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Wie kannst du wissen, daß du zum Priestertum berufen bist?

Wie kannst du wissen, daß du zum Priestertum berufen bist?

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Seit über 35 Jahren bin ich in der Ausbildung unserer zukünftigen Priester als geistlicher Begleiter tätig. Ich weiß daher – nicht nur aus eigener Erfahrung, sondern auch von anderen – daß es nicht immer einfach festzustellen ist, ob jemand eine priesterliche Berufung hat oder nicht.

Ich möchte hier in aller Kürze einige Zeichen einer echten Berufung umreißen.

Doch zu Beginn ein Wort über die erste Wahrnehmung.

Der Unterschied zwischen dem ursprünglichen Anlaß und der echten Berufung

Der Ruf Gottes kommt nicht durch geheimnisvolle nächtliche Visionen oder als leises Flüstern ins Ohr. So wie auch in vielen anderen Bereichen des Lebens und des Glaubens nähert sich Gott oft auf Umwegen. Sein Ruf kann in uns geweckt werden etwa durch das Beispiel anderer Priester, durch ein Buch oder vielleicht durch einen Lehrer in der Schule oder einen guten Freund, der die Frage stellt: "Hast du jemals überlegt, Priester zu werden?" Irgendein zufälliges Ereignis kann zum zündenden Funken werden, der unsere Gedanken in Bewegung bringt.

Nun ist es wichtig, diesen Zündfunken zu unterscheiden von dem eigentlichen Ruf. Ich kenne eine Reihe von Menschen, die sich zunächst aus recht trivialen Gründen zum Priesterberuf hingezogen fühlten. Einer war so sehr beeindruckt von den prächtigen Gewändern der Priester bei der Messe (Gott sei uns gnädig!). Ein anderer gestand, aus einer Konkurrenzsituation heraus ins Seminar eingetreten zu sein; er wollte verhindern, von seinem Vetter, seinem Erzrivalen, übertroffen zu werden. Das sind offensichtlich unangemessene Gründe, um Priester zu werden, und halten einer ernsthaften Prüfung der Berufung nicht stand. Doch Gott wählt oft geheimnisvolle Wege. Vielleicht mit irgendeiner Dummheit auf die Idee gebracht, kann es danach sein, daß uns dieses Ziel aus durchaus ernsthaften Gründen nicht mehr losläßt. Die Samariterin fand sich in die Sache Jesu 'hineingezogen' durch eine zufällige Begegnung mit ihm am Brunnen und ist so vielleicht zur ersten Apostelin in ihrem Dorf geworden.

Was also sind die verläßlichen Zeichen einer echten Berufung?

Erstes Zeichen: der 'innere Ruf'

Es ist ein allmählicher Prozeß, in dem wir von den ersten Gedanken und Gefühlen ausgehend zu der Überzeugung gelangen, daß die Annahme der Herausforderung des Priesterberufes bei Gott Gefallen finden würde. Das Ringen im Gebet macht uns bereit, Entscheidungen zu treffen.

Es mag sein, daß du manchmal etwas in deinem Inneren spürst (sozusagen in deinem Herzen), was dich zu Gott hinzieht, was dich in eine Beziehung zu Gott hineindrängt, auch über deinen Willen hinweg.

Verspürst du eine Sehnsucht nach einem priesterlichen Leben? Hast du eine Neigung dazu, fühlst du dich hingezogen? Rufen die Gedanken daran in dir eine gewisse Befriedigung hervor, oder gar Begeisterung und Freude oder sonst ein gutes Gefühl, trotz deiner natürlichen Ängste oder Abwehrinstinkte?
Hast du die Phase bereits erreicht, wo du in deinen Gebeten und Reflexionen die Einladung Gottes an dich spürst, seine Herausforderung an dich als Individuum und sein Verlangen nach deiner Entscheidung?

Diese Dinge sind schwer zu beschreiben, aber jeder, der sie erlebt hat, weiß um ihre Realität.

Siehe auch: Kommt eine Berufung von Gott?

Zweites Zeichen: die Motivation zum Dienen

Betrachten wir zuerst die unlauteren Motive, die zum Priesterberuf verleiten könnten:

Wenn solche unwürdige Motive vorhanden sind, müssen sie entlarvt werden. Sie sind Zeichen gegen eine wahrhaftige priesterliche Berufung.

Das einzig glaubwürdige Zeichen für die Annahme des priesterlichen Mysteriums ist das sehnsüchtige Verlangen, anderen Menschen zu dienen. Ein Priester ist für andere geweiht, nicht für sich selbst. Das Gefühl eines geglückten Priesterlebens stellt sich in dem gleichen Ausmaß ein, als wir anderen zu einem glücklichen Leben verhelfen.

"Priester zu sein bedeutet nicht, eine Karriere im gewöhnlichen Sinn des Wortes zu machen. Es zielt nicht auf Prestige, Status und die Anhäufung von Dingen ab. Es geht vielmehr um die Liebe zu Gott und zu den Menschen und um die Antwort auf Gottes Liebe im Dienst an anderen." (Fr. Edzel)

In der Studie "Der katholische Priester; Psychologische Untersuchungen" von Eugene Kennedy (1972) wurden Priester aufgefordert, einige motivierende Faktoren zu nennen, die zu ihrer Entscheidung für den Verbleib im priesterlichen Dienst beigetragen haben. Hier sind einige der Antworten:

Drittes Zeichen: die Eignung für ein pastorales Amt.

Eignung bedeutet, die Gaben und Charismen zu haben, die im priesterlichen Amt erforderlich sind. In der Praxis sind die Fähigkeit zu einem theologischen Studium und das Talent zur Führung und zur Begeisterung anderer von Bedeutung. Priester zu sein heißt, für andere zu sorgen. Als Priester bist du nur dann nützlich, wenn du vom Temperament und von den erworbenen Kenntnissen her 'gut mit den Menschen kannst'.

Eignung umfaßt auch die Fähigkeit, ein priesterliches Leben in innerer Ruhe, Freude und Großmütigkeit zu leben, ohne daran zu zerbrechen, ohne deine inneren Ressourcen und Energien völlig auslaugen zu lassen und ohne unerträgliche Spannungen. In gewisser Weise wirst du durch das Leben geformt und du mußt selbst dein Leben gestalten und sollst nicht einen erschreckend hohen Preis zahlen müssen, nur um dabei zu bleiben. Es muß gewisse Übereinstimmungen geben zwischen dir mit deinen Interessen, Fähigkeiten und Talenten und solchen Menschen, die bereits im priesterlichen Leben stehen.

Viertes Zeichen: die Bestätigung von außen

Mit einem Urteil über die eigenen Motivationen und Fähigkeiten sollte man vorsichtig sein. Aber wir sind nicht allein. Menschen, die dich kennen, Freunde, Verwandte, Mitglieder deiner Pfarrgemeinde, Arbeits- oder Studienkollegen etc., können dir bei der Beurteilung der Echtheit deiner Berufung helfen. Wenn viele von ihnen in dir einen potentiellen Priester sehen, so ist das ein wichtiges Zeichen der Bestätigung innerhalb der Kirche.

Hier kann ein geistlicher Begleiter hilfreich wirken. Ein geistlicher Führer oder Mentor ist jemand, dem du vertrauen kannst und der dir gegenüber objektiv sein kann. Er (oder sie) wird nicht dein "bester Freund" sein, und wird nicht für dich Entscheidungen treffen. Er wird dir helfen zu reflektieren, worüber du nachdenkst und wie Gott dich in Bewegung setzt. Ein geistlicher Führer wird mit dir gehen auf deinem Weg der Erkenntnis. Bei jeder Priesterweihe gehört es auch nach dem heutigen Ritual dazu, daß der Bischof über jeden Kandidaten nachfragt, ob er von der Gemeinschaft der Gläubigen als würdig und fähig erachtet wird. Es antwortet üblicherweise der Rektor des Seminars, wo der Kandidat ausgebildet wurde, aber er spricht als Vertreter der Gemeinschaft. Die einfachen Menschen wissen sehr wohl, wer sich zum Priester eignet und wer nicht.

Diese Bestätigung von außen ist daher ein wichtiges Zeichen, das dir vor Augen führt, ob du wahrhaft berufen bist.

John Wijngaards

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Übersetzung aus dem Englischen: Michael Mayr, A-4020 Linz.