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Überlegenheit

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Maria Magdalena. Meditation – Zweiter Tag

Was sagt uns die Darstellung?

Auf dieser Darstellung stellt der malende Mönch fest, dass die Kirche die Verkündigung der Auferstehung der Maria von Magdala verdankt. Die Darstellung ist auffällig und einzigartig. Die Stadt im Hintergrund kann ausschließlich Jerusalem sein. Genauer, ´Maria steht innerhalb der Stadtmauer, in der Stadt. Die Apostel stehen unter einem Bogen in der Kirche vom Heiligen Grab, wo die Auferstehung stattfand, und deren Kuppel auf der Außenseite über ihnen zu sehen ist. Die Säule markiert die Grenze zwischen Außen und Innen. Die Tragweite davon reicht ziemlich weit: die Apostel/ die Kirche vernehmen die Botschaft der Auferstehung von der Maria von Magdala, die auf die Kirche zu kommt. Sie weiß etwas, was sie in der Kirche noch nicht gehört haben.



Psalmenbuch von St. Alban aus dem 12. Jahrhundert. Ursprünglich in St. Alban’s, England, heute in St. Godehard in Hildesheim, Deutschland.

Klicken Sie hier oder auf die Abbildung, um eine Vergrößerung zu sehen.
Auf die Sprechgeste (Finger) der MM reagiert Petrus mit der Akzeptations-, Hör- oder sogar Akklamationsgeste: der offenen Hand. Bücher sind die normalen Attribute für Apostel. Dass Petrus lediglich das Buch und nicht seine Schlüssel trägt, ist im 12. Jahrhundert inzwischen selten geworden. Zufall oder Absicht, das wage ich hier nicht zu sagen… Die anderen stehen unter ihrer kleinen Kuppel dicht aneinandergedrängt, sie passen aber alle gut auf, keiner schaut weg; sie halten also nichts fern, sondern erhalten die Botschaft, genauso wie ihr Führer Petrus. Die Geschichte hier weicht also einigermaßen ab von deraus Lukas (24,11). Da saßen die Apostel aus Angstvorden Behörden von Judäa im Obergemach mit verschlossenen Türen, und ihnen gefiel die Geschichte gar nicht, sie hielten sie für Nonsens.
Obwohl das Bild in zwei ungleich große Hälften verteilt ist, gibt der Maler trotzdem ein gewisses Gleichgewicht wieder. Die Frau hier hat etwas, was all diese Männer mit ihren Büchern nicht haben. Überlegenheit. Diese Maria ist ja Zeuge von Jesu Tod und Auferstehung gewesen.

Meditation

Ich frage mich, ob wir ein vergleichbares Zeugnis von Frauen heutzutage ausreichend passieren sehen?
Innerhalb oder außerhalb des Pfarrgemeinderates?
Innerhalb oder außerhalb der Dechanats- und der Diözesenräte?
Innerhalb oder außerhalb der Weltforen?
Auch wo die kirchlichen Behörden eine ablehnende Geste machen und Folianten voller theologischer Kenntnisse vorzeigen? Oder halten wir den Mund bloß, weil mit drohenden Worten reagiert wird? Auch Frauen sind im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft worden. Auch von ihnen wurde bei der Firmung gesagt, ‘Empfangt den Heiligen Geist’. Und wer kann schon ungestraft den Heiligen Geist verneinen?

Schwester Theresia Saers


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Übersetzung aus dem Englischen: Marcel den Hollander.

"Dieses Dokument kann frei verwendet werden. Wir ersuchen jedoch um die Quellenangabe www.womenpriests.org"

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