.”20

Das Polaritätsdenken und damit die festgesetzten Unterschiede zwischen Mann und Frau prägten das katholische Denken in allen seinen Disziplinen21, besonders in der Mädchenbildung. In seinen pädagogischen Prinzipien legte z.B. der katholische deutsche Lehrerinnen-Verband/ Sitz Essen großen Wert auf eine “wesenseigentümliche Mädchenbildung.” Seine Mitglieder vertraten meist eine kritische bis ablehnende Einstellung zur koedukativen Erziehung in den Schulen.22

Bei dieser Vorprägung war es klar, daß Theologiestudentinnen der 60er Jahre mit dem Gleichberechtigungsgesetz der staatlichen Verfassung im Grunde genommen nichts anfangen konnten, sie sahen darin auch keinen Wert, sondern eher ein Gesetz, das der Wirklichkeit der Frau nicht entsprach und auch vom Staat selbst nicht ernst genommen wurde.23

Sie strebten, wie die nichtstudentischen Jugendlichen ihres Alters, meistens die Ehe an oder ergriffen als unverheiratete Theologinnen den einzigen für sie üblichen “Standardberuf”: Lehrerin. Medizinerinnen oder Juristinnen galten für sie als “Ausnahmeberufe”.

Veränderung des Bewußtseins deutscher katholischer Theologiestudentinnen ab Mitte der 60er Jahre

Ab Mitte der sechziger Jahre änderten sich Bewußtsein und Verhalten der katholischen Studentinnen in Deutschland ein wenig. Die außerhäusliche Berufswelt trat mehr in ihren Bewußtseinshorizont und wurde nicht mehr so stark abgelehnt, wie es noch bei den Studentinnen früherer Generationen der Fall war.

Die Stellung und Wertung der Frau innerhalb der katholischen Kirche blieb für sie aber weiterhin ein Tabuthema. Das war auch bei den mir bekannten Professoren der Theologie nicht anders: Soweit sie in ihren Vorlesungen auf die Stellung der Frau in der Kirche zu sprechen kamen, rechtfertigten sie diese schmunzelnd mit dem “Wesen der Frau” - und gingen schnell zu anderen Themen über.

Trotz dieser für Frauen deprimierenden Gesamtlage im katholischen Milieu gelang es einer Studienkollegin von mir (Ida Raming), in den 60er Jahren bei dem Professor für Rechtsgeschichte, Peter-Josef Keßler, an der kath.-theologischen Fakultät in Münster/Westf. eine Doktorarbeit über den rechtlich verankerten Ausschluß der Frau von allen Weiheämtern in der Kirche und seine geistesgeschichtlichen Grundlagen zu schreiben24. In dieser Arbeit konnte sie die schwere Abwertung der Frau als Mensch im Laufe der Kirchengeschichte anhand vieler Rechtsquellen nachweisen.

In dem von Frauenfeindlichkeit der Männer und entsprechendem Minderwertgefühl der Frauen geprägten katholischen Milieu der Fakultät war die Abfassung einer solchen Arbeit kein leichtes Unterfangen. Ida Raming bekam die Folgen ihrer systemkritischen Untersuchung in ihrem beruflichen Werdegang zu spüren: Obwohl sie die Voraussetzungen für eine Habilitation erbracht hatte, mußte sie den “Standardberuf” der Theologinnen ergreifen - Gymnasiallehrerin, um sich als katholische Theologin überhaupt eine Existenz aufbauen zu können.

Die einzigen deutschen katholischen Theologinnen, die in den sechziger Jahren in Wort und Schrift im Universitätsbereich und darüber hinaus die Aufhebung des rechtlich verankerten Ausschlusses der Frau von den Weiheämtern forderten, waren Ida Raming, die Diplomtheologin Josefa Theresia Münch sowie die Autorin. Sie erhielten aber dafür von den ihnen bekannten Theologinnen keine Solidarität, - im Gegenteil: sie wurden bespöttelt und sogar bekämpft.

Auch für die Autorin (I. Müller) blieben schwere Diskriminierungen und berufliche Nachteile nicht aus: Nur mit größter Mühe konnte sie (in den 70er Jahren) an der kath.-theologischen Fakultät in Münster eine wissenschaftliche Mitarbeiterinnenstelle erreichen, - eine untergeordnete Position, in der sie weisungsgebunden war und infolgedessen nur unter größten Schwierigkeiten eigene Wege in der Frauenforschung gehen konnte.

Die deutsche Theologinnengeneration der siebziger und achtziger Jahre bis in die Gegenwart

Die deutschen Theologinnen waren im Laufe der siebziger und achtziger Jahre “modern” geworden: Sie griffen feministische Gedanken und Themen auf, ohne jedoch die Stellung der Frau in der Kirche zu hinterfragen oder wissenschaftlich gründlich zu behandeln, - sie wollten sich auf keinen Fall in Schwierigkeiten bringen oder gar einen Leidensweg antreten, -die Autorin (I.M.) stand ihnen in existentieller Hinsicht als abschreckendes Beispiel vor Augen.

Während dieser Jahrzehnte machten die Theologinnen aber insofern gegenüber der Studentinnengeneration der sechziger Jahre Fortschritte, als für die meisten von ihnen die Thematik der feministischen Theologie selbstverständlich wurde, ja, sie bezeichneten sich oftmals sogar selbst als feministische Theologinnen. Sie behandeln auch bis heute in ihren Examensarbeiten Gebiete der feministischen Theologie und empfinden die traditionelle Wertung und Stellung der Frau in der Kirche als überholt und darum für moderne Frauen inakzeptabel. Das bedeutet jedoch nicht, daß sie die Forderung nach Zugang zu den ihnen verschlossenen kirchlichen Ämtern öffentlich stellen.25 Sie stehen, wie die meisten jungen Leute ihrer Generation, der Kirche distanziert gegenüber. (Das allmähliche Schwinden einer grundsätzlich positiven Einstellung zur Kirche ist deutlich zu spüren). Sie unterstellen, daß nur solche Frauen nach dem Zugang zu den kirchlichen Ämtern fragen, die im übrigen keine grundlegenden Reformen in der Kirche anstreben.26

Diesem Urteil liegt m.E. keine kritische wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den geistigen Grundlagen der geltenden Rechtslage der Frau in der Kirche zugrunde, sondern eher eine Anpassung an den Zeitgeist. Vor allem fehlt der jüngeren Studentinnengeneration eine kritische und selbstkritische Mentalitätsforschung, die ihnen ein Gespür dafür vermitteln könnte, in welcher Weise das geltende kirchliche Recht das Menschsein der Frau herabsetzt und auch bei ihnen seine Spuren hinterlassen hat. Ein Dialog zwischen älteren Theologinnen, die als Zeitzeuginnen und langjährige Kämpferinnen für die Frauenordination über entsprechende Erfahrungen in der Auseinandersetzung mit Frauen und Männern verfügen, wird insofern erschwert, als die junge Studentinnengeneration - meist unbewußt - von dem Geist des Indifferentismus geprägt ist, der in der heutigen Zeit vielfach verbreitet ist.

Nach meinen Beobachtungen meinen etliche junge Theologinnen, sich mit rabiatem Verhalten über alles, was ihnen im Wege steht, hinwegsetzen zu können, vor allem über Anliegen solcher Frauen, die über keine ‘Lobby’ verfügen. Diese haben nach ihrer Meinung durch ihr Verhalten gezeigt, daß sie sich nicht durchsetzen konnten und damit an ihrer Lage selbst schuld haben. (Ein unschuldiges Leiden von Frauen, lediglich hervorgerufen durch die Misere der Rechtslage der Frauen in der katholischen Kirche, gibt es für sie offenbar nicht.) Dabei wird aber vollkommen übersehen, daß die meisten Frauen lieber den bequemen Weg gehen: Sie gehen dorthin, wo die Mehrheit ist, die bei den verantwortlichen Männern noch wohlgelitten ist und sich nach deren Meinung im Bereich des Legalen, Anerkannten und Gerechtfertigten bewegt.

Der Indifferentismus und die Frauenfrage in der römisch-katholischen Kirche

Der 1943 geborene, an der Universität Hannover Philosophie lehrende Professor Manfred Geier charakterisiert das postmoderne indifferente Bewußtsein als Zeitströmung in seinem Buch “Das Glück der Gleichgültigen. Von der stoischen Seelenruhe zur postmodernen Indifferenz”27 folgendermaßen: “Das sensible oder intellektuelle Organ des postmodernen Menschen fühlt sich für Ereignisse von universaler Dimension und für Erwartungen an metaphysische Abschlußdeutungen nicht mehr zuständig. Es ist eine neue Form von Gleichgültigkeit, die das nachmetaphysische Denken und postmoderne Lebensgefühl beherrscht. Sie hat jene Dramatik verloren, als es noch um Alles ging. Jetzt scheint es nur noch um eine Vielfalt zu gehen, mit deren gleichwertigen Variationen man konformistisch zu spielen gelernt hat. Das Absolute, das Nichts und die Leere haben an semantischer Kraft verloren. An ihre Stelle sind Unterhaltung, Zerstreuung und Coolness getreten”. Wenn wir auch bei den mir bekannten Theologinnen der jüngeren Generation keine philosophisch durchdachte und dezidiert vertretene Lebensphilosophie voraussetzen können, wird dennoch im Umgang mit ihnen deutlich, daß sie jede mit Entschiedenheit vertretene Position ablehnen und zurückweisen. Man muß mit Entsetzen feststellen, daß sie anscheinend die von der Amtskirche mit Schärfe und Rücksichtslosigkeit vertretene Ablehnung der Frauenordination nicht von anderen Aussagen ohne rechtliche Relevanz und Gewichtung unterscheiden können. Sie fühlen sich daher durch die rechtlich fixierten Verbote der Frauenordination nicht beleidigt und zur Gegenwehr herausgefordert. Im Gegenteil: Sie lehnen einen Kampf gegen die gesetzlich festgeschriebene Weiheunfähigkeit getaufter katholischer Frauen ab und diffamieren darüber hinaus diejenigen Theologinnen, die Solidarität für solchen Kampf fordern, als “dogmatisch fixiert” und als “fundamentalistisch”. Mit solcher Abstempelung unterstellen sie, daß die Vertreterinnen der Frauenordinationsbewegung sie nur dazu gebrauchen wollen, ihnen wie eine willenlose Herde nachzulaufen. Die Begriffe “dogmatische Fixierung” und gar “Fundamentalismus” lassen sich jedoch gar nicht auf die Kämpferinnen anwenden. Die Kritikerinnen der für die Frauenordination eintretenden Theologinnen gebrauchen diese Begriffe m.E. nur, um ihren Einsatz herabzuwürdigen und ad absurdum zu führen. Sie halten dagegen, daß sie “anders ansetzen”. Wenn von Vertreterinnen der Frauenordinationsbewegung dagegen eingewandt wird, dass die Frauenordination nachweislich der Kernpunkt der Frauenfrage in der röm.-kath. Kirche sei, lautet die Antwort der Gegnerinnen: “Das ist Deine/Ihre Meinung!... Wir setzen andere Schwerpunkte!” Mit diesen und ähnlichen “Argumenten” und Schutzbehauptungen wollen sie beweisen, daß sie nicht zu kämpfen brauchen; die Frage nach dem Zugang der Frauen zur Ordination erledigt sich ihrer Meinung nach “von selbst”, ja, sie sei “durch die Praxis bereits überholt”28. Es stelle sich im Grunde genommen lediglich die Frage: “Wer will denn in solches Amt?” Sie diffamieren den Kampf für die Frauenordination als “Stehenbleiben” und als “Engführung” und sprechen ihm damit jeden Reformimpuls ab, weil den Kämpferinnen der Erfolg bislang versagt bleibt.

Aufgrund dieser Erfahrungen ist es offensichtlich, daß die Vertreterinnen der Frauenordinationsbewegung angesichts der fortdauernden Frauenfeindschaft der vatikanischen Kirchenleitung sowie der Bischöfe, die durch Eidesleistung an den Papst gebunden sind, jüngere deutsche katholische Theologinnen nur schwer zu einer in sich gefestigten und ernstzunehmenden Solidarität bewegen können, zumal diese nie in ihrem Leben eine personale Identität in bezug auf das Priesteramt haben aufbauen können. Die meisten katholischen Frauen haben die Ämter in der Kirche selbstverständlich den Männern überlassen - für sie und jede andere katholische Frau war und ist der Amtsbereich “tabu” (Mechanismus des Selbstausschlusses).

Katholische Frauen sind im allgemeinen keine Freiheitskämpferinnen, zumal die Überwindung des Patriarchats, das die Schweizer Vorkämpferin der Frauenordinationsbewegung, Gertrud Heinzelmann (+ 1999), mit Recht als “geheiligte Diskriminierung” bezeichnet hat, sehr schwierig ist. Es stellt sich die Frage: Bleibt die Kirchenleitung aufgrund dieser Sachlage Siegerin in dieser Auseinandersetzung, während die Kämpferinnen für die Frauenordination die am Boden zerschmetterten Unterlegenen und Verliererinnen sind? Es ist klar, daß die Theologinnen, die die Aufhebung der rechtlich fixierten Frauendiskriminierung (CIC can 1024) anstreben, für eine Auseinandersetzung mit der Kirchenleitung sehr schlecht “ausgestattet” sind: Während diese mit allen ihr als Institution zur Verfügung stehenden Machtmitteln gegen ihre “unbotmäßigen” und “ungehorsamen Töchter” kämpft, haben die Frauen dagegen auf ihrer Seite nur ihr priesterliches Charisma, das sie zum Widerstand antreibt, im übrigen aber sind sie ohnmächtig29

Sie können in Deutschland nur auf eine schwache Unterstützung von gutwilligen Geistlichen (niederen Ranges) und reformorientierten männlichen Laien rechnen, ferner auf eine halbherzige “Unterstützung” von Frauenverbänden, die sich aber bei Androhung von kirchlichen Sanktionen, vor allem von Geldentzügen, sofort einschüchtern lassen, weil sie hierarchieabhängig sind.30

Darüber hinaus ist in Betracht zu ziehen, daß katholische Theologinnen - aufgrund ihres Ausschlusses von allen Weiheämtern - notgedrungen aus existentiellen Gründen oftmals einen nichttheologischen Beruf suchen müssen. Infolgedessen studieren sie katholische Theologie stets mit einem oder zwei profanen “Nebenfächern”, um im höheren Schuldienst oder, weil dieser Bereich neuerdings nicht mehr automatisch offensteht, in einem anderen Fachgebiet beruflich unterzukommen31. Das bedeutet, daß sich Theologiestudentinnen gar nicht in dem Maße wie Männer mit dem Fach Theologie identifizieren können.

Resumée

Der jahrhundertelange, fest verankerte Ausschluß von der Ordination hat für viele Frauen m.E. zur Folge, daß sie den priesterlichen Beruf für sich selbst oder für eine andere Frau aufgrund ihres nicht überwundenen Minderwertigkeits- und Ungleichheitsgefühls nicht real vorstellen können, auch wenn ihnen theoretisch klar ist, daß der Ausschluß auf unhaltbaren theologischen Gründen basiert. Hier greift der Selbstausschluß tief in die Person der Frau ein, so daß sie den Beruf nicht einmal auf spirituelle Weise ergreifen können.

Jede Kämpferin für die Frauenordination bekommt zu spüren, daß katholische Frauen erst mühsam dazu gebracht werden müssen, einen Zugang zu diesem Beruf zu finden. Der Ausschluß der Frauen von allen Weiheämtern, besonders vom Priesteramt, hat tiefe Spuren in der Personstruktur der katholischen Frauen hinterlassen: Es ist bei ihnen eine Rückständigkeit erzeugt worden, die es verhindert, daß sie nur schwer ihre anerzogene “Rolle” überschreiten können (Frau = die passiv-empfangende, nicht für die Öffentlichkeit taugliche, die “Andersartige”).

Ferner kommt hinzu, daß junge Frauen sehr wohl wissen, daß sie angesichts ihrer spezifischen Rechtslage äußerst hart und lange um den Zugang zu den Weiheämtern kämpfen müßten, bis die römische Kirchenleitung einlenken würde. Diese Situation hat häufig zur Folge, daß katholische Frauen und Mädchen zum Kampf weitgehend unentschlossen sind, weil sie das Ziel solchen Kampfes zu ihren Lebzeiten für unerreichbar halten. Außerdem sind sehr viele katholische Theologinnen nach meinen Beobachtungen durch die repressive Politik der Kirchenleitung von einer großen Angst erfüllt. Aus Furcht, möglicherweise Nachteile oder gar den Verlust ihrer Anstellung erleiden zu müssen, wagen sie keine kirchenkritischen Ansichten zu äußern, auch wenn die Wahrhaftigkeit eigentlich dazu herausfordert. Sie rechtfertigen ihr Schweigen und ihre opportunistische Haltung, indem sie Ausflüchte suchen, die legitimieren sollen, daß sie nicht zu kämpfen brauchen. Es ist daher evident, daß die wenigen deutschen Kämpferinnen für die Frauenordination von solchen Frauen keine Solidariät erhalten können.

Das persönliche Geschick der Kämpferinnen ist tragisch, weil sie die Präsenz des auf einem Charisma beruhendenden priesterlichen Berufes fühlen, aber ihn wohl zu ihren Lebzeiten niemals erreichen können. Sie müssen daher mit einem Schmerz leben, den sie nur mühsam verkraften und verarbeiten können. 32Täglich muß um neuen Lebensmut und um Zuversicht gerungen werden, zumal die durch die Rechtslage der Frauen hervorgerufene Gesamtsituation eine äußerst niederziehende Wirkung hat.

Dennoch geht der Kampf sowohl um die Frauenordination als auch um Anerkennung von Menschenrechten für Frauen und für das Recht, alle ihre Charismen entfalten zu können, einschließlich der diakonalen und priesterlichen, in vielen Ländern der Welt weiter. Besonders in den USA, in England, Irland und Australien kämpfen Frauen engagiert und zielgerichtet für die Frauenordination. Sie erhalten eine hervorragende Unterstützung durch die von John Wijngaards (London) mit großem Einsatz und wissenschaftlicher Kenntnis erstellte website www.womenpriests.org, die umfassend über die gesamte Thematik der Frauenordination mit all ihren verschiedenen Aspekten informiert.

Die Kirchenleitung wird endlich einmal begreifen müssen, daß sie den Frauen keinen geistlichen Beruf um ihres Geschlechtes willen versperren darf. Sie wird zu der Einsicht kommen, daß ein solches Vorgehen ein schweres Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist, das so lange angeklagt werden muß, wie es besteht. Es ist allerdings schwer, solchen Protest zu erreichen, weil die Öffentlichkeit auf nationaler und internationaler Ebene fast ausschließlich von Männern repräsentiert wird, die für solches Denken meistens unsensibel sind. Die politische Landschaft der Welt zeigt ganz deutlich, daß es um die Frauen und ihre Belange “nicht geht”, d.h. daß diese keine Rolle spielen: Der Papst als Vertreter der katholischen Kirche und des Vatikan-Staates wird von staatlichen Vertretern mit allen Ehren empfangen. Er wird für seine Verdienste gelobt, - wie er aber mit den Frauen im Binnenraum der Kirche umgeht, dafür haben weder kirchliche noch staatliche Repräsentanten einen Blick und irgendein Interesse.

Längst ist durch zahlreiche seriöse Forschungsergebnisse erhärtet worden, dass der Ausschluß der Frau von der Ordination durch keinerlei theologischen Gründe gerechtfertigt werden kann. Die Kirchenleitung setzt sich aber über solche Forschungsergebnisse hinweg. Sie läßt vielmehr von systemkonformen Wissenschaftlern nachweisen, daß sie sehr wohl “theologische” Gründe für den Ausschluß der Frauen von den Weiheämtern hat.32 Theologische Forschungsergebnisse, die nicht in das kirchlich genehme ideologische Konzept passen, werden vom Vatikan systematisch unterdrückt.33

Die Behandlung der Frauen durch die katholische Kirche dürfte m.E. keinen Staat, der seine Wertordnung auf Anerkennung der Menschenrechte baut und seine Verfassung danach ausrichtet, untangiert lassen. Eine Kirche, die von staatlichen Instanzen zwar immer noch als moralische Autorität anerkannt wird, aber in ihrem Binnenraum weder Menschenrechte für Frauen noch das Grundrecht der freien Meinungsäusserung respektiert, sondern von den Gläubigen nur Gehorsam des Willens und Verstandes gegenüber allen ihren Lehren fordert, hat ihre moralische Glaubwürdigkeit längst eingebüßt. Infolgedessen hat eine solche Kirche m.E. auch längst das Recht verwirkt, von Menschen außerhalb der Kirche oder gar von Staaten die Respektierung moralischer Werte einzufordern.

Die römisch-katholische Kirche muß lernen, in ihrem Binnenraum die Menschenrechte gegenüber allen Personen, besonders gegenüber Frauen, zu achten. Es ist ihre Aufgabe, den Weg Jesu zu gehen und sich damit an das zu binden, was Jesus als Willen Gottes gepredigt hat: eine Menschlichkeit, durch die Gerechtigkeit und Gottesliebe aufscheint. Davon ist sie m.E. bis jetzt noch weit entfernt.

Indem die römisch-katholische Kirche den Frauen um ihres Geschlechtes willen alle Weiheämter verschließt, verweigert sie ihnen geistliche Ämter.34

Den wenigen Theologinnen in Deutschland, die sich konsequent für die Öffnung der Weiheämter für berufene Frauen einsetzen, geht es gerade darum, den Frauen die geistliche Dimension der Ämter zugänglich zu machen. In ihnen sollen sie wachsen und einen Ort finden, wo sie den Menschen in Vollmacht durch Wort und Sakrament dienen dürfen.35. Erst wenn das unmenschliche Hindernis des Ausschlusses der Frauen hinweggeräumt ist, können sie sich ihrer Freiheit in Christus (vgl. Gal 3,27f) erfreuen. 36

Footnotes.

1. “Mentalitäten entwickeln sich aus der Zugehörigkeit von Individuen zu einer bestimmten Gruppe, mag sie nun klein oder groß sein; ebenso wie die Gruppe die Sozialkontrolle darüber ausübt, ob ihre Mitglieder ihrer Gruppenmentalität auch entsprechen oder nicht. ‘Charakter’ benennt dagegen nicht zuletzt die individuelle Ausprägung der Persönlichkeit.” In: Stephan H. Pfürtner: Fundamentalismus. Die Flucht ins Radikale. Freiburg-Basel-Wien 1991, 157.- Siehe weitere Ausführungen ebd. S. 157 -179.

2. Siehe zur Einbeziehung der Mädchen in den Bildungssektor Deutschlands nach 1945: Hervé, Florence: Studentinnen in der BRD. Eine soziologische Untersuchung. Köln 1973, S. 19-21. Über die Problematik der Stellung der Frau im modernen Bildungssystem s. die Ausführungen der Schweizer Juristin Iris von Roten: Frauen im Laufgitter. Offene Worte zur Stellung der Frau. Mit einem Nachwort von Elisabeth Joris, 2.Aufl. Zürich 1991, S. 17ff. Über die Schwierigkeiten der Frauen, überhaupt einen Zugang zur institutionellen Bildung zu erhalten, s.: Gerda Lerner: Die Entstehung des feministischen Bewußtseins. Aus dem Englischen von Walmot Möller-Falkenberg. Deutscher Taschenbuch Verlag (DTV) München 1993; ferner: Hildegard Westhoff-Krummacher: Als die Frauen noch sanft und engelsgleich waren. Die Sicht der Frau in der Zeit der Aufklärung und des Biedermeier. Ausstellung: 19.Nov. 1995 - 11.Februar 1996. Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Münster, Landschaftsverband Westfalen-Lippe.- Junge Frauen, vor allem Studentinnen, haben in den achtziger Jahren Defizite des patriachalischen Bildungssystems erkannt und versuchten im Rahmen der Frauenforschung eigene Wege zu gehen. Siehe dazu z.B. Scherzberg, Karin (Hg.): Frauenarchive und Frauenbibliotheken. 2. erw. u. aktualisierte Aufl.: 1986. Das ebd. S. 10 zitierte Projekt ist die von 1980-1994 von der Autorin (I. Müller) aufgebaute und weiterentwickelte Bibliothek zum Forschungsprojekt “Frau in den Religionen”. Diese Bibliothek umfaßt die Gebiete: Stellung der Frau im Alten Mesopotamien, in Alt-Ägypten, im Alten Israel und modernen Judentum; im Christentum (vom Urchristentum bis zur Moderne) und im Islam (vom Frühislam bis zur Moderne). Nach dem Ausscheiden der Autorin (I.Müller) aus dem Projekt in den Ruhestand (1994) haben über dieses Forschungsunternehmen die Professorinnen Annette Wilke und Marie-Theres Wacker die Verantwortung. Standort der Bibliothek: Hüfferstr. 27, 48149 Münster/ Westf.

3. Dazu siehe folgende amtskirchliche Verlautbarungen: 1.) Erklärung der Glaubenskongregation Inter insigniores vom 15.10.1976 2.) Katechismus der kathol. Kirche 1993, § 1577 (Bezug auf CIC can. 1024) 3.) Ordinatio Sacerdotalis (Apostolisches Schreiben von Papst Johannes Paul II. über die nur Männern vorbehaltene Priesterweihe, 1994). In diesem Apostolischen Schreiben behauptet der Papst, dass es sich bei dem Ausschluß der Frau von Priesterweihe und -amt um keine Diskriminierung der Frau handele. 4.) Kongregation für die Glaubenslehre: “Responsum ad dubium” (1995) = Antwort auf die Zweifel bezüglich der im Apostolischen Brief ‘Ordinatio Sacerdotalis’ enthaltene Lehre. In dieser Antwort wird betont, daß die Lehre von der Männern vorbehaltene Priesterweihe “unfehlbaren” Charakter habe. Immer wieder wird bis in unsere Tage das Verbot der Frauenordination den Bischöfen von der vatikanischen Kirchenleitung eingeschärft.

4. Nähere Hinweise s. unten Anmerkungen 16, 17 u. 33. Vgl. auch die Literatur, auf die sich die dort genannten Autoren stützen.

5. Iris von Roten (Anm. 2) S. 540 bezeichnet treffend die von Männern ins Feld geführte “Andersartigkeit” der Frau als “Verzuckerte Minderwertigkeit”.

6. Siehe dazu einschlägige Artikel in der Zeitschrift des Vereins katholischer deutscher Lehrerinnen “Katholische Frauenbildung”. Schriftleitung: 45143 Essen, Hedwig-Dransfeld-Platz 2.

7. Le Fort, Gertrud: Die Ewige Frau. Die Frau in der Zeit. Die zeitlose Frau. München 1934

8. Ewige Frau, S. 5f

9. Vgl. Ewige Frau, S. 13 ff

10. Düren, Sabine: Die Frau im Spannungsfeld von Emanzipation und Glaube. Eine Untersuchung zu theologisch-anthropologischen Aussagen über das Wesen der Frau in der deutschsprachigen Literatur der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung von Edith Stein, Sigrid Undset, Gertrud von Le Fort und Ilse von Stach. Theorie und Forschung, Bd. 535, Theologie, Bd. 34, Regensburg 1998, S. 124 (beachte ebd. Anm. 106).

11. Ewige Frau, S. 17. - Zur religionswissenschaftlichen Bedeutung des Schleiers s. die entsprechende Literatur unter dem Schlagwort “Schleier” in den verschiedenen Religionen innerhalb der Forschungsbibliothek “Frau in den Religionen” (vgl. dazu oben Anm. 2).

12. Ewige Frau, ebd.

13. Ewige Frau S. 6 u. 15

14. Ewige Frau, S. 60f

15. Vgl. Ewige Frau S. 5

16. Beispielsweise: Philipp Lersch; Frederik J.J.Buytendijk; Manfred Hauke.

17. Vgl. die Arbeit von Manfred Hauke: Die Problematik um das Frauenpriestertum vor dem Hintergrund der Schöpfungs- und Erlösungsordnung (Konfessionskundliche und Kontroverstheologische Studien, Bd. XLVI, hg. v. Johann Adam Möhler Institut) Paderborn 1982, und die dort angeführten Argumente gegen die Frau- enordination.

18. In: Frau in den Religionen, hg. v. Michael Klöcker und Monika Tworuschka, Wartburg-Verl. GmbH Weimar und Jena 1995, S. 67-96.

19. Trzaskalik, F.: Frau im römischen Katholizismus S. 67

20. Trzaskalik, F. a.a.O. S. 75

21. Dieses Polaritätsdenken ist in der katholischen Kirche bis heute nicht überwunden. Vgl. dazu die Aussagen Papst Johannes Paul II. über den Ausschluß der Frau von der Priesterweihe. Dazu s. auch: Eva Roßmann: Die Angst der Kirche vor den Frauen. Katholikinnen erzählen, Folio Verlag/Wien 1996, Abschnitt: Diakoninnen, Priesterinnen, Bischöfinnen, Päpstinnen, dort Hinweis auf das Schreiben Papst Johannes Paul II. (vom März 1988) zum Gründonnerstag an alle Priester, in dem er bekräftigt, daß nur Männer Priester werden können. “Gleichzeitig verwirft er laut Austria Presse Agentur ‘feministische Modelle, die einen grundsätzlichen Unterschied zwischen Mann und Frau nicht anerkennen würden’. Er rät allen Priestern, Zuflucht zur Gottesmutter zu nehmen” (S. 51).

22. Siehe die einschlägigen Artikel in der Zeitschrift des Vereins Katholischer deutscher Lehrerinnen “Katholische Frauenbildung”. Die Oberstudienrätin Dr. Maria Kranzhoff/Essen schreibt z.B. in ihrem Arikel “Koedukation und Mädchenbildung”: “Die leib-seelische Differenziertheit der Geschlechter ist ein unbestreitbares Faktum. Sie ist nicht graduell zu verstehen, noch als Zivilisationserscheinng zu erklären, wie es etwa die französische Existentialistin Simone de Beauvoir versucht, sondern seinsmäßig gegeben. Das ist katholische Weltsicht, und aus ihr ergeben sich klare pädagogische Konsequenzen.” In: Katholische Frauenbildung, 67. Jg., Mai 1966, S. 280-284, bes. S.281. Die Autorin führt in ihrem Artikel weiter aus, daß in der Erklärung des 2. Vatikan. Konzils über die Erziehung ausgesprochen wird, daß Lehrer und Eltern in der Erziehung eng zusammenwirken sollen und dabei “in der gesamten Erziehung in Familie und Gesellschaft der Verschiedenheit der Geschlechter” gemäß den ihnen von der göttlichen Vorsehung bestimmten Zielsetzungen Rechnung tragen sollen. “Das geschieht aber am besten in getrennten Jungen- und Mädchenschulen. Sie sind darum wertvoller als koedukative Schulen”(ebd.S. 281).

23. Ganz abwegig war solche Einschätzung des weltlichen Gleichberechtigungsgesetzes allerdings nicht. Die politische und kulturelle Landschaft der BRD in den fünfziger und sechziger Jahren sah für Frauen deprimierend aus: die Benachteiligung der Frauen in der Öffentlichkeit war auffallend groß. Es war offensichtlich, daß die Politiker (in der überwiegenden Mehrzahl patriarchalischem Denken verhaftete Männer) sich dem im Grundgesetz der Verfassung garantierten Gleichberechtigungsgebot selbst nicht verpflichtet fühlten. Vgl. dazu: Cordes, Mechthild: Die ungelöste Frauenfrage. Eine Einführung in die feministische Theologie. Frankfurt/Main 1995; Wichterich, Christa: Frauen der Welt. Vom Fortschritt der Ungleichheit. Göttingen 1995.

24 Die Dissertation wurde veröffentlicht unter dem Titel: Der Ausschluß der Frau vom priesterlichen Amt - gottgewollte Tradition oder Diskriminierung? Eine rechtshistorisch-dogmatische Untersuchung der Grundlagen von Kanon 968 § 1 des Codex Iuris Canonici. Böhlau Verlag: Köln - Wien 1973.

25. Teresa Paul: Konfessionen. Bekenntnis und Biographie, in: Andrea Günter und Ulrike Wagner (Hg.): Was bedeutet es heute, feministische Theologin zu sein? (Jahrbuch der Gesellschaft für theologische Frauenforschung [ESWTR] Nr. 4) Mainz 1996, S. 96-102, besonders S.98f: “Die Mehrzahl der katholischen feministischen Befreiungstheologinnen hat allerdings wenig Energie in die Arbeit am Thema und in den politischen Kampf um das Priestertum der Frau investiert... Die Irrelevanz der Amtsfrage wird in katholisch-feministischen Kreisen nicht ausgesprochen, sie wird praktiziert. Und so ist zumindestens in Deutschland die Amtsfrage zum Anliegen einiger weniger geworden.” Die Autorin verbirgt sich bezeichnenderweise hinter einem Pseudonym. Dies zeigt deutlich, wie gefährlich und inopportun sie die Veröffentlichung ihres Beitrages empfindet, sowohl im Hinblick auf die Amtskirche als auch auf die Mehrzahl der feministischen Theologinnen in Deutschland.

26. Dazu s.: Raming, Ida: Kein priesterliches Amt für die Frau? Der Ausschluß von Frauen von kirchlichen Ämtern ist biblisch nicht begründbar. In: Christliche Freiheit statt Heilige Herrschaft. Vision einer künftigen Kirche. Hg. von der Kirchenvolksbewegung “Wir sind Kirche”. Publik-Forum Spezial. Publik-Forum Verlagsgesellschaft Oberursel 1998, S. 42-46, bes. S. 46.

27. Rowohlts Enzyklopädie, Reinbek b. Hamburg 1997, S.218.

28. Diese Position vertritt z. B. Hedwig Meyer Wilmes, Profesorin für feministische Theologie an der Universität Nijmegen, in einem Interview des Hess. Rundfunks (HR 2) am 25.11.1998; ähnlich in: Von der Mannigfaltigkeit der Ämter in einer postmodernen Kirche, in: Concilium 35 (1999) 336-352, bes. S.346f. Vgl. dazu auch Hermann Häring: Vollmacht der Frauen -Zukunft der Kirche. Eine abschließende Überlegung, in: Concilium 35 (1999) 379-385, bes. S.381 (der Autor stellt anerkennend fest, dass bestimmte feministische Theologinnen “keine alten Rechte mehr” einklagen; dabei wird aber völlig übersehen, dass diese angeblich “alten Rechte” für Frauen noch gar nicht erreicht worden sind!)

29. Sie können auch nicht staatliche Hilfe in Anspruch nehmen, da es im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland heißt: “Jede Religionsgesellschaft ordnet und verwaltet ihre Angelegenheiten selbständig innerhalb der Schranken der für alle geltenden Gesetze...” (Art. 140 GG). Staatliche Organe lassen somit die schweren Menschenrechtsverletzungen an den Frauen durch binnenkirchliche Gesetze geschehen, ohne Einspruch zu erheben. Die Frauen haben nach staatskirchlichem Rechtsverständnis die “Freiheit”, im binnenkirchlichen Raum entweder für ihre Rechte zu kämpfen oder durch Austritt die Kirche zu verlassen.

30. Der größte deutsche katholische Frauenverband, die kfd, muß sich als katholischer Verein stets kirchentreu verhalten, d.h. er muß sich auch in seinen Aussagen in bezug auf Frauen den lehramtlichen Richtlinien beugen. Dies zeigte in der jüngsten Zeit besonders die Auseinandersetzung um die von der kfd veröffentlichten Leitlinien (1999), die Forderungen enthalten (z.B. Zugang von Frauen zu allen kirchlichen Ämtern...), die gegen vatikanische Dokumente gerichtet sind.

31. Auch männliche Laien studieren Theologie meistens zusammen mit profanen Nebenfächern, als Männer können sie aber zwischen einem Theologiestudium, das auf das Priesteramt vorbereitet, und einem “Laientheologiestudium” wählen.

32. In dem von Ida Raming, Gertrud Jansen, Iris Müller und Mechtilde Neuendorff herausgegebenen Buch “Zur Priesterin berufen. Gott sieht nicht auf das Geschlecht. Zeugnisse römisch-katholischer Frauen”. Thaur/Österreich 1998, haben insgesamt 27 Frauen aus Österreich, der Schweiz und Deutschland den Mut gehabt, ihre priesterliche Berufung öffentlich zu bezeugen. Die geistlichen Gaben dieser Frauen werden von der Amtskirche ignoriert und von vielen katholischen Frauen noch zu wenig respektiert.

33. Siehe Pfürtner (Anm. 1) S. 110-114 sowie Exkurs aus unserem Erfahrungsraum: Zur Mentalität des polnischen Papstes S.160-166.

34. dazu die Bemühungen der Amtskirche, in den zum priesterlichen Amt entschlossenen Männern die geistlichen Charismen zu fördern und weiterzuentwickeln (Einsatz von Spiritualen in den Priesterseminaren). Frauen dagegen wird nicht einmal eine geistliche Ausbildung für die ihnen verschlossenen Ämter zugestanden.

35. Der Autorin war und ist stets bewußt, dass auch nach Öffnung der geistlichen Ämter der Kampf um Anerkennung der Frauen als Amtsträgerinnen weitergehen muß; das zeigt die noch immer vorhandene Infragestellung anglikanischer Priesterinnen in England und darüber hinaus.

36. Der Autorin war und ist stets bewußt, dass auch nach Öffnung der geistlichen Ämter der Kampf um Anerkennung der Frauen als Amtsträgerinnen weitergehen muß; das zeigt die noch immer vorhandene Infragestellung anglikanischer Priesterinnen in England und darüber hinaus.

Iris Müller


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