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Nachwort

Nachwort

von Haye van der Meer.
Priestertum der Frau? Herder, (Questiones Disputatae)1969, pp. 194-196

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Mit all dem Vorausgehenden hoffen wir klargemacht zu haben, daß es für einen eigentlichen Beweis „pro” oder „contra” noch vieles zu tun gibt. Manches ist bei weitem noch nicht geklärt, jedenfalls noch nicht in dem Maße, daß man entweder sagen könnte, die These der Dogmatiker sei sicher schon methodisch sauber bewiesen oder aber sie sei sicher unrichtig.

Es war nicht unsere Absicht, den Unterschied zwischen Mann und Frau, den es sicher immer gibt, auch wenn er wandelbar wäre, auf Null zu reduzieren. Wir haben nur untersuchen wollen, ob dieser Unterschied — der sicher früher zu Unrecht übertrieben und als auf diese Weise für alle Zeiten fixiert dargestellt wurde — relevant ist für die Frage, ob die Frau vom kirchlichen Amt ausgeschlossen ist.

Wie F. Leenhardt mit Recht bemerkt hat, liegt die Nichteignung der Frau zum heutigen Pfarreramt auf der Hand. Das kommt aber wenigstens zum Teil auch davon, daß das Pfarreramt in seiner traditionellen Gestalt vom Mann geprägt worden ist(1). Daher ist diese Arbeit nicht unternommen worden, um jenen Mädchen zu Hilfe zu kommen, die jetzt gerne zum Priester geweiht werden möchten, wie früher etwa eine heilige Katharina von Siena(2). Denn diese Mädchen möchten etwas sein, was sie affektiv nur als etwas typisch Männliches haben erfahren können. Die theoretisch-spekulativen Überlegungen, die sie angestellt hätten, etwa im Sinne dieser Arbeit, können daran nichts ändern, denn auf dieser psychologischen Ebene zählt das affektive Erlebnis mit. Diese Mädchen haben also u. E. zum Teil ungesunde Wünsche. Ihr Verlangen deutet darauf hin, daß sie sich noch nicht mit ihrem eigenen Geschlecht haben identifizieren können. Gott behüte uns vor solchen unausgeglichenen Priestern.

Wir sollen uns also auch nicht jetzt konkret vorstellen wollen, wie es sein würde, wenn eine Frau am Altar stände oder im Beichtstuhl säße. Auch wir kennen das geistliche Amt nur als männlich und würden uns bei solchen Vorstellungen unwohl fühlen. Aber ob das immer so bleiben wird? Gibt es keine langsamen Änderungen in der Hinsicht?

Eine der holländischen weiblichen Pastoren, Frau Domina Van Wilsum, erzählt, wie einmal ein Kind aus ihrer Gemeinde bei Verwandten in einer anderen Gemeinde verblieb. Als der männliche Pastor von dieser ändern Gemeinde auf Besuch kam, sagte das Kind erstaunt: „Wieso ist dieser Herr der Pastor? Das kann er doch nicht, er ist doch ein Mann!”(3)

Aber die Frage ist nicht, ob die Frau das männlich geprägte Pfarreramt ausüben könne, sondern ob das Pfarreramt nur männlich sein muß und nur männlich sein kann. Die Frau würde auf jeden Fall das Pfarreramt auf eine weibliche Weise erfüllen müssen. Sehr zutreffend wurde von Barth dargelegt, daß der Inhalt des Gebotes des Herrn von I Kor 14, 37 eben dies ist: daß eine Frau sich immer als Frau zu benehmen hat:

„Das Gebot des Herrn weist den Mann und die Frau je an ihren als den für ein jedes sinnvollen, rechten und heiligen Ort; es stellt alle Ausbrüche nach der Gegenseite unter Verbot. Kann man es anders auslegen und anwenden, als Paulus es getan hat — es ist ja das lebendige Gebot des lebendigen Herrn —, so kann man es doch in dieser seiner entscheidenden Aussage und Forderung, will man es überhaupt respektieren, keinen Augenblick und in keinem denkbaren Sinn außer Kraft setzen wollen(4). Diese Arbeit wurde aus einer zwar un-augustinischen und un-thomasischen, aber doch wohl berechtigten männlichen Demut heraus unternommen, nämlich aus dem Zweifel, ob wir Männer es besser untereinander schaffen können als mit Hilfe der Frauen; ob wir Männer der Fülle der Aufgaben des Amtes gerecht werden; ob wir wirklich die „Fülle der Gottheit Christi” zur Genüge repräsentieren können(5).

Vielleicht hat es Zeiten gegeben, in denen der Mann diese Aufgabe erfüllen konnte. Aber so wie nach C. G. Jung mit dem Erwachsenwerden der individuelle Mann seinen Anima-Aspekt (das Weibliche in ihm) immer mehr zum Ausdruck bringt (bringen soll), während in der Frau der Animus zur Geltung kommen soll(6), so möchte man meinen, daß in einer zur Fülle des Eschaton wachsenden Kirche und Menschheit auch die Männer den Frauen mehr Platz einräumen sollen und die Frauen mehr geeignet werden, den Mann Christus zu repräsentieren. Diese Inversion liegt natürlich nicht auf biologisch-physischer Ebene (da wäre sie auf jeden Fall eine Perversion), sondern auf der psychisch-spirituellen. Aber wer würde behaupten, daß die Repräsentation Christi sich auf biologisch-physischer Ebene vollziehen müßte?

Das war der Hintergrund dieser Arbeit. Ob es dem Verfasser gelungen ist, mehr Klarheit zu bringen? Er würde schon zufrieden sein, wenn er mit Augustinus sagen dürfte(7):

„Auf mancherlei Art ist die Frage ins Gedränge geraten. Alles, was ich gesagt habe, habe ich deshalb gesagt, um die Schwierigkeit der Frage zu vergrößern. Ihr seht, (daß diese Frage) sich mit Recht stellen läßt und beinahe unlösbar (ist).”

Endnoten

1. F. J. Leenhardt und F. Blanke, Die Stellung der Frau im Neuen Testament und in der alten Kirche (Zürich 1949) 3 f. (Kirchliche Zeitfragen 24).

2. E. Krebs, Vom Priestertum der Frau: Hochland 19 (1922) 199.

3. Vgl. Katholieke Illustratie 17. Juni 1961.

4. Karl Barth KD HI/4,173.

5. Nicht genügend scheint uns also die Lösung, die Charlotte von Kirschbaum vorschlägt: „Es geht nicht um eine Ergänzung des Pfarrerstandes durch einige weibliche Mitglieder... Die Frau soll als Dienerin am Wort nicht über, sondern in der Gemeinde stehen. Sie wird in ihrer Person nicht distanzierend, sondern verbindend zwischen Amt und Gemeinde wirken.” Charlotte von Kirschbaum, Der Dienst der Frau in der Wortverkündigung (Zürich 1951) 28 (Theologische Studien 31).

6. Vgl. H. Thurn, Animus und Anima: GuL 26 (1953) 50 ff.

7. Augustinus, Sermo 244: PL 38,1149.

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