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Die „wörtliche" Bedeutung

Die „wörtliche” Bedeutung
= gemeinte Bedeutung

Richtiges Verständnis der hlg. Schrift
* „gemeinte” Bedeutung
* beabsichtigter Rahmen
* Rationalisierungen
* literarische Formen

Regel 1: Wir müssen wissen, was der menschliche Autor eines biblischen Textes sagen wollte, bevor wir irgendeinen Schluss ziehen, was Gott uns sagt.

Da Gott in der Heiligen Schrift durch Menschen nach Menschenart gesprochen hat, muß der Schrifterklärer, um zu erfassen, was Gott uns mitteilen wollte, sorgfältig erforschen, was die heiligen Schriftsteller wirklich zu sagen beabsichtigten und was Gott mit ihren Worten kundtun wollte. Um die Aussageabsicht der Hagiographen zu ermitteln, ist neben anderem auf die literarischen Gattungen zu achten. Denn die Wahrheit wird je anders dargelegt und ausgedrückt in Texten von in verschiedenem Sinn geschichtlicher, prophetischer oder dichterischer Art, oder in anderen Redegattungen. Weiterhin hat der Erklärer nach dem Sinn zu forschen, wie ihn aus einer gegebenen Situation heraus der Hagiograph den Bedingungen seiner Zeit und Kultur entsprechend - mit Hilfe der damals üblichen literarischen Gattungen - hat ausdrücken wollen und wirklich zum Ausdruck gebracht hat. Will man richtig verstehen, was der heilige Verfasser in seiner Schrift aussagen wollte, so muß man schließlich genau auf die vorgegebenen umweltbedingten Denk-, Sprach- und Erzählformen achten, die zur Zeit des Verfassers herrschten, wie auf die Formen, die damals im menschlichen Alltagsverkehr üblich waren. Da die Heilige Schrift in dem Geist gelesen und ausgelegt werden muß, in dem sie geschrieben wurde, erfordert die rechte Ermittlung des Sinnes der heiligen Texte, daß man mit nicht geringerer Sorgfalt auf den Inhalt und die Einheit der ganzen Schrift achtet, unter Berücksichtigung der lebendigen Überlieferung der Gesamtkirche und der Analogie des Glaubens. Aufgabe der Exegeten ist es, nach diesen Regeln auf eine tiefere Erfassung und Auslegung des Sinnes der Heiligen Schrift hinzuarbeiten, damit so gleichsam auf Grund wissenschaftlicher Vorarbeit das Urteil der Kirche reift. Alles, was die Art der Schrifterklärung betrifft, untersteht letztlich dem Urteil der Kirche, deren gottergebener Auftrag und Dienst es ist, das Wort Gottes zu bewahren und auszulegen.
„Alles das, was die inspirierten Autoren oder geistliche Schreiber beteuern, sollte als Beteuerung des Heiligen Geistes angesehen werden...... Der Interpret der Heiligen Schrift sollte, wenn er bestätigen soll, was Gott uns mitteilen wollte, sorgfältig die Bedeutung dessen, was der geistliche Schreiber auf dem Herzen hatte, erforschen; jene Bedeutung, die Gott genau durch das Medium ihrer Worte zu manifestieren gedachte.

Dei Verbum, § 11-12; Vaticanum II.

Die „wörtliche" Deutung wird vom menschliche Autor der Schrift beabsichtigt.

Die „wörtliche" Bedeutung ist die Bedeutung die vom menschliche Autor der Schrift beabsichtigt wird. Beachte: das wichtige Element ist die Absicht des Autors, nicht der buchstäbliche, genaue Laut der Worte.

Warum der „buchstäbliche" Wortlaut nicht genügt

Beginnen wir mit den Grundlagen und nehmen wir ein einfaches Beispiel. Im Mattheusevangelium finden wir diese wichtige Ermahnung Jesu:

“Liebt eure Feinde. Betet für eure Verfolger. Dann werdet ihr Söhne eures himmlischen Vaters, der seine Sonne über Gute und Böse aufgehen und auf Gerechte und Ungerechte regnen lässt.”

Matth. 5, 44-45

Der weitläufige Sinn ist einfach genug. Aber angenommen, wir wollen diesem weiter auf den Grund gehen und uns selbst fragen, was die Feststellung, Gott „lässt seine Sonne aufgehen", bedeuten solle. Wir könnten dem Irrtum unterliegen, es seien die Wörter, die von Bedeutung sind und einfach in einem Wörterbuch nachschlagen.

So machen es Fundamentalisten und „Wortklauber" – literalists. Sie denken, sie könnten die Bedeutung eines Tekstes auf die Bedeutung der einzelnen Wörter aufstellen. Das jedoch kann ernsthaft täuschen.

Fundamentalist ist ein Ausdruck für konservative Christen, die an engstirnigen, unwissenschaftlichen und oft intoleranten Lehren festhalten. Der Name leitet sich von der „American Bible League" ab, die 1902 eine Serie von 12 Pamphlets, genannt „The Fundamentals", herausgab. In diesen traditionellen Interpretationen der Schrift wurde gegen die modernen Bibelstudien angekämpft.

Literalists beziehen ihren Namen von ohr Halten an die oberflächliche Bedeutung der Wörter, aus dem Zusammenhang gerissen und ohne Rücksicht auf die literarischen Form. Eine „literalistische" – buchstabengetreue – Interpretation soll nicht mit einer literarischen Interpretation verwechselt werden.

Im 16. Jahrhundert hatte z. Bsp. Kopernikus zu erklären begonnen, dass sich nicht die Sonne um die Erde, sondern die Erde um die Sonne dreht. Buchstabengetreue Christen verwarfen diese Feststellung als unmöglich, weil sich diese, wie sie sagten, gegen die inspirierten Schriften wandte.

Matth. 5, 45 war einer der Texte, die dabei zitiert wurden, um diesen Beweis zu bekräftigen. Jesus sagt: „Der Vater lässt die Sonne aufgehen......." – deshalb ist es die Sonne, die sich bewegt und nicht die Erde. Ein anderer Text, der in ähnlicher Weise missverstanden wurde, war Josua 10, 12-15, in welchem von Josua gesagt wird, dass er die Sonne still stehen ließ. Auf Grund solcher buchstabengetreuer Interpretationen wurde Galileo Galilei vom Heiligen Offizium 1633 befohlen, seinen Glauben, dass sich die Erde um die Sonne drehe, zurückzuziehen und wurde zu lebenslangem Hausarrest verurteilt.

Aber wenn die Wörter selbst nicht den Sinn fixieren, wo finden wir ihn dann? Die Antwort ist: im sogenannten „buchstäblichen Sinn"

Was ist der „wörtliche" Sinn?

Der „wörtliche" Sinn eines Textes ist im Gegensatz zum buchstäblich interpretierten Sinn die Bedeutung, die der ursprüngliche Sprecher oder Schreiber auszusagen beabsichtigte.

Mit anderen Worten, wir sollten uns selbst fragen, was wollte diese Person sagen? Wir dürfen nicht mehr oder weniger aus etwas Geschriebenem herauslesen, als was der Autor tatsächlich sagen wollte.

Wenn Jesus das Beispiel von seinem himmlischen Vater anführt, der die Sonne über Gute und Böse aufgehen lässt, wollte er uns nicht in Astronomie unterweisen. Die moderne Wissenschaft lag außerhalb seiner Absicht und wäre über den Verstand seiner Zuhörerschaft hinausgegangen. Die Frage, ob die Erde oder die Sonne der Mittelpunkt sei, wird von der buchstäblichen Bedeutung seiner Worte nicht berührt. Jesus verwendet nur einen alltäglichen Ausdruck wie auch wir heute. Wir sagen „Die Sonne geht auf" obwohl wir bessere astronomische Kenntnisse haben.

Wir sprechen hier über einen wichtigen Grundsatz, der sich auf alle Autoren der Schrift bezieht. Was es tatsächlich bedeutet, ist, dass, weil Gott durch menschliche Autoren spricht, Gott sich dem menschlichen Denken Fühlen und Reden anpasst. Wir werden nur dann wissen, was Gott uns zu sagen versucht, wenn wir wissen, was seine menschlichen Handlanger sagen wollten.

Die Regel der „wörtliche" Bedeutung ist eng verbunden mit jenen anderen Regeln:

John Wijngaards

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Übersetzung aus dem Englischen: Marianne Haderer, A 3364 Neuhofen.