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Reaktionen auf frauenfeindliche Blockaden in der Kirche

Ida Raming

(erschienen in: Orientierung Jg.64, 2000, S. 100-103 u. S.111-114) Zit. in: L’Osservatore Romano, Wochenausgabe in deutscher Sprache, v. 17.03.2000, S. 3.

Initiativen zur Durchsetzung des Menschenrechts auf Ausbildung und freie Berufswahl für Frauen - angesichts antifeminischer Blockaden in der römisch-katholischen Kirche

Von vielen Seiten ist das Schuldbekenntnis, das am 12. März 2000 von Papst Johannes Paul II. und einigen Vertretern der Kurie in feierlicher Form abgelegt wurde, als Markstein oder Wendepunkt in der zweitausendjährigen Geschichte der katholischen Kirche bezeichnet worden. Zahlreiche Kommentare betonten die historische Bedeutung dieses Mea Culpa, nicht nur in bezug auf die Vergangenheit der Kirche, sondern ebenso im Blick auf ihre Zukunft. So interpretierte beispielsweise die italienische Zeitung La Stampa: „Der Tag der Vergebung markiert den endgültigen Übergang vom Triumphalismus zum Nachdenken, vom Absolutismus zur Demut (...). Theologen und Nichttheologen haben sich vielleicht noch nicht genügend bewußt gemacht, dass diese Wende eine Reise ohne Wiederkehr bedeutet und dass noch andere Wenden folgen werden." (1)

Schuld an Frauen im päpstlichen Schuldbekenntnis?

Aber gilt solche Einschätzung des päpstlichen ‘Mea culpa’ auch im Hinblick auf die Stellung der Frau in der römisch-katholischen Kirche? Das Schuldbekenntnis(2) selbst enthält nur sehr spärliche Worte über die zahlreichen Vergehen an den Frauen in der Geschichte der Kirche, wobei die Wortwahl zudem noch sehr allgemein und unpräzise ist. Das „Bekenntnis der Sünden gegen die Würde der Frau und die Einheit des Menschengeschlechts" lautet folgendermaßen: „Laßt uns für alle beten, die in ihrer menschlichen Würde verletzt und deren Rechte unterdrückt wurden. Laßt uns beten für die Frauen, die allzu oft erniedrigt und ausgegrenzt werden. Wir gestehen ein, dass auch Christen in mancher Art Schuld auf sich geladen haben, um sich Menschen gefügig zu machen." Dabei ist auffallend, dass vor allem die Täter nicht näher benannt werden, so dass unklar ist, wer sich hinter dem allgemeinen Ausdruck „Christen" verbirgt. Passivische Formulierungen verstärken diesen Eindruck noch. Der Text enthält keinerlei Eingeständnis, dass sich unter den Christen, die „in mancher Art Schuld auf sich geladen haben, um sich Menschen(!) gefügig zu machen", nicht zuletzt auch Vertreter der kirchlichen Hierarchie befunden haben. Erst recht fehlt das Eingeständnis, dass es Männer waren, die Frauen dies antaten. Das gleiche gilt für das folgende Bekenntnis des Papstes in der sich anschließenden Bitte um Vergebung: „Auch die Christen haben sich schuldig gemacht, indem sie Menschen(!) ausgrenzten und ihnen Zugänge verwehrten." Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass in der Formulierung alles vermieden werden sollte, was auch nur entfernt eine Handhabe liefern könnte für irgendwelche Forderungen in Gegenwart und Zukunft im Hinblick auf die Stellung der Frau. Das wird erst recht deutlich an folgender Aussage: „Auch die Christen .... haben Diskriminierungen zugelassen aufgrund von unterschiedlicher Rasse und Hautfarbe." Fraglos ist hier die Kategorie Geschlecht absichtlich weggelassen. Für diese Vorgehensweise bzw. Aussparung gibt es auch in anderen kirchenamtlichen Texten eindeutige Belege.(3) Dass Frauen von Diskriminierungen und Ausgrenzungen um ihres Geschlechtes willen in der gegenwärtigen Kirche schwer betroffen sind, sollte erst gar nicht ins Blickfeld kommen.

In der von der Internationalen Theologischen Kommission erarbeiteten „Interpretationshilfe"(4), die als offizielle Erläuterung zum päpstlichen Schuldbekenntnis auf Anordnung des Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal Joseph Ratzinger, diesem vorangeschickt wurde, wird denn auch von vornherein und sehr entschieden „die Rücknahme oder Relativierung früherer lehramtlicher Aussagen" - als mögliche Konsequenz aus der Vergebungsbitte - ausdrücklich ausgeschlossen.(5) Bleibt in diesem Zusammenhang noch unklar, welche kirchliche Lehren denn näherhin gemeint sein könnten, so gibt das Vorwort des Herausgebers die nötige Interpretationshilfe: „Es wäre nur eine weitere Form der Instrumentalisierung der Kirchengeschichte, wenn Christen ... den Papst zur Vergebung nötigen wollten für das, was sie für ein Versagen der Kirche angesichts der Herausforderungen der Gegenwart halten, ... wenn sie die Lehre von der dem Mann vorbehaltenen Weihe mit den Themen der Vergebungsbitte vermengen, weil sie meinen, dass, ähnlich wie im Fall Galilei, die Tradition der Kirche von falschen naturwissenschaftlichen Annahmen ausgehe.(6)" So ist also die Absicht der gegenwärtigen vatikanischen Kirchenleitung eindeutig, dass das Mea Culpa im Hinblick auf die Frau nur symbolhaften, zeremoniellen Charakter haben soll, ohne irgendeine Auswirkung auf Lehre und Praxis der Kirche in Gegenwart und Zukunft. Das wiederum bedeutet: Der gegenwärtige Status der Frau in der Kirche, ihr Ausschluß von allen Weiheämtern um ihres bloßen Geschlechtes willen - mit den schwerwiegenden Folgen für die Kirche im ganzen wie für sie persönlich - soll aufrecht erhalten werden. Wie bereits öfter von Johannes Paul II. und von der Glaubenskongregation betont, handelt es sich bei der gegenwärtigen Stellung der Frau in der Kirche nicht um eine Diskriminierung.(7) Das Interpretations- und Definitionsmonopol im Hinblick auf die Beurteilung dieses Sachverhalts wird damit groteskerweise von den Herrschenden beansprucht: Männer der Kirche, die ranghöchsten Vertreter der Hierarchie, erklären den von ihren Lehrentscheidungen schwer Betroffenen, wie sie diese zu empfinden bzw. nicht zu empfinden haben. So ist die Unterdrückung und Manipulation perfekt! Angesichts solchen Ausmaßes an Repression stellt sich die Frage von selbst, ob sich noch eine Spur von Widerstandswillen in den Betroffenen regt; ob noch ein Funke von Ehrgefühl unter der „Asche" und Last einer jahrtausende- langen Unterdrückung lebendig ist, der vielleicht einmal ein „Feuer" des Widerstandes gegen widergöttliche männliche Anmaßung entfachen könnte. Diese bittere Frage ist nur allzu berechtigt, besonders im Hinblick auf das gegenwärtige „Klima" innerhalb der römisch-katholischen Kirche.

Auswirkungen des gegenwärtigen kurialen Zentralismus

Angesichts eines ausgeprägten Zentralismus, der von der vatikanischen Kirchenleitung ausgeübt wird, hat sich nämlich bei vielen reformorientierten Mitgliedern der Kirche unter dem Pontifikat Johannes Pauls II. ein extremes Gefühl der Lähmung und Ohnmacht ausgebreitet. Alle Schichten bzw. Stände der Kirche sind von dieser anhaltenden Repression, die vom Vatikan ausgeht, betroffen: Die Bischöfe werden wie „weisungsgebundene Beamte" des Papstes behandelt.(8) Ihre eigenständige Vollmacht wird „ausgehöhlt und desavouiert"(9) Aber - was noch entmutigender ist - sie bieten, abgesehen von seltenen Ausnahmen, mehrheitlich dagegen keinen Widerstand auf. Ihr Treueid dem Papst gegenüber (vgl. can. 380 CIC) hat für sie offenbar einen höheren Rang als das befreiende Wort des Petrus: „Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen" (Apg. 5,29).

Den Bischöfen wiederum sind die Priester zum Gehorsam verpflichtet.(10) Abgesehen von einigen Solidaritäts- und Reformgruppen, die eine kritische Sicht der gegenwärtigen Kirchenstruktur entwickeln, scheint sich auch bei ihnen kein nennenswerter Widerstand zu rühren, obwohl sie verpflichtet werden, Verantwortung für immer mehr Gemeinden zu übernehmen, so daß von wirklicher „Seelsorge" vor Ort schon lange keine Rede mehr sein kann.

Die Laien bilden die Basisschicht der hierarchischen Pyramide. Sie schulden nach can. 212 § 1 CIC den „geistlichen Hirten" Gehorsam; sie werden geleitetet und haben für das Ganze der Kirche keine Jurisdiktionsvollmacht (vgl. cc. 129 § 1; 274 § 1 CIC) und damit auch kein Stimmrecht in beschlußfassenden Gremien, in denen es um die verbindliche Glaubens- und Sittenlehre sowie um die Gesetzgebung der Kirche geht. Aber am bedrückendsten und trostlosesten von allen genannten Schichten/Ständen ist die Lage der weiblichen Laien. Sie stehen zuallerunterst in dieser hierarchischen Pyramide. Ihre - im Wortsinn - aussichtslose Situation ist durch Lehrentscheidungen unter dem Pontifikat Pauls VI., vor allem aber unter dem des jetzigen Papstes gegen die Frauenordination(11) herbeigeführt worden, die im Laufe seiner Amtszeit immer schärfer wurden.

Menschenrecht auf freie Berufswahl -

Die Frauen in der römisch-katholischen Kirche befinden sich also in einem geistlichen Gefängnis, das vom Kirchengesetz („Die heilige Weihe empfängt gültig nur ein getaufter Mann.", can. 1024 CIC) sowie von der dieses stützenden Lehre umstellt ist. Sie sind betroffen von einem Berufsverbot, insofern sie keinen Zugang zu den geistlichen Ämtern (Diakonat, Presbyterat) haben - mit allen sich daraus ergebenden schweren Folgen für die Kirche im ganzen wie für sie persönlich. Ihnen ist somit die freie Wahl des Lebensstandes verwehrt, wie sie in der Enzyklika Johannes’ XXIII. ‘Pacem in terris’ (1963) für jeden Menschen in der Kirche als Grundrecht erklärt worden ist: Die Menschen haben „das unantastbare Recht, jenen Lebensstand zu wählen, den sie vorziehen: dass sie eine Familie gründen, in der Mann und Frau gleiche Rechte und Pflichten haben, oder dass sie das Priestertum oder den Ordensstand ergreifen können."(12) Immerhin ist die freie Wahl des Lebensstandes den „Christifideles" auch im CIC/1983 als Grundrecht zugestanden, wenngleich der entsprechende can. 219 („Alle Gläubigen haben das Recht, ihren Lebensstand frei von jeglichem Zwang zu wählen.") nur noch ein schwacher Widerhall des ihm zugrunde liegenden Textes der Enzyklika ist.(13) Wenn ein entgegenstehendes Gesetz die freie Wahl des Lebensstandes verhindert, wie im Fall des Ausschlusses der Frauen von den Weiheämtern um ihres Geschlechtes willen (c. 1024 CIC), liegt nicht nur ein schwerer Eingriff in die Freiheit des (weiblichen) Individuums vor, sondern zugleich auch ein gegen das freie Wirken des göttlichen Geistes gerichteter Akt, für den es keine Rechtfertigung geben kann. Denn die göttliche Geisteskraft „weht, wo sie will" (vgl. Joh 3,8), und teilt ihre Gaben in einer von Menschen a priori nicht berechenbaren Weise mit, „wem sie will" (vgl. 1 Kor 12,11). Zu diesen Charismen gehört auch die Berufung zum priesterlichen Dienst. Gott ist frei, Frauen wie Männer zu diesem Dienst zu berufen. Wer wollte sich anmaßen, Gott vorzuschreiben, die für den priesterlichen Dienst geeigneten Charismen ausschließlich an das männliche Geschlecht zu binden? Und doch geschieht dieses Ungeheuerliche, diese Mißachtung der Freiheit des göttlichen Geistes von seiten der vatikanischen Kirchenleitung, solange Frauen um ihres Geschlechtes willen von den Weiheämtern ausgeschlossen sind.

Die Ehrfurcht vor dem Geist Gottes gebietet es aber, die kirchliche Lehre und Rechtsordnung so zu gestalten, dass dem freien Wirken der göttlichen Geisteskraft keine Schranken entgegengesetzt werden. Insofern ist das Recht der freien Wahl des Lebensstandes ein zutiefst religiös verankertes Recht. Es korrespondiert dem freien Wirken des göttlichen Geistes und schafft allererst die Voraussetzung dafür, dass Menschen beiderlei Geschlechts dem Ruf Gottes an sie in Freiheit antworten können und nicht durch ungerechte Gesetze daran gehindert werden.(14)

Wenngleich zwar nicht ausdrücklich religiös motiviert, so doch durch die unantastbare Würde jedes Menschen, unabhängig von Rasse, Geschlecht und Herkunft, begründet, zählt die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte vom 10. Dezember 1948 die freie Berufswahl zu den grundlegenden Menschenrechten.(15) Zivilisierte Staaten, die sich an den Menschenrechten orientieren, haben das Grundrecht auf freie Berufswahl und Berufsausbildung in ihren Verfassungen verankert. Bekanntlich gelten diese Grundrechte für beide Geschlechter gleichermaßen, da Diskriminierung aufgrund des Geschlechts ausdrücklich als Verstoß gegen die Menschenrechte zu verurteilen ist.(16) Es ist ein Paradox , ja ein Skandal, dass höchste Amtsträger der römisch-katholischen Kirche, die nicht müde werden, die Menschenrechte im weltlichen bzw. staatlichen Bereich einzufordern, in ihrem eigenen Bereich grundlegende Menschenrechte nicht anerkennen. Obwohl die Menschenrechte ohne die biblische Botschaft von der gleichen Würde jedes Menschen vor Gott nicht denkbar sind, wird diese Errungenschaft im internen kirchlichen Bereich außer acht gelassen, gehört doch der Apostolische Stuhl nicht zu den Unterzeichnern der „Europäischen Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten".(17) Diese Verweigerung wurde schon mehrfach scharf kritisiert - bislang aber ohne Erfolg. Davon betroffen sind vor allem die Frauen in der römisch-katholischen Kirche. Ja, es ist zu vermuten, dass die vatikanische Kirchenleitung die Unterzeichnung der Konvention deswegen verweigerte, um sich einer gerichtlichcn Einklagung der Menschenrechte, auch im Hinblick auf die Frau, zu entziehen.

- den Frauen in der katholischen Kirche verwehrt

Die Anerkennung der Menschenrechte in der Kirche im Hinblick auf die Frau, die innerkirchliche Reformgruppen wiederholt einforderten, wurde von Repräsentanten der Kirche immer wieder zurückgewiesen, zuletzt in der Ansprache des Papstes an die deutschen Bischöfe vom 20. November 1999.(18) Der Papst betont nachdrücklich, dass es sich bei der Kirche um einen Bereich sui generis handele, keineswegs gleichzusetzen mit weltlichen Institutionen, die „rein menschlicher Gestaltungskompetenz unterworfen" seien. Eine solche Sicht der Kirche beraube sie ihres Charakters als „Geheimnis".

Man könne aber die Kirche nicht „in echter Weise erneuern, wenn man nicht von ihrem Wesen als Geheimnis" ausgehe. Dieses Wesen der Kirche wird, kurzgefaßt, vom Papst - unter Berufung auf Synodendokumente(19) - so umschrieben: „In der Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott ... ist die Kirche in Christus das ‘Mysterium’ der Liebe Gottes, wie sie in der menschlichen Geschichte anwest".

Die „organische Verbundenheit der Kirche mit Christus" - eine Beziehung „bräutlicher Liebe" - veranschaulicht der Papst mit den Eph 5,21-33 entlehnten Bildern „Bräutigam" (Christus) und „Braut" (die Kirche). Diese von Johannes Paul II. ausdrücklich favorisierte Symbolik(20) führt aber in der Konsequenz dazu, dass den Männern als geschlechtsidentischen Vertretern des „Bräutigams" Christus das Priesteramt vorbehalten wird und die Frauen als Symbol der „Braut" Kirche auf den Laienstand verwiesen bzw. begrenzt werden. Dabei wird völlig außer acht gelassen, dass Symbole zeitgebunden und durch andere austauschbar sind, vor allem, dass keine Rechtskonsequenzen daraus gezogen werden dürfen. Anläßlich ihres Ad-limina-Besuches hat der Papst diese Metaphorik und die erwähnte Konsequenz daraus den deutschen Bischöfen mit folgenden Worten erneut ins Gedächtnis gerufen: „Als Erlöser ist Christus der Bräutigam der Kirche. So dürfen wir in der Eucharistie, in der sich Christus den Leib der Kirche aufbaut, zu Recht das Sakrament des Bräutigams und der Braut sehen. (...) Die Kirche braucht geweihte Priester, die bei sakramentalen Vollzügen ‘in persona Christi’ handeln und den Bräutigam Christus gegenüber der Kirche als Braut repräsentieren. Oder anders gesagt: Die geweihten Hirten vertreten als Glieder des einen Leibes der Kirche dessen Haupt, das Christus ist. Daher sind jegliche Versuche, entweder den Laienstand zu klerikalisieren oder den Klerus zu laisieren, zurückzuweisen. Sie entsprechen nicht der geheimnisvollen Ordnung der Kirche, die der Stifter gewollt hat" (...). In diesem Zusammenhang spricht der Papst dann folgerichtig auch von der Stellung der Frau in der Kirche: Er betont zunächst, dass Frauen vollen Anteil am „gemeinsamen Priestertum der Getauften" hätten, - dieser ihrer Würde gelte es, „immer noch mehr zu entsprechen". Allerdings fährt der Papst dann sogleich einschränkend fort: „Umgekehrt findet jedoch der Unterschied zu wenig Beachtung, der zwischen den menschlichen und bürgerlichen Rechten einer Person einerseits und jenen Rechten, Pflichten und damit verbundenen Funktionen, die jemand in der Kirche hat, andererseits besteht." Im folgenden erinnert der Papst an seine Entscheidung gegen die Priesterweihe der Frau in seinem Apostolischen Schreiben Ordinatio sacerdotalis (Nr. 4), dass „die Kirche keinerlei Vollmacht" habe, „Frauen die Priesterweihe zu spenden", und spricht dieser Lehre erneut „unfehlbaren" Charakter zu.

Die Worte des Papstes sind eindeutig: Frauen werden „unfehlbar" auf den Laienstand festgelegt. An sie ergehen nach päpstlicher Auffassung keine Berufungen zum priesterlichen Dienst. Das Menschenrecht der freien Berufswahl, die Entscheidung zwischen Presbyterat und Laienstand, hat für Frauen in der Kirche keine Geltung, da es sich angeblich um zwei völlig unterschiedliche Rechtsbereiche, bürgerliche Rechte auf der einen Seite - kirchliches Recht auf der anderen Seite, handelt.

Nun ist gegenüber der Forderung der Frauen nach Zugang zum Priesteramt von amtskirchlicher Seite immer wieder geltend gemacht worden, dass das Priesteramt nicht zu den Rechten der menschlichen Person gehöre, dass also niemand, auch kein Mann, einen rechtlichen Anspruch darauf habe.(21) Das ist sicher nicht zu bestreiten. Aber: Männer können sich - allein aufgrund ihres Geschlechts - bei kirchlichen Instanzen vorstellen, ihre Überzeugung von ihrem Berufensein bekunden und ihre Berufung und Eignung für den priesterlichen Dienst prüfen lassen. Dieses Recht auf Ernstgenommenwerden als Person mit einer möglichen Berufung zum priesterlichen Dienst und auf Prüfung dieser Berufung wird Frauen aber von vornherein abgesprochen.(22)

So befinden sich diejenigen Frauen in der römisch-katholischen Kirche, die trotz allem aufgrund bestimmter Kriterien an ihrem Berufensein für den priesterlichen Dienst festhalten(23), in einer Situation ausgesprochener Ohnmacht, ja als Gefangene kirchlicher Lehren und Gesetze, die das freie Wirken des göttlichen Geistes blockieren. Was können sie in dieser ausweglosen Lage tun? Wie können sie sich aus dieser Situation der Gefangenschaft befreien?

Keine Gesprächsbasis

Sollen sie sich an die zuständigen Bischöfe wenden, die eine „Hirtenpflicht" ihnen gegenüber haben?

In Anbetracht der hierarchischen Struktur der römisch-katholischen Kirche wäre dieser Weg für Laien - und damit auch für Frauen - vorgeschrieben. Gerade Papst Johannes Paul II(24) wird nicht müde, einerseits die Bischöfe an ihre Hirtenpflicht gegenüber den Laien zu erinnern, andererseits auch die Laien - mit Berufung auf die Kirchenkonstitution des 2. Vatikanischen Konzils Lumen gentium (Nr. 37) - aufzufordern, sich an ihre zuständigen Bischöfe zu wenden: „Den geweihten Hirten sollen sie ihre Bedürfnisse und Wünsche mit der Freiheit und dem Vertrauen, wie es den Kindern Gottes und den Brüdern (!) in Christus ansteht, eröffnen. (...) Gegebenenfalls soll das durch die dazu von der Kirche festgesetzten Einrichtungen geschehen, immer in Wahrhaftigkeit, Mut und Klugheit, mit Ehrfurcht und Liebe gegenüber denen, die aufgrund ihres geweihten Amtes die Stelle Christi vertreten." Und der Papst fährt fort: „Die Einheit mit dem Bischof ist ja die wesentliche und unerläßliche Grundhaltung des gläubigen Katholiken."(25) Diese Vorschriften gehen m.E. aber weitgehend an der Wirklichkeit vorbei, weil sie eine communio, d.h. eine Gesprächsbasis und Kommunikationsbedingungen voraussetzen, die es in den allermeisten Fällen nicht gibt. Für die ‘normalen’ Laien ist der Bischof, schon wegen der Größe der Bistümer, fast unerreichbar, ihr Verhältnis zu ihm ist weitgehend von Anonymität geprägt. Aber entscheidender ist wohl die Tatsache, dass Frauen mit dem Bewußtsein ihres Berufenseins zu diakonalem und priesterlichem Dienst in ihren zuständigen Bischöfen kaum offene, dialogbereite Gesprächspartner finden, abgesehen von wenigen Ausnahmen, - geschweige denn, dass die Bischöfe bereit wären, das Zeugnis dieser Frauen von ihrer Berufung ernst zu nehmen und zu prüfen - wie bei Männern selbstverständlich - oder gar ihre Berufung zu fördern. Ihnen ist nicht nur die negative Entscheidung des Papstes zur Frauenordination bereits vorgegeben, sondern ihnen ist vom Papst eingeschärft worden, wie sie sich in solcher Situation zu verhalten haben: „Als authentische Hirten Eurer Diözesen habt Ihr die Pflicht, von einzelnen oder Vereinigungen vorgetragene gegenteilige Auffassungen (also: für die Frauenordination, Erg. d. Vf.) zurückzuweisen und zu jenem offenen und klaren Dialog in Wahrheit und Liebe einzuladen, den die Mutter Kirche über die Zukunft ihrer Töchter weiterführen muß. Zögert dabei nicht zu betonen, dass das kirchliche Lehramt diese Entscheidung nicht als Akt seiner Macht, sondern im Wissen um die Gehorsamspflicht gegenüber dem Herrn der Kirche selbst gefällt hat. (...) Als authentische Lehrer der Kirche ... muß es zu unsern höchsten Prioritäten gehören, unseren Gemeinschaften im Glauben Stütze und Halt zu geben. Dabei dürfen wir auch davor nicht zurückschrecken, gegebenenfalls Verwirrungen zu entflechten und Abwege zu korrigieren. So rufe ich die Gaben des Heiligen Geistes auf Euch herab, der Rolle der Frau - sowohl für die Erneuerung der Gesellschaft als auch für die Wiederentdeckung des wahren Gesichts der Kirche - eine echte, der christlichen Lehre eigene Prägung zu verleihen."(26)

Aber nicht nur aufgrund der eindringlichen Weisung des Papstes, an die sich die Bischöfe aufgrund ihres Gehorsamsversprechens gebunden fühlen, würden Bischöfe kaum als Anwälte für die Belange der Frauen in der Kirche auftreten. Leben sie doch infolge ihrer klerikal-zölibatären, nicht selten auch frauenfeindlichen Erziehung und Lebensweise oftmals in einer tiefen Entfremdung von modernen, emanzipierten Frauen. Kann unter solchen Gegebenheiten überhaupt vorausgesetzt werden, dass sie einen Blick für die geistliche Not haben, in der sich die zum priesterlichen Dienst berufenen Frauen in der Kirche befinden, oder dass sie - wenigstens aufgrund des seelsorgerischen Notstandes infolge des Priestermangels - um der Kirche willen für den Zugang von Frauen zum diakonalen und priesterlichen Dienst eintreten?

Befreiungsintitiativen von Frauen

In dieser Situation, in der sie auf Hilfe „von aussen" nicht rechnen können, sind die Frauen auf sich selbst zurückgeworfen. Sie haben erleben müssen, dass Argumente, wenn auch in vielfältiger und seriöser Form vorgebracht, bei der derzeitigen Kirchenleitung nichts ausrichten. Andererseits sind sie aber auch nicht bereit, ihre Lage noch länger passiv hinzunehmen, sondern besinnen sich auf ihre eigenen Kräfte.

So haben katholische Frauen in den letzten Jahrzehnten mehrere Netzwerke und Initiativen gegründet, die den Zweck verfolgen, ihre Lage in der Kirche grundlegend, auch in rechtlicher Hinsicht, zu verbessern. Einige dieser Initiativen sollen hier im Überblick vorgestellt werden.

Das Netzwerk Diakonat der Frau(27) wurde im Juni 1996 von 44 Frauen aus 17 bundesdeutschen Diözesen in Münster gegründet.(28) Inspirierend für diesen Schritt war u.a. die Erinnerung daran, dass sich Männer und Frauen bereits vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil zu Diakonatskreisen zusammengeschlossen hatten, um die Wiederbelebung des Ständigen Diakonats in der römisch-katholischen Kirche zu fördern, und zwar durch Ausbildung und Vorbereitung von interessierten Laien auf den Diakonat sowie durch ein Bemühen um eine erneuerte Theologie des Diakonats und um eine diakonische Spiritualität. Das Netzwerk, dem inzwischen mehr als 180 Frauen und Männer, darunter zahlreiche Delegierte von Verbänden und Arbeitsgruppen, angehören, versteht sich als Zusammenschluß von Interessen- und Arbeitsgruppen zur Förderung des Diakonats der Frau. Es will Frauen unterstützen, die sich zu Diakoninnen berufen fühlen. Die Mitglieder bzw. zugehörigen Gruppen stehen in Kontakt mit Gruppen auf nationaler und internationaler Ebene, die die gleichen Interessen und Ziele verfolgen. Das ausdrückliche Ziel des Netzwerkes ist die Einführung des sakramentalen Ständigen Diakonats für Frauen in der römisch-katholischen Kirche. Als wichtigen Schritt auf dem Weg dorthin wurde von vornherein eingeplant, ein Konzept für die Ausbildung von künftigen Diakoninnen zu entwickeln und diese anzubieten. Dieses Vorhaben ist inzwischen realisiert worden: Im September 1999 wurde ein dreijähriger Kursus zur Ausbildung von Diakoninnen(29) unter Schirmherrschaft des baden-würtembergischen Ministerpräsidenten Teufel und dessen Kultusministerin Schavan gestartet, an dem 14 Frauen teilnehmen. Dieses Vorhaben verdient besondere Aufmerksamkeit, da es aus der Eigeninitiative von Frauen entstanden ist. Freilich wird von seiten des Vorstandes sehr darauf geachtet, dass die Bischöfe grundsätzlich über die Ziele und Aktivitäten des Netzwerkes informiert sind und dass bewußt Kontakte mit ihnen gesucht werden. Auf die Konzipierung der Ausbildung für zukünftige Diakoninnen ist besondere Sorgfalt verwandt worden: Eine eigens zu diesem Zweck gegründete AG des Netzwerkes entwickelte - in Zusammenarbeit mit dem Vorstandsteam - die inhaltlichen Schwerpunkte, die dem Ausbildungskurs bzw. Diakonatskreis zugrunde liegen, wobei bewußt eine starke Anlehnung an die Ausbildung der Ständigen Diakone erfolgte. Voraussetzung für die Teilnahme am Diakonatskreis ist eine abgeschlossene theologische Ausbildung. Im Mittelpunkt der dreijährigen Fortbildung stehen die thematischen Schwerpunkte Diakonia, Martyria und Leiturgia; sie umfassen jeweils ein Jahr, aber der besondere Akzent liegt in allen drei Ausbildungsjahren auf der Diakonia. Der Diakonatskurs wird von zwei Frauen geleitet, von denen die eine Ordensfrau, die andere Mutter von drei Kindern ist. Zwei weitere Frauen übernehmen die geistliche Begleitung des Diakonatskreises. Die Teilnehmerinnen treffen sich jeweils zu sechs Wochenenden pro Jahr. Einmal im Jahr finden geistliche Exerzitien statt. Bislang wurden u.a. folgende Themen behandelt: Diakonie und Diakonat in Schrift und Tradition sowie bedeutende Frauen der Diakonie in Geschichte und Gegenwart, z.B. Madeleine Delbrel. Die Kursteilnehmerinnen suchen sich während der Ausbildungszeit diakonische Arbeitsfelder in ihrer jeweiligen Gemeinde bzw. ihrem Bistum. Ein besonderes Wochenende dient der Reflexion dieser diakonischen Praxis. Für das zweite Kursjahr, das unter dem Leitwort Martyria steht, sind u.a. folgende Themen vorgesehen: Biblische Grundlegung von Verkündigung, Erschließung von Verkündigungssituationen, Gesprächsführung und Predigtvorbereitung.

Alle für die Durchführung des Diakonatskreises Verantwortlichen - Leitungsteam, geistliche Begleiterinnen, Referentinnen und Referenten - arbeiten ehrenamtlich. Die 14 Teilnehmerinnen bezahlen die Kosten für Reise, Unterkunft und Verpflegung ebenfalls selbst - im Gegensatz zu den männlichen Diakonatsbewerbern - und dies, obwohl Frauen als Mitglieder der Kirche ebenso wie Männer Kirchensteuer zahlen.(30)

Offenheit für Gottes Geist

Eine der geistlichen Begleiterinnen, Hildegard Faupel, sieht in der Realisierung des ersten Diakonatskreises von Frauen eine „geistliche Herausforderung", nicht nur für die Teilnehmerinnen und ihre Begleiterinnen, sondern für die ganze Kirche. Wenngleich der Beruf der Diakonin in der geltenden Kirchenordnung keinen Platz habe, machten sich dennoch schon jetzt Frauen auf den Weg zu diesem Dienst, movtiviert durch ihre persönliche Berufung. Von allen Beteiligten sei „Offenheit gefordert", „auf Überraschungen des Heiligen Geistes gefaßt zu sein und seinem Wirken in den Menschen und durch die Menschen nicht von vornherein Grenzen zu setzen, auch nicht die Grenzen des weiblichen Geschlechts". Diese Offenheit erwartet sie auch von den Bischöfen.(31)

Von den Vorstandsmitgliedern wird streng darauf geachtet, dass sich das Netzwerk „Diakonat der Frau" in Theorie(32) und Praxis auf die Öffnung des Diakonats für Frauen beschränkt, also nicht die Frauenordination allgemein, d.h. das Priesteramt der Frau einbezieht.(33)

Wenn Frauen in anderen Ländern einen etwas anderen Weg gehen, liegt das zum Teil daran, dass der männliche Diakonat dort weniger verbreitet oder bekannt ist, vor allem aber wohl daran, dass dem Diakonat der Frau für die Überwindung der Unterdrückung der Frau in der Kirche keine genügende Durchschlagskraft beigemessen wird. So haben Frauen von der Plattform „Wir sind Kirche" in Österreich die Initiative ergriffen, einen Lehrgang zur Ausbildung von „Weiheamtskandidatinnen" zu starten, ohne sich dabei auf den Diakonat der Frau zu beschränken.

Das Programm wurde auf einem besonderen Studientag „Frauenberufung - Frauenweihe", an dem 40 Frauen unterschiedlicher Altersstufen teilnahmen, im Mai 1999 vorgestellt. Anschließend wurde es dann von der Vollversammlung der Plattform „Wir sind Kirche" angenommen. Die Plattform ist damit zugleich Initiatorin und Unterstützerin des Lehrgangs für Weihekandidatinnen. Ziel der Ausbildung ist eine spirituelle und praktische Vorbereitung von Frauen für die Ausübung von Weiheämtern in der römisch-katholischen Kirche. Als Voraussetzung für die Teilnahme an dem Lehrgang gilt ebenfalls eine abgeschlossene theologische Ausbildung. Schwerpunkte in dem dreijährigen Ausbildungsgang sind u.a. Homiletik, Sakramentenpastoral und Einweisung in die liturgische Praxis. Die einzelnen Bausteine des Lehrgangs sind im wesentlichen auf die Sakramente: Taufe, Buße, Eucharistie, Krankensalbung bezogen. Die Ausbildung findet wegen der beruflichen Verpflichtungen der beteiligten Frauen - sie arbeiten bereits auf katechetischem oder religionspädagogischem Gebiet - an Wochenenden statt. Inzwischen haben drei Arbeitsgruppen in den verschiedenen Regionen Österreichs mit der Ausbildung begonnen.

Die beteiligten Frauen fühlen sich angesichts der Unbeweglichkeit der Kirchenleitung und des dadurch hervorgerufenen seelsorglichen Notstandes in der Kirche zu diesem Schritt herausgefordert: „Es ist die Not unserer Gemeinden, es ist die Not vieler Frauen und die eigene Not ... In dieser Situation, da die Weihe (Ordination) zum ‘Initiationsritual’ für Männer verkommt, fangen wir Frauen jetzt an, alles das zu lernen, was dazu gehört, priesterliche Funktionen auszufüllen."(34)

Zwiespältige Haltung der Hierarchie

Scharfe Kritik seitens einiger Vertreter der Amtskirche und eines Theologen an dem in Deutschland und Österreich gestarteten Ausbildungsgang ließ nicht lange auf sich warten, wenngleich die meisten Bischöfe sich mit Stellungnahmen zurückhielten. Eher basisorientierte Verbände drückten dagegen Anerkennung und Lob für die Initiative aus.

Im Hinblick auf den Ausbildungskurs zum Diakonat der Frau erklärte beispielsweise der Kölner Kardinal Joachim Meisner: „Niemand vermag sich selbst zu senden ... eine Sendung kann man immer nur empfangen. Eine Sendung, zu der man sich selbst sendet, ist in der Kirche nicht vorgesehen. Darum bedürfen Weihebewerber der amtlichen kirchlichen Beauftragung und Sendung; dieses Grundgesetz gilt auch für die selbst ernannten Anwärterinnen auf den sakramentalen Diakonat." (...) Aufgrund der vom Zweiten Vatikanischen Konzil betonten „Einheit des dreigestuften Ordo" lehnt der Kardinal darüber hinaus den Zugang von Frauen zum Diakonat prinzipiell ab: „Wenn Frauen zu Diakoninnen geweiht würden, gäbe es auch gegen die Priesterweihe von Frauen keinerlei theologische Handhabe mehr, sondern allenfalls noch disziplinäre; eben dies aber hat das Apostolische Schreiben ‘Ordinatio sacerdotalis’ von 1994 definitiv und verbindlich ausgeschlossen."(35) Kardinal Georg Sterzinsky, Erzbischof von Berlin, spricht sich zwar nicht prinzipiell gegen den Diakonat der Frau aus, gibt aber zu bedenken: „Auf jeden Fall ist es riskant, einen solchen Ausbildungsgang zu beginnen. Am Ende kann eine bittere Enttäuschung stehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie (die 14 Frauen, Erg. d. Vf.) nach den drei Jahren nicht zum Diakoninnenamt zugelassen werden, ist größer als die Wahrscheinlichkeit, dass sie zugelassen werden." Ferner weist der Kardinal darauf hin, dass das Amt der Diakonin „von seinem Wesen ein dienendes Amt" sei. Die Weihe zur Diakonin verleihe „keine jurisdiktionelle Vollmacht" und gebe „keine Beteiligung an der Leitungsgewalt in der Kirche". „Wenn sich Frauen auf das Diakoninnenamt festlegen, dann legen sie sich fest, dass sie auf die Teilnahme an der Leitungsgewalt in der Kirche verzichten. Sie dürfen sich aber hinterher nicht beklagen, dass ihre Kompetenzen und Befugnisse sehr eingeschränkt bleiben."(36) Beide Kardinäle betonen, dass es sich bei der päpstlichen Entscheidung, Männern die Priesterweihe vorzubehalten, um eine definitive und endgültige kirchliche Lehre handele, ohne auch nur im geringsten den gegenwärtigen theologischen Diskussionsstand zur Frauenordination(37) zu berücksichtigen.

Die österreichischen Bischöfe hielten sich mit öffentlichen Stellungnahmen zu dem von der Plattform „Wir sind Kirche" unterstützten Ausbildungsgang zurück. Von einigen Bischöfen ist allerdings bekannt geworden, dass sie einer Ausbildung von Frauen zum ständigen Diakonat positiv gegenüberstehen und diese in ihren Bistümern auch fördern. Eine negative und abschätzige Beurteilung der von der Plattform ausgehenden Initiative kam allerdings von seiten des Pastoraltheologen Paul Zulehner: Sie verstärke nur das Negativ-Image der Österreichischen Kirche in Rom.(38) Der Sprecher der Kirchenvolksbewegung in Österreich, Hubert Feichtlbauer, rechtfertigte dagegen den Ausbildungsgang für Weihekandidatinnen: „Wir arbeiten in der Überzeugung, dass Frauen eines Tages ordiniert werden, zuerst zu Diakoninnen, später zu Priesterinnen. Diejenigen Frauen, die eine Berufung zum priesterlichen Dienst fühlen, sollten dann nicht unvorbereitet sein."(39)

Internationale Vernetzung

Die (oben zitierte) Reaktion der beiden Kardinäle, besonders die von Kardinal Meisner, auf die Ausbildung der künftigen Diakoninnen in Deutschland - sie steht stellvertretend für ähnlich lautende - zeigt auf erschreckende Weise, wie sehr das Verhalten etlicher männlicher Amtsträger gegenüber Frauen, die gegen ihre Diskriminierung kämpfen, von angemaßter Herrschaft und von Niederhaltungswillen geprägt ist. Von einer unhinterfragten Position des Vollbesitzes der Macht aus glaubt man(n) über Frauen verfügen und ihnen einen dauernden rechtlosen und ohnmächtigen Status zumuten zu können, - ohne Gespür dafür, was es für Frauen bedeuten kann, unter dem niederdrückenden Joch des Ausgeschlossenseins von allen Weiheämtern in der Kirche für immer leben zu sollen. An der strukturellen Ohnmacht und Armut der Frau in der Kirche geht man(n) achtlos vorbei, geistliche Berufungen von Frauen zum priesterlichen Amt werden mißachtet und verschmäht. Jede Anstrengung von Frauen, ihre erbärmliche Lage überwinden zu wollen, wird mit erneuter Niederhaltung beantwortet, - anstatt Hilfestellung zu leisten, um Frauen aus ihrer Entrechtung zu befreien.

Eine zunehmende Anzahl von Frauen in aller Welt ist nicht länger gewillt, ein solches Verhalten hinzunehmen, das auf so eklatante, beschämende Weise dem Geist Jesu (vgl. Lk 22,25f) sowie der neutestamentlichen Botschaft widerspricht, wonach das Geschlecht eines Menschen in Christus und in der Kirche irrelevant ist (vgl. Gal 3,27f).

In zahlreichen Ländern haben sich Frauen daher auf den Weg gemacht, sie gründeten Gruppen und Organisationen, die für die Frauenordination in der römisch-katholischen Kirche eintreten.(40) Auf der Ersten Europäischen Frauensynode in Gmunden/Österreich (1996) haben sich die verschiedenen Gruppen zu einem internationalen Netzwerk Women’s Ordination Worldwide (WOW) zusammengeschlossen, um auf dieser Basis zusammenzuarbeiten und gemeinsame Aktionen zu planen und auszuführen. Als Ziel dieses Netzwerkes wurde bei der Gründung formuliert, „die Ordination römisch-katholischer Frauen für ein erneuertes Amt in einer demokratisch strukturierten Kirche voranzubringen und in Solidarität zu den Frauen zu stehen, die dereinst in einer ständig sich erneuernden Kirche ordiniert werden."(41) Durch Gebet und geeignete Aktionen soll dieses Ziel erreicht werden. So wird jedes Jahr am 25. März, dem Fest Mariae Verkündigung, in eigens dafür vorbereiteten Liturgien weltweit für die Frauenordination gebetet. Außerdem hat Women’s Ordination Worldwide zu frauenrelevanten amtskirchlichen Verlautbarungen öffentlich Stellung genommen, zuletzt zu der oben erwähnten Ansprache des Papstes anläßlich des Ad-limina-Besuchs der deutschen Bischöfe (1999) sowie zum päpstlichen Schuldbekennntnis. Ein Leitungsgremium, in dem die zu WOW gehörenden Organisationen durch Delegierte vertreten sind, übernimmt die Koordination der Aktivitäten des Netzwerkes.(42)

Frauen, die sich zum diakonalen und/oder priesterlichen Dienst berufen wissen, sind die eigentlichen Schrittmacherinnen der Bewegung. Sie bilden in mehreren nationalen Verbänden Untergruppen, die der besonderen Unterstützung der berufenen Frauen dienen sollen, durch Erfahrungsaustausch, spirituelle Hilfestellung, Einübung in liturgische Bildung und Praxis. Für das Jahr 2001 bereitet Women’s Ordination Worldwide den ersten großen internationalen Kongress vor, der vom 29. Juni bis 1. Juli 2001 in Dublin (Irland) stattfinden wird und unter dem Leitwort steht: „Celebrating Women’s Call to a renewed Priesthood in the Catholic Church". Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an dieser Veranstaltung wollen Zeugnis davon geben, dass ungerechte, von der Sünde des Sexismus vergiftete Machtstrukturen in der Kirche die geistlichen Berufungen zum priesterlichen Dienst, die Frauen von Gott geschenkt werden, auf Dauer nicht unterdrücken und niederhalten können. Damit verbindet sich zugleich ein Ruf nach Erneuerung der Kirche, die ohne ein grundlegend erneuertes, von ungerechter Herrschaft befreites Verhältnis zwischen Frauen und Männern nicht Wirklichkeit werden kann.

Noten.

1. Zit. in: L'Osservatore Romano, Wochenausgabe in deutscher Sprache, v. 17.03.2000, S.3.

2. Ebd., S. 6.

2. Ein Vergleich zwischen ‘Lumen gentium’ Nr. 32 („Es ist also in Christus und in der Kirche keine Ungleichheit aufgrund von Rasse und Volkszugehörigkeit, sozialer Stellung oder Geschlecht...") und can. 208 CIC/1983, der von der „wahren Gleichheit der Gläubigen" spricht, ist aufschlußreich in diesem Zusammenhang. In diesem Kanon fehlt der obige Satz aus LG, während er in früheren Formulierungen der Lex Ecclesiae Fundamentalis (LEF) , die zu den ersten Entwürfen der Codexreformkommission gehörte, noch auftauchte. Die Mehrheit der CIC-Reformkommission, in der keine einzige Frau als Mitglied vertreten war, hat es ohne Angabe von Gründen abgelehnt, den Nachsatz über die Gleichheit der Geschlechter im endgültigen Codex aufzunehmen. Vgl. zu diesem Vorgang: Ida Raming, Ungenutzte Chancen für Frauen im Kirchenrecht. Widersprüche im CIC/1983 und ihre Konsequenzen, in: Orientierung 58 (1994) 68-70.

4. Erinnern und Versöhnen. Die Kirche und die Verfehlungen in ihrer Vergangenheit. Ins Deutsche übertragen und herausgegeben von Gerhard Ludwig Müller. Freiburg 2000, hier bes. 101f.

5. Ebd., S. 101f. Zu diesem Aspekt des Schuldbekenntnisses s. den Kommentar von Nikolaus Klein, Unsere Schuld und die Geschichte, in: Orientierung 64 (2000) S.61f.

6. Ebd., S.12.

7. Vgl. beispielsweise: Ordinatio sacerdotalis Nr. 3: „Im übrigen zeigt die Tatsache, dass Maria, die Mutter Gottes und Mutter der Kirche, nicht den eigentlichen Sendungsauftrag der Apostel und auch nicht das Amtspriesterum erhalten hat, mit aller Klarheit, dass die Nichtzulassung der Frau zur Priesterweihe keine Minderung ihrer Würde und keine Diskriminierung ihr gegenüber bedeuten kann..." (Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls Nr. 117), Deutsche Bischofskonferenz, Bonn 1994, S.5.

8. Vgl. Wolfgang Seibel: Die Bischöfe und ihre Vollmacht, in: Stimmen der Zeit 124 (1999) S.722f, hier: 722.

9. Ebd., S. 722. Dazu s. auch: Klaus Nientiedt: Warum Rom? Rom und die unzureichende innerkirchliche Subsidiarität, in: HK 54(2000) S. 6f. Der Autor beklagt eine „forcierte Zentralisierung zu Lasten der Verantwortung und Zuständigkeit der Ortskirchen und ihrer Bischöfe", die im Widerspruch stehe zu dem im CIC/1983 (Vorrede) angemahnten „Subsidiaritätsprinzip", das „in der Kirche umso mehr angewendet werden" müsse, „weil das Amt der Bischöfe mit den damit zusammenhängenden Vollmachten göttlichen Rechts ist" (S.7).

10. Vgl. ‘Lumen gentium’ Nr. 28.

11. In zeitlicher Reihenfolge handelt es sich um folgende Lehrdokumente:

  1. Erklärung der Kongregation für die Glaubenslehre zur Frage der Zulassung der Frauen zum Priesteramt Inter insigniores v. 15.10.1976;
  2. Apostolisches Schreiben von Papst Johannes Paul II. Ordinatio sacerdotalis über die nur Männern vorbehaltene Priesterweihe v. 22.05.1994;
  3. ‘Responsum ad dubium’ : Antwort auf die Zweifel bezüglich der im Apsotolischen Schreiben Ordinatio sacerdotalis enthaltenen Lehre v. 28.10.1995.

12. Enzyklika Pacem in terris (deutsch), Vatikanische Polyglott Druckerei 1963, S. 8.

13. Vgl. zu dieser Problematik die grundlegende Studie von Christian Huber: Das Grundrecht auf Freiheit bei der Wahl des Lebensstandes. Eine Untersuchung zu c. 219 des kirchlichen Gesetzbuches (Dissertationen Kanonistische Reihe, hg. v. W. Aymans u.a., Bd. 2), St. Ottilien 1988; ferner - mit Bezugnahme auf die Arbeit von Huber: Ida Raming: Ungenutzte Chancen für Frauen im Kirchenrecht. Widersprüche im CIC/1983 und ihre Konsequenzen, in: Orientierung 58 (1994) 68-70.

14. Nähere und noch immer aktuelle Ausführungen zu diesem Problemkomplex in: Ida Raming: Der Ausschluß der Frau vom priesterlichen Amt - gottgewollte Tradition oder Diskriminierung? Köln - Wien 1973, S. 222-232.

15. Art. 23: „Jeder Mensch hat das Recht ... auf freie Berufswahl...", in: Menschenrechte - Ihr internationaler Schutz. Textausgabe, hg. v. Bruno Simma, dtv, München ³1992, S.8f. (dort weitere Texte von Verträgen und Beschlüssen zu den Menschenrechten). Vgl. auch: Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland v. 23. Mai 1949, Art. 12: „Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen ...", W. Heidelmeyer (Hg.): Die Menschenrechte. Erklärungen, Verfassungsartikel, Internationale Abkommen. Paderborn ³1982, S.103. Die Europäische Sozialcharta v. 18. Oktober 1961 betont und erläutert in Art.10 ebenfalls das Recht auf berufliche Ausbildung (ebd., S. 291).

16. Präambel u. Art. 2 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (Menschenrechte, hg. v. B. Simma) S.5f; ferner: Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau v. 18.12.1979, ebd., S.194-205.

17. Diese Konvention wurde von den Mitgliedern des Europarats am 4.11.1950 in Rom abgeschlossen; sie trat mit dem Protokoll von 1952 zwischen den meisten Mitgliedstaaten in Kraft, Text u. Erläuterungen, in: Menschenrechte , hg. v. B. Simma, S. 263-282. Die internationale Bewegung ‘Wir sind Kirche ’(IMWAC) mahnt in ihrer Erklärung zur Zweiten Sonderversammlung der Bischofssynode von Europa, 1999, diesbezüglich eindringlich: „Wir sind der Überzeugung, dass es Zeit für den Heiligen Stuhl ist, endlich die Schande der Nichtunterzeichnung der Europäischen Konvention zum Schutz der Menschenrechte zu beenden. Wir, die katholische Kirche, müssen die volle und ausnahmslose Gleichberechtigung der Frauen auch in der eigenen Kirche glaubhaft machen - nicht nur durch Worte, sondern durch Taten..." (Orientierung 63 [1999] S. 218-221; hier: 219).

18. Der Wortlaut der Rede ist in ‘L’Osservatore Romano’ vom 21.11.1999) wiedergegeben.

19. Der Papst beruft sich auf die Außerordentliche Bischofssynode von 1985, zwanzig Jahre nach Abschluß des Zweiten. Vatikanischen Konzils (Botschaft, II).

20. Ausführlich in: Apostolisches Schreiben Mulieris Dignitatem (1988), Kap. VII (Die Kirche - Braut Christi), (Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls Nr. 86), Deutsche Bischofskonferenz, Bonn 1988, S. 53-62.

21. So wird bereits in der Erklärung der Glaubenskongregation Inter insigniores (1976) argumentiert: Es sei nicht einzusehen, „wie man den Zugang der Frau zum Priestertum aufgrund der Gleichheit der Rechte der menschlichen Person fordern kann, die auch für Christen gelte" (Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls, Nr. 3), Deutsche Bischofskonferenz, Bonn 1976, S. 19f.

22. Dazu - unter Berufung auf c. 219 (Recht auf freie Wahl des Lebensstandes) - vgl. auch Huber (Anm. 13): Wenngleich c. 219 (CIC /1983) zwar „kein subjektives Recht auf die Weihe begründet, so setzt er doch voraus, dass jeder Gläubige als Träger des Rechts auf Freiheit bei der Wahl des Lebensstandes grundsätzlich die gleiche Wahlmöglichkeit im Hinblick auf einen bestimmten Lebensstand - auch im Hinblick auf den Klerikerstand - hat. Diese Möglichkeit wird aber durch die Norm des c. 1024 für die Hälfte der Gläubigen radikal beschnitten..." (S. 148f). Ebenso Dietmar Mieth: Haben Frauen ein Recht auf das Priestertum?, in: ThQ 173 (1993) S.242-244: Frauen haben einen „strukturellen Anspruch" (nicht gleichzusetzen mit persönlichem, subjektiven Anspruch) auf das Priestertum der Kirche, d.h. ihnen muß der Zugang zu diesem Amt unter den gleichen Bedingungen und Umständen wie dem Mann eröffnet werden (244).

23. Dazu s. die persönlichen Zeugnisse römisch-katholischer Frauen, in: Ida Raming, Gertrud Jansen, Iris Müller, Mechtilde Neuendorff (Hg.), Zur Priesterin berufen. Gott sieht nicht auf das Geschlecht. Thaur 1998. Ebd. S. 18f. auch das Zeugnis der hl. Therese von Lisieux (1997 zur Kirchenlehrerin erklärt).

24. Ansprache anläßlich des Ad-limina- Besuchs der deutschen Bischöfe. ‘L’Osservatore Romano’ v. 21.11.1999, S. 3.

25. Auch im kirchlichen Recht (vgl. c. 212 §§ 2 u. 3) ist vorgesehen, dass die Laien sich mit ihren Anliegen an die Bischöfe wenden.

26. Ansprache an die deutschen Bischöfe (Anm.24) S. 4f. - Eine ähnliche, im Ton noch schärfere Anweisung richtete der Papst 1983 an die US-Bischöfe: Ihnen wurde eingeschärft, jede Bestrebung in Richtung Frauenordination streng zu unterbinden; jeder einzelne Bischof solle „seine seelsorgerlichen und seine Führungsfähigkeiten unter Beweis stellen, indem er allen Einzelpersonen und Gruppen, die im Namen von Fortschritt, Gerechtigkeit oder Barmherzigkeit eine Zulassung der Frau zum Priesteramt vorantreiben, seine Unterstützung entzieht." (Deutsche Tagespost vom 7.9.1983).

27. Geschäftsstelle: c/o Katholischer Deutscher Frauenbund, Mauritz-Lindenweg 65, 48145 Münster.

28. Den folgenden Ausführungen über die Selbstvorstellung und die Ziele etc. des Netzwerkes liegt dessen Werbebroschüre zugrunde.

29. Die folgenden Ausführungen stützen sich auf einen bisher nicht veröffentlichten Bericht von Anne Henze vom Vorstand des Netzwerkes.

30. Das darin liegende Unrecht kann in diesem Rahmen nur benannt, nicht aber näher dargestellt werden: Als Kirchensteuerzahlerinnen sind Frauen willkommen, nicht aber als Amtsträgerinnen. Sie finanzieren letztlich ein System, das sie aufgrund ihres Geschlechtes von Entscheidungspositionen ausschließt.

31. Aus der Presseerklärung zum Beginn des dreijährigen Diakonatskursus am 17.09.1999.

32. Vgl. dazu die grundlegende Arbeit von Dorothea Reininger: Diakonat der Frau in der Einen Kirche. Diskussionen, Entscheidungen und pastoral-praktische Erfahrungen in der christlichen Ökumene und ihr Beitrag zur römisch-katholischcn Diskussion. Mit einem Geleitwort von Bischof Karl Lehmann, Ostfildern 1999. Durch die Aufnahme von Frauen in den sakramentalen Diakonat erwartet die Autorin - mit weiteren Theologen und Theologinnen - als Ideal „die Diakonisierung des Diakonats, des gesamten Weiheamtes und der ganzen Kirche" (S.652 u.ö.).

33. Das gilt auch für die Auswahl der Bewerberinnen für den Diakonatskreis: In den Bewerbungsgesprächen sei „ganz strikt darauf geachtet" worden, „dass keine Frau dabei ist, die eigentlich doch Priesterin werden will", Pionierinnen auf dem Weg zur Diakonin, in kfd direkt. Informationsdienst der katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands, Nr. 124, 1999, S.11.

34. Aus: Bericht über den Studientag „Frauenberufung - Frauenweihe" in Salzburg (von I. Müller u. I. Raming), in: „Kirchen Intern" Nr. 6/ 1999, S. 26.

35, Kirche heute (hg. v. Weihbischof Andreas Laun, Salzburg) 10/1999, S. 14.

36. Neue Kirchenzeitung des Erzbistums Hamburg, v. 10. Oktober 1999.

37. Als Beispiel dafür s. Walter Groß (Hg.): Frauenordination. Stand der Diskussion in der katholischen Kirche. München 1996 (mit zahlreichen Literaturangaben).

38. Ecumenical News International (ENI) v. 17. Mai 1999.

39. ENI, ebd.

40. Zu den bedeutendsten Gruppen bzw. Organisationen gehören folgende: Women’s Ordination Conference (USA); Ordination of Catholic Women (OCW) und Women of the New Covenant (beide Australien); Catholic Women’s Ordination (CWO) in England; Brothers and Sisters in Christ (BASIC) in Irland; Women’s Ordination South Africa (WOSA) in Südafrika; Women Knowing their Place in Neuseeland; Wir Sind Kirche in Österreich; Kollektiv von Frauen in der Kirche in Spanien; VrouwMens in den Niederlanden; Maria von Magdala - Initiative Gleichberechtigung für Frauen in der Kirche in Deutschland. Es gibt darüber hinaus noch in einigen weiteren Ländern (Japan, Indien, Korea, Tschechische Republik) Kontaktadressen, diese repräsentieren bislang noch keine Gruppen. Aber das Netzwerk breitet sich immer weiter aus. - Auf einer von John Wijngaards, London, erstellten Website zum Thema Frauenordination: www.womenpriests.org sind einige der o.a. Gruppen vorgestellt.

41. „To promote worldwide the ordination of Roman Catholic women to a renewed priestly ministry in a democratic church, and to stand in solidarity with women once ordained in the ongoing renewal of the Church" (mission statement of WOW). - Diese Zielsetzung ist auch implizit in dem Entwurf einer ‘Verfassung für diekatholische Kirche’ enthalten, der von der ‘Association for the Rights of Catholics in the Church’ in Zusammenarbeit mit dem ‘Europäischen Netzwerk Kirche im Aufbruch’ und der ‘Europäischen Konferenz für Menschenrechte in der Kirche’ erarbeitet wurde, s. Ikvu-Rundbrief Juli 1999.

42. Die Geschäftsführung liegt zur Zeit in den Händen der englischen Gruppe ‘Catholic Women’s Ordination’ (CWO). Die Kontaktadresse lautet: 7 Harwood Terrace, Fulham SW6 2AF, UK.


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