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Monique

Monique

Monique - der Name wurde auf ihren eigenen Wunsch hin aus Gründen der Anonymität geändert - arbeitete als Missionarin in Afrika. Wir berichten hier über die Geschichte, die sie 1973 erzählte, als eine Kontaktgruppe aus Frankreich Daten über katholische Frauen, die sich zum Priestertum berufen fühlen, sammelte. Insgesamt wurden 33 "Berufungsgeschichten katholischer Frauen" gesammelt. Die Sammlung wurde bis jetzt nicht veröffentlicht.

Moniques Geschichte wurde erstmals in "Dans les Églises, de Femmes aussi sont ministres" (= Von den Kirchen, in denen auch Frauen Priester sind"), Actes du Seminaire, Femmes et Hommes en Église (68, rue de Babylon, 75007 Paris), 1996, pp. 82-85. Übersetzt von John Wijngaards und mit der Erlaubnis des Seminarveranstalters auf der Website www.womenpriests.org veröffentlicht.

Meine Berufung

Seit ich jung war, beobachtete ich, wie Priester lebten und ich wollte wie sie sein. Deshalb richtete ich mein Leben so ein, um so weit wie möglich im Einklang mit diesem Ideal zu stehen.

Ich träumte davon, ein Landpfarrer zu sein. Das konnte natürlich nicht sofort realisiert werden. Ich durchschritt viele Stufen. Ich wurde Lehrer und war aktiv in meiner Pfarre tätig. Dann versuchte ich es für eine gewisse Zeit in einer religiösen Kongregation, die besonders dazu gegründete worden war, um Priestern in ihrer Apostolatsarbeit zu helfen. Diese musste ich jedoch aus gesundheitlichen Gründen verlassen. Daraufhin nahm ich meine Lehrertätigkeit wieder auf und begann erneut, mich in mehreren Pfarren einzusetzen. Aber ich suchte weiterhin nach einer vollkommeneren Hingabe.

1965 wurde mir die Möglichkeit geboten, als Freiwillige nach Afrika zu gehen. Da ich den Weg, auf den mich der Herr berief, folgen wollte, nahm ich das Angebot an. Dieses bedeutete, in einem kleineren Seminar Katechismus und Religion zu unterrichten. Ich versuchte auch, mich in der Pastoralarbeit der Diözese zu integrieren.

Nach den ersten vier Jahren wurde ich gebeten die Unterrichtstätigkeit aufzugeben und mich ganz dem Katechismuszentrum zu widmen, vor allem an neuen Programmen und Leitfäden sowohl für die Schüler, Lehrer und Katechumen zu arbeiten. Glücklicherweise war dabei auch praktische Pastoralarbeit miteingeschlossen. Gleichzeitig war ich Sekretärin des Missionsteams der Stadt: Priester, Laienbrüder, Schwestern, die ihre Dienste zu koordinieren versuchten. In all diesen Aufgaben arbeitete ich als Mitarbeiterin der Priester. Das kam mir alles sehr entgegen - zum Erstaunen anderer Frauen, aber im allgemeinen mit dem Einverständnis der Priester.

Zum Priester ernannt

Der Priestermangel ließ immer mehr unbesetzte Stellen im Land zurück. Ein Bezirk, der seit 20 Jahren vakant war, dessen Bevölkerung sich aber auf Grund von Erdölabbau vervielfachte, benötigte einen Priester. Aber wen hätte man senden können? Ein Priester schlug dem Erzbischof vor, mich zu bitten, ob ich nicht dorthin gehen wollte. Ich zögerte: Ich sah die Einsamkeit und Verantwortung voraus. Ich dachte, dass diese Menschen wie Schafe ohne Hirte wären, dass der Herr mich bat, ihn zu vertreten.

Ich bedachte auch, dass diese schwierige Aufgabe ein Beitrag für die Zulassung von Frauen zum priesterlichen Dienst sein könnte. Gemäß einer afrikanischen Redeweise sagte ich also zum Herrn: "Sieh meinen Körper und sende deinen Geist über ihn!"

In der Folge betraute mich der Erzbischof mit diesem Bezirk, für den ich ihm nun direkt, als der Pfarrer, Rechenschaft ablegen musste. Und so war die Pfarre St. Andreas geboren, eine riesige Pfarre, viel größer als die französische Provinz und doch nicht weniger besiedelt.

Bezüglich der sakramentalen Aufgaben hatte ich ein Abkommen mit den Fidei Donum Priestern (Priester aus europäischen Diözesen, die für ein Jahr in der Mission arbeiten). Ich musste auf sie wegen der Gewalt, das Opfer Christi zu feiern, die Vergebung des Herrn zu vermitteln und die Kranken zu salben, zurückgreifen.

Die Sehnsucht nach dem Priestertum, die mich niemals verlassen hatte, gab mir ein klares Verständnis für meine Berufung, eines besonderen Anrufs des Herrn an mich. Wie all die anderen Priester, wollte er auch, dass ich die Missionsaufgabe der Apostel fortführe.

Ich fühlte mich selbst völlig als Priester dieser Menschen, die mir von der Kirche anvertraut worden waren. Damit betraut, für sie das Heilswerkzeug Christi zu sein, wollte ich mein Leben für sie geben, wollte ich ihnen völlig zu Diensten sein, damit sie Christus begegnen könnten und somit sein Leben empfingen.

Während ich mir die ganze Zeit meiner eigenen Einschränkung bewusst war, sah ich aber auch das Wirken Christi durch mich. Ich glaube, dass Priester Jesu Christi zu sein, die totale Hingabe an seine Heilsaufgabe bedeutet. Es muss jeder Mensch mit der Kirche selbst entscheiden, wie diese Gabe gelebt werden kann.

Mein "priesterlicher" Dienst

Wie versuche ich selbst meine Berufung in dieser speziellen Zeit und an dem Platz in der Kirche, wohin mich Christus gestellt hat, zu leben?

Ich bete jeden Tag für die Menschen, die mir vertraut haben und ich bete auch in seinem Namen. Ich versuche, umgänglich für sie zu sein: Sie willkommen zu heißen, sie zu besuchen, ihrem Leben Aufmerksamkeit zu schenken, ihnen meine brüderliche Offenheit zu zeigen, ihnen immer und bei allem zuzuhören, das sie mit mir teilen wollen: Ihre Fragen und Sorgen, Fehler und Freuden, Leiden und Sehnsüchte...... Die Verkündigung des Wortes Gottes in den Katechismusstunden und dessen Feiern benötigt viel meiner Zeit. Am Nachmittag habe ich Sitzungen, um Frauen auszubilden. Die Treffen mit jungen Arbeitern an den Abenden in der Bibliothek ist für mich eine Möglichkeit, um ihnen zu zeigen, dass die Frohbotschaft des Heils sich über das ganze Leben erstreckt.

Männer, egal ob alt oder jung, bringen mir als Frau dasselbe Vertrauen entgegen. Ich führe oft tiefe Gespräche mit ihnen, und sie bitten mich um die Beichte.

Einer der anderen Priester kommt gelegentlich vorbei, einmal alle zwei Monate oder weniger oft, um die Hostien für die Heilige Eucharistie zu konsekrieren, um Beichte zu hören und die Messe zu feiern. Wenn ich nach einem Monat der Abwesenheit zurückkomme, bringe ich manchmal mit dem Flugzeug ein Ziborium voll mit konsekrierten Hostien, die ich dann mit dem Bus oder dem Kanu zu den Dörfern mitnehme. Die Heilige Kommunion ist mein tägliches Werkzeug. Sie erlaubt den Leuten aus den Dörfern, die ich besuche, die Vereinigung mit dem Opfer Christi, sodass sie seine Liebe erleben dürfen.

Ich ärgere mich immer mehr und mit immer größerer Sorge, dass ich nicht alle Bedürfnisse der Menschen in ihrer Begegnung mit Gott ganz erfüllen kann. Ich denke an diese Menschen, die oft seit Jahren keinen Priester mehr gesehen haben, solche, die während eines vertraulichen Gesprächs oft spontan ihre Sünden bekennen. Ich würde ihnen so gerne hier und sofort das sakramentale Zeichen der Vergebung schenken!

Wenn sich die Christen an den Sonntagen oder zu den Gelegenheiten, wenn ich durch ihre Dörfer komme, versammeln, hören wir gemeinsam das Wort Gottes, wir versuchen, unsere Reflexionen darauf miteinander zu teilen, zu feiern. Aber immer mehr fühle ich, dass ich dann in der Lage sein müsste, auf ihre spirituellen Bedürfnisse mit der Erneuerung der Eucharistie Christi, der lebendigen Erinnerung seiner Liebe und seines Opfers und als sakramentales Zeichen unserer Gemeinschaft mit ihm und untereinander, voll eingehen zu können.

Ich wäre gerne - um meiner Leute willen - geweiht

Jesus Christus, der weiß, dass die Menschen konkrete Zeichen von Gottes Plan und seinem Wirken unter uns brauchen, setzte als sichtbare Zeichen die Sakramente ein und die Kirche gibt sie an uns weiter

Ich habe eine starke Sehnsucht - die jeden Tag, den ich hier in der Mission, die mir die Kirche anvertraut hat, verstärkt wird - , Priester zu sein, geweiht zu werden, geweiht in meinem ganzen Wesen, um den Plan Gottes unter den Menschen zu erfüllen, seine Sakramente weiterzuführen, weiterzuführen die Gesten Christi, die uns retten und uns Leben schenken. Ich versuche, jeden Tag mein Leben hinzugeben. Vom frühen Morgen bis zur späten Nacht sind meine Tage angefüllt mit den Tätigkeiten eines Priesters, betraut mit der Verantwortung für eine christliche Gemeinde. Ich heiße die Weihe, die dieses Leben und mein ganzes Sein vom Standpunkt dieses Lebens segnen würde, willkommen, damit es eine Erinnerung an Christi Worte" Tut dies zu meinem Gedächtnis" sei, eine Tat in seinem Namen.

Ich würde mein Weihe begrüßen, obwohl ich mir meiner Fehlerhaftigkeit bewusst bin, aber ich werde mir auch immer mehr der Mission bewusst, die mir die Kirche anvertraut hat. Ich möchte dieses Amt voll erfüllen können im Dienste der Menschen, im Hinblick auf all ihre spirituellen Nöten. Ich möchte ihnen helfen, von Gott geheiligt zu werden, für sie also ein Werkzeug der Erlösung Christi sein.

Monique, 1973

Übersicht

Zeichen einer Berufung

Der Weg zum Ziel

Schritte nach der Berufung

Umgang mit Kritikern

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Dieses Dokument kann frei verwendet werden. Wir ersuchen jedoch um die Quellenangabe www.womenpriests.org.