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Welche Schritte sollte eine Frau tun, wenn sie sich zum Priestertum in der katholischen Kirche berufen fühlt?

Welche Schritte sollte eine Frau tun, wenn sie sich zum Priestertum in der katholischen Kirche berufen fühlt?

1. Hören. Höre auf Gottes Wort, wenn es zu dir spricht. So wie bei Samuel mag es auch bei uns sein, daß wir zuerst nicht wissen, was das ist und wir müssen uns an die Elis in unserem Leben wenden, um zu erkennen daß es Gott ist, der uns ruft. Es sollte dich auch nicht allzu sehr beunruhigen, wenn man dir immer wieder sagt, daß du nicht gerufen bist (vgl. Sam 3, 1-21). Hab Geduld. Wenn es ein echter Ruf ist, so wird er dir selbst und auch anderen deutlich werden. Wir haben das Recht, Gott zu bitten, es uns deutlicher zu zeigen, was unsere Berufung ist. Es liegt aber in Gottes Hand, uns diese Dinge zu offenbaren. Wann und wie er dies geschehen läßt, liegt in seiner Macht.

2. Beten. Sprich im Gebet über das, was mit dir geschieht. Das Gebet ist entscheidend in jeder Phase des Prozesses. In der anfänglichen Wahrnehmung sind die Gebete von Thomas Merton hilfreich. Auch dann, wenn wir befürchten, Fehler zu machen, können wir sicher sein, daß allein schon unsere Sehnsucht, Gott zu gefallen, bei Gott Gefallen finden wird. Wenn wir auch den rechten Weg nicht wissen können, so können wir darauf vertrauen, daß Gott uns auf den richtigen Pfad führen kann.

3. Suche nach Klarheit. Beginne den Prozeß des Erkennens. Er wird ein Leben lang dauern. Kein Priester hat jemals ein für allemal festgestellt, was es ist, zu dem Gott ihn ruft, was Gott mit seinem Leben tun will. Einige Fragen und Selbsttests können dir für den Anfang hilfreich sein. Prüfe deine Gedanken und Gefühle zu anderen Berufungen in der Kirche. Wenn du allein lebst, frage dich, ob du zu einem geheiligten Leben berufen bist. Wenn du verheiratet bist, so frage dich, wie dein Partner zu deiner Berufung steht. Wenn du im Ordensleben stehst, so prüfe die Folgen für deine Berufung, wenn du weiterhin in deiner Kongregation bleibst.

4. Lernen. Entdecke alles was du über das Priestertum finden kannst und was dir hilfreich ist. Von all dem, was für die Priesterweihe von Männern gilt, ist vieles auch für Frauen anwendbar. In den Schriften von modernen Theologen und in örtlichen Diskussionsrunden entsteht allmählich ein weibliches Verständnis von Priestertum. Frauen tragen eine andere historische Gepäckslast und kommen aus einem anderen soziologischen Hintergrund als Männer. Untersuche die Probleme, die sich aus deiner Stellung als Frau ergeben. Die Lektüre einiger Bücher und Dokumente für Priesterkandidaten (wobei 'er' einfach durch 'sie' zu ersetzen ist) kann eine Hilfe für die Überprüfung der Berufung auf ihre Resonanz mit deinem Selbstverständnis als Frau sein.

5. Geistliche Begleitung. Suche dir einen guten geistlichen Führer. Das ist entscheidend. Eine gute geistliche Führung ist von wesentlicher Bedeutung.

6. Vorbild und Mentor. Mentor kann auch dein geistlicher Begleiter sein, die Beziehung ist jedoch anders geartet. Eine Mentorin wird meist eine Frau sein, die du hochschätzt, die über größere Erfahrung als du verfügt, die bereit ist, dir in deiner Entwicklung zu helfen und auch in der Lage, dich dazu zu befähigen.

7. Vernetzung. Unterstütze andere katholische Frauen, die dem selben Ruf folgen. Sie sollen von dir lernen, du sollst von ihnen lernen. Sprich mit Amtsträgerinnen aus anderen Konfessionen. Sie sind den Weg auf die Ordination hin gegangen. Sie wissen über die Probleme und Schmerzen ebenso wie über die Freuden. Höre auch auf Männer. Es gibt ja bereits viele Priester, die in ihrem Dienst gerne bereit wären, mit Frauen zusammenzuarbeiten. Lerne sie kennen und lerne, mit ihnen zu träumen. Unterstütze jene, die ähnlich wie du die Weihe nicht erlangen können, etwa weil der Zölibat nicht ihre Berufung ist, oder weil sie einfach nicht imstande sind, einer Kirche, die die Berufung von Frauen abweist, zu dienen. Stehe zu ihnen in ihrer Ausgrenzung und fordere sie heraus, auch zu dir zu stehen. Suche nach aufrichtigen Menschen, denen du dich mit deiner Berufung anvertrauen kannst. Suche Menschen, mit denen du beten und die Liturgie feiern kannst, so daß du deine Berufung immer in Gemeinsamkeit mit anderen vor Gott hintragen kannst.

8. Studium. Das Zweite Vatikanische Konzil erkannte, daß "die ersehnte Erneuerung der gesamten Kirche in hohem Maße von einem vom Geist Christi beseelten priesterlichen Dienst abhängt" und bestätigt feierlich "die entscheidende Bedeutung der Priesterausbildung" (Optatam Totius §1). Ab einem gewissen Stadium wird es wichtig, theologisches oder philosophisches Wissen zu erwerben und welche weiteren Qualifikationen auch immer dir nötig erscheinen. Wenn du eine Weihe anstrebst, so ist eine solide Basis entsprechender Studien ein guter intellektueller Anfang. Die selben Studien wie für Priester sind oft auch für den Laiendienst, aber auch in weltliche Berufen nützlich. Die Entscheidung für diesen Weg bringt jedoch manchmal auch ein Risiko für Lebensunterhalt oder Karrierepläne mit sich. Auch wenn die Weihe in der Zeit deines Lebens nicht möglich werden sollte, so wirst du zur Bereitung des Weges für andere Frauen und zum Aufbau einer zeitgemäßen Kirche beigetragen haben. Es muß aber auch eine Warnung ausgesprochen werden: Viele theologische und philosophische Lehrgänge sind hinsichtlich der Sprache und der Auswahl der zu studierenden Autoren extrem männlich orientiert, auch dann, wenn sie für Frauen zugänglich sind. Es kann dir schwer fallen, damit fertig zu werden. Es ist daher größte Sorgfalt bei der Auswahl der Lehrgänge, die dich auf deinen Weg weiterführen sollen, geboten.

9. Sorge um den Nächsten. In der Kirche und in der Welt sind viele Menschen noch viel weiter an den Rand gestellt worden als du. Ihnen vor allem soll deine Sorge gelten, auch wenn du dich für dich selbst abmühen mußt. Um Christus ähnlich zu werden, solltest du deine Blick mehr auf die Außenseiter und die Einsamen richten, als auf jene, die in der Kirche hohe Privilegien genießen. Hab keine Angst. Christus hat mit den Pharisäern, den Geistlichen der damaligen Zeit, diskutiert und hat sie herausgefordert, aber viel mehr war er mit den Sündern und Ausgestoßenen, den 'gewöhnlichen' Menschen zusammen.

10. Dienen. Laß deinen Dienst, in dem du tätig bist, entsprechend deinen Fähigkeiten wachsen, damit er Frucht und Erfüllung bringe. Sieh dich um nach dem, was in der Welt Not tut. Welche Fähigkeiten sollst du dafür weiterentwickeln? Nutze alle deine Gaben. In der Welt werden sie alle gebraucht – Musik, Poesie, Kunst, Handfertigkeit, Häuslichkeit, Achtsamkeit, Schreiben, Predigen, Lehren, Nähen, Wissen, Gartenpflege, Umweltbewußtsein, Beratung, Kommunikationstechnik, .... Suche etwas, was dir Freude macht. Höre auf deine innere Stimme. Es gibt Rufe innerhalb einer priesterlichen Berufung. Lebe aus, was in dir ist, wie du nur kannst. In England geben Gesellschaften wie das Network For Lay Ministry Hilfestellungen für kirchlich angestellte Laien (oder solche, die eine Stelle suchen) durch Vermittlung von Berufschancen und für die persönliche Weiterentwicklung. Suche nach ähnlichen Organisationen in deinem Land.

11. Träumen. Was sind deine Träume für die Zukunft? Überlege, welche Art von Dienst du tun willst. Wie steht es um deine Fähigkeit zur Zusammenarbeit? Wie wird die Teamarbeit mit den Männern und Frauen rund um dich gelingen? Was wird deine Aufgabe im Team sein? Wie wirst du jenen begegnen, die mit seelsorglichen Anliegen zu dir kommen werden? Welche deiner Gaben willst du in die Liturgie einbringen und welche Form von Gottesdienst willst du fördern? Wirst du bereit sein, die Berufungen all jener zu fördern, die dich um Hilfe und Anleitung bitten auf der Suche nach Wegen, Gott zu dienen? Versuche, die Priesterin zu werden, die du sein möchtest.

12. Beachtung der eigenen Grenzen. Bewahre deine Energien. Versuche nicht, Kämpfe auszufechten, die du nicht gewinnen kannst. Beginne nicht zu vieles auf einmal. Suche andere, die mit dir gehen und kämpfe nie für dich allein. Achte darauf, nie den Mut zu verlieren und bewahre dir deine Redlichkeit.

13. Umgang mit Einwänden. Einige Leute werden sich immer gegen jede Erwägung der Priesterweihe für Frauen stellen. Es ist nicht leicht, mit ihrer Gegnerschaft zurecht zu kommen. Manchmal müssen wir diesen Widerständen einfach aus dem Weg gehen. Dennoch ist es wichtig, willkürliche und allgemeine Einwände gegen Frauen in priesterlicher Funktion zu unterscheiden von solchen, die für dich persönlich gelten mögen. Zu letzterem suche gründlichen Rat. Nicht jeder, der dich herausfordert oder dir von deinem Streben nach der Weihe abrät, ist automatisch gegen dich. Wenn jemand, dem du vertraust, einen Zweifel über deine Eignung äußert, so prüfe, ob du dazu etwas verändern kannst. Schritte in Richtung einer Vervollkommnung sind immer möglich. Auch wenn der Zugang zum Priestertum für Frauen nun offen wäre, bliebe dennoch die Tatsache bestehen, daß nicht jede Frau, die sich berufen fühlt, auch tatsächlich geweiht werden kann.

14. Loslassen, wenn dich der Ruf nicht wirklich trifft. Manche Frauen erreichen Klarheit und Sicherheit über ihre Berufung und erleben vielleicht auch ein positives Echo aus ihrer Umgebung. Für viele aber steht am Anfang nur eine leise Ahnung und manche verabsäumen das genaue Hinhören. Auch unter den vielen jungen Männern, die einmal für sich das Priestertum erwogen haben, sind nur wenige, die dann tatsächlich die Weihe anstreben. Unser Priestertum ist in der Taufe begründet. Es sollte daher niemanden überraschen, wenn auch Frauen ernsthaft erwägen, ob sie von Gott zu dem besonderen Schritt auf das sakramentale Priestertum hin gerufen sind. Ebenso soll es nicht überraschen, wenn viele von diesen Frauen irgendwann erkennen, daß nicht die Weihe ihre Berufung ist, sondern sich statt dessen für eine tiefere Jüngerschaft im priesterlichen Volk Gottes entscheiden.

15. Zeugnis geben. Ergreife jede sich bietende Gelegenheit, um über deine Berufung zu sprechen. Du bist ein Licht für die Welt und niemand wird ein Licht entzünden, um es dann unter dem Scheffel zu verbergen. Rede mit deinem Pfarrer, mit einem geistlichen Führer, mit deinem Bischof. Frage sie, wie sie deine gottgegebenen Talente und Begabungen im Dienst am Reich Gottes zu nutzen gedenken. Es könnte eine freudige Überraschung für dich werden, von den bereits im Dienst der Kirche stehenden viel guten Willen und Unterstützung für Frauen, die sich ihnen anschließen wollen, zu erleben. Du könntest aber auch in Schwierigkeiten geraten, du könntest kritisiert werden. Jesus hat darunter gelitten und dabei war er ohne jede Schuld; wer bist du, zu versuchen, dem zu entkommen? Höre auch auf die negativen Stimmen. Sie könnten recht haben. Bleibe immer bescheiden. Aber stehe fest zu den Gnaden, die Gott dir geschenkt hat, und verleugne sie nicht. Durch deine Berufung bist du herausgehoben. Vertraue auf Gott, daß er dir für den Umgang mit Kritikern die nötige Redegewandtheit verleiht und bedenke dabei: ein gläubiges Leben spricht mehr als tausend Worte.

16. Aktion. Vielleicht bist du auch gerufen, deine Unterstützung der Frauenordination in die Öffentlichkeit zu tragen. Entscheide für dich, was der Sache dienlich sein könnte. Aktionsgruppen gibt es in England, Irland, Australien, USA, Neuseeland, Deutschland und Österreich.

17. Gottvertrauen. Über allem vertraue auf Gott, wenn du dich als Werkzeug in seinen Dienst stellst. Als Petrus und Paulus sich vor dem Hohen Rat verteidigen mußten, sagte der Pharisäer Gamaliel: "Wenn hinter dieser Bewegung nur Menschen stehen, so wird sich alles von selbst auflösen. Wenn aber tatsächlich Gott dahinter steht, so seid ihr nicht nur machtlos gegen sie, sondern am Ende zeigt sich, daß ihr gegen Gott selbst gekämpft habt." (Apg 5,38-39)

18. Liebe. Suche vor allem die Liebe zu Gott und zu deinem Nächsten zu mehren. Versuche, Christus näher zu kommen und halte fest an deiner Beziehung zu ihm. Um seine Dienerin zu sein und um in seinem Namen zu sprechen, mußt du Klarheit darüber haben, was er dir bedeutet und wie du ihn in anderen Menschen findest.

"Die Ernte ist groß, aber es gibt zu wenige Arbeiter. Bittet also den Herrn, dem diese Ernte gehört, daß er Arbeiter schickt, um die Ernte einzubringen. Und nun geht! Denkt daran, ich sende euch wie Lämmer unter die Wölfe." (Lk 10, 2-3)
Colette Joyce

Siehe auch: Reflexionen über den Weg einer Frau zur Priesterweihe

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Schritte nach der Berufung

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Übersetzung aus dem Englischen: Michael Mayr, A-4020 Linz.