Maria mit dem bischöflichen Pallium

Maria mit dem bischöflichen Pallium

Bildergalerie Nr. 1

Seit dem 6. Jahrhundert wird Maria in vielen Kirchen dargestellt mit dem bischöflichen Pallium bekleidet.

Dieses Pallium war ursprünglich ein griechisches Gewand, das omophorion, wir finden es später auch in Rom und es wurde getragen als Zeichen der Würde. Im kirchlichen Bereich erlangte es dann eine neue Bedeutung. Seine spezifisch christliche Form, mit Kreuzzeichen darauf, wurde zum Ehrenzeichen für den Papst und für Erzbischöfe.

pallium

Das Pallium, wie wir es heute kennen, ist eine Art Kragen aus weißer Schafwolle mit zwei Streifen, einer hängt vorne und einer am Rücken herab. Die herabhängenden Streifen tragen üblicherweise Schleifen. Schwarze Kreuze (meist sechs) verzieren dieses Pallium. Ursprünglich war der Oberteil ein breiter Kragen, der über die Schultern reichte und mit Nadeln zusammengehalten wurde, sodass die Streifen darunter hervor hingen. Früher waren diese beiden Streifen ziemlich lang wurden aber mit der Zeit immer kürzer.

Was bedeutet dieses Pallium?

Es fällt auf, dass Maria in den ersten Jahrhunderten meist mit diesem Pallium dargestellt wurde.

  • Das Pallium war ein Ehrenzeichen für das höchste priesterliche Amt. Es war dem Papst oder von ihm ausgezeichneten Bischöfen vorbehalten.
  • Der Bischof trug das Pallium nur bei priesterlichen Zeremonien, z. B. bei der Eucharistiefeier und anderen feierlichen Gottesdiensten.

Das geht auch hervor aus Briefen von Papst Gregor dem Großen (540 – 604 n. Chr.). Seit dem neunten Jahrhundert tragen nur mehr Erzbischöfe dieses Pallium.

Für weitere historische Details hier klicken.

Maria mit dem Pallium

Klick hier zum Vergrößern!

1. Mosaik im Oratorium von San Vincenzo nahe dem Lateran Baptisterium aus dem sechsten Jahrhundert.

Maria trägt ein weißes Pallium über einer schwarzen Kasula. Maria wird hier als Hoher Priester dargestellt, sie vertritt die Menschen vor Gott, eine der Aufgaben des Hohen Priesters (Hebr. 5,1)

Fürsprecherin und Mittlerin gehören zu den priesterlichen Aufgaben, die Maria von den Kirchenvätern zugeschrieben wurden.

Klick hier zum Vergrößern! des Bildes!

Quellenhinweis: Das Bild stammt aus dem Band The Madonna von Adolfo Venturi, Burns & Oates, London 1902, S 4. Z um Vergrößern des Bildes (153 Kb) hier klicken oder auf das kleine Bild.


Klick hier zum Vergrößern!

2. Mosaik im Oratorium von San Venanzio im Lateran, datiert 642 n. Chr.

Dieses Mosaik entstand unter den Päpsten Johannes IV. und Theodorus. Beide waren geborene Griechen (640-649 n. Chr.) Die Darstellung weist griechischen Einfluss auf. Maria trägt das weiße Pallium über der Kasula, aber der obere Teil ist von ihrem Schleier, dem maphorion bedeckt. Gleichsam als Duplikat des bedeckten Kreuzes auf dem Pallium trägt auch der Schleier ein Kreuz.

Auch hier wird Maria als Hoher Priester dargestellt, sie vertritt die Menschen vor Gott, eine der Aufgaben des Hohen Priesters (Hebr. 5,1)

Fürsprecherin und Mittlerin gehören zu den priesterlichen Aufgaben, die Maria von den Kirchenvätern zugeschrieben wurden.

Quellenhinweis: Das Bild stammt aus dem Band Legends of the Madonna von Anna Brownell-Jameson, Hutchinson & Co, London (Datum unbekannt), S 85. Zum Vergrößern des Bildes (130 Kb) hier klicken, oder auf das kleine Bild.


Klick hier zum Vergrößern!

3. Mosaik in der Basilika von Parenzo, Kroatien, 540 n. Chr.

Sowohl Maria als auch Elisabeth tragen ein Pallium unter ihren Kasuln. Die Kirchenväter betonten immer, dass beide Frauen aus priesterlichen Familien hervorgingen. Sie preisen auch dass Maria aus priesterlichem Hause stammte. Bemerkenswert ist, dass man überzeugt war, dass Maria Johannes den Täufer im Mutterleib getauft und gefirmt hat. Sie übte daher einen priesterlichen übte einen priesterlichen Dienst aus.

Quellenhinweis: Das Mosaik wurde von Dr. P.M.E. Hogervorst-van Kampen im August 1997 in Kroatien fotografiert. Zum Vergrößern des Mosaiks (240 Kb) hier klicken, oder auf das kleine Bild.


Klick hier zum Vergrößern!

4. Relief in Santa-Maria-in Porto, Ravenna, 6. Oder 7. Jhdt.

Dieses Relief weist Einflüsse aus Ost und West auf. Die Inschriften über der Skulptur sind die griechische Abkürzung für meter theou, Mutter Gottes. Die Darstellung geht auf die griechische Tradition der jungfräulichen Platytera, der betenden Jungfrau, zurück. Im Osten trägt Maria üblicherweise ein Bild Jesu auf der Brust. Der Mantel stellt Marias maphorion dar, das griechische Äquivalent zum römischen Pallium. Vom kirchlichen Pallium stammen all die Kreuze, die auf ihrem Gewand zu sehen sind.

Auch hier wird Maria als Hoher Priester dargestellt, sie vertritt die Menschen vor Gott, eine der Aufgaben des Hohen Priesters (Hebr. 5,1)

Fürsprecherin und Mittlerin gehören zu den priesterlichen Aufgaben, die Maria von den Kirchenvätern zugeschrieben wurden.

Quellenhinweis: Das Bild stammt aus dem Band Legends of the Madonna von Anna Brownell-Jameson, Hutchinson & Co, London (Datum unbekannt), S 83. Zum Vergrößern des Bildes (130 Kb) hier klicken, oder auf das kleine Bild. Für ein anderes Bild des Reliefs, hier klicken. (Aus Sub Matris Tutela von Christa Belting-Ihm, Carl Winter, Heidelberg 1976, Tafel XVIa).


Klick hier zum Vergrößern!

5. Mosaik in der erzbischöflichen Kapelle, Ravenna, 11. Jhdt. (?).

Das Werk ist über dem Altar der erzbischöflichen Kapelle zu Ravenna. Ursprünglich war dieses Mosaik in der Apsis der Basilika Ursiana. Wieder sehen wir das weiße Pallium über einer dunklen Kasula. Maria wird hier als Hoher Priester dargestellt, sie vertritt die Menschen vor Gott, eine der Aufgaben des Hohen Priesters (Hebr. 5,1)

Fürsprecherin und Mittlerin gehören zu den priesterlichen Aufgaben, die Maria von den Kirchenvätern zugeschrieben wurden.

Quellenhinweis: Das Bild stammt aus dem Band Sub Matris Tutela von Christa Belting-Ihm, Carl Winter, Heidelberg 1976, Tafel XVIb).

Zum Vergrößern des Bildes (190 Kb) hier klicken oder auf das kleine Bild.


Klick hier zum Vergrößern!

6. Mosaik in der Kuppel der Basilika in Torcello, 12. Jhdt.

Maria trägt das Jesuskind auf dem linken Arm. Es besteht ein Einfluss von der griechischen Ikonentradition der Hodegetria Madonna, aber wir sehen zwei deutliche Unterschiede: Marias Gewand trägt Kreuze auf ihrer Kasula und auf dem Schleier. Beim griechischen Vorbild, dem maporion, finden sich normalerweise Sterne. Das weiße Pallium mit dem Kreuz ist gerade unterhalb der linken Hand sichtbar.

Quellenhinweis: Das Bild stammt aus dem Band The Madonna von Adolfo Venturi, Burns & Oates, London 1902, S 9. Zum Vergrößern des Bildes (195 Kb) hier klicken, oder auf das kleine Bild.


Klick hier zum Vergrößern!

7. Gemälde aus der Kirche Madonna del Serbo, Campagnano, 13.Jhdt.

Maria auf einem Thron, vermutlich ein bischöflicher Thron. Sie weist mit der rechten Hand auf das Jesuskind auf ihrem linken Arm. Ein reich verziertes weißes Pallium hängt unter ihrer Kasula heraus.

Einige Autoren interpretieren den Schnitt der Kasula so, dass Maria die Dalmatica eines Diakons trägt. Die Kirchenväter verehrten Maria als „Diakon”. Das ist um so bemerkenswerter, da zu dieser Zeit weibliche Diakone als gültig geweihte Amtsträger dienten. In späteren Überlieferungen wird Maria dann als Diakon gesehen. Als Beispiel M.J.Scheeben. gegen diese Interpretation sprechen sowohl der Thron als auch das Pallium.

Quellenhinweis: Das Bild stammt aus dem Band Romanesque Painting von Juan Armand, Weidenfeld & Nicholson, New York 1963, S 46. Zum Vergrößern des Bildes (220 Kb) hier klicken, oder auf das kleine Bild.


Klick hier zum Vergrößern!

8. Fresko in Santa Maria Antica, Rom, 14. Jhdt.?

Maria sitzt auf einem – vermutlich – bischöflichen Thron, das Jesuskind auf ihrem Schoß. Sie trägt eine reich mit Edelsteinen verzierte Kasula. Das Pallium ist gerade noch unter ihrem linken Arm zu sehen.

Quellenhinweis: Das Bild stammt aus dem Band Le Triomphe de la Vierge-Église von Marie-Louise Thérel, Centre National de la Recherche Scientifique, Paris 1984, Fig. 96. Zum Vergrößern des Bildes (185 Kb) hier klicken, oder auf das kleine Bild. Dieses Bild in einem weiteren Zusammenhang zeigt sich nach einem Klick hierher.

Ein Dank und eine Einladung:

Der Dank für ihre Unterstützung gebührt folgenden Personen: Die Gemeinschaft der Poor Clare Colletines in Harwarden, Wales, GB; Colette Joyce Pastoralassistent der Pfarre Fulham, London; Dr. P.M.E. Hogervorst-van Kampen, Noordwijk, Niederlande; und Dr. A. Wijngaards, Arnhem, Niederlande.

Sollte jemand andere Darstellungen Unserer Lieben Frau in priesterlichem Ornat, oder Darstellungen der priesterlichen Jungfrau Maria kennen, bitte mich zu informieren, wo solche erhältlich sind. Wenn immer möglich, wäre ein in Farbe eingescanntes Abbild als Anlage zu einem e-mail. Ich bitte auch um detaillierte Vervielfältigungs- und Publikationsrechte, damit korrekte Quellenangaben und Veröffentlichungsrechte im Internet gesichert sind. Vielen Dank im Voraus!

Zur Bildergalerie Nr. 2.

Übersicht über die Dokumente in diesem Abteil

Home Page?
Priestertum Mariens

Maria – warum Priesterin

Theologen und Schriftsteller

Bilder-gallerie

Maria und die Heiligen Weihen

Maria als Opferpriesterin

Maria, das Vorbild der Priester

Wollen Sie meine Kampagne für Priesterinnen unterstützen?

“Dieses Dokument kann frei verwendet werden. Wir ersuchen jedoch um die Quellenangabe www.womenpriests.org”


the Wijngaards Institute for Catholic Research.

John Wijngaards Catholic Research

since 11 Jan 2014 . . .

John Wijngaards Catholic Research

Übersetzung aus dem Englischen: Herbert Kaser, A 2601 Sollenau.