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Das Tragen eines Kopftuches

Das Tragen eines Kopftuches

Aus: INTER INSIGNIORES:

(die Kommentare in kursiv stammen von John Wijngaards)

Arms of John Paul II

§ 19. Einen weiteren Einwand leitet man von dem zeitbedingten Charakter her, den man heute in einigen Vorschriften des hl. Paulus für die Frauen und in den Schwierigkeiten, die sich diesbezüglich aus einigen Aspekten seiner Lehre ergeben, zu erkennen glaubt. Man muß jedoch dagegen feststellen, daß diese Vorschriften, die wahrscheinlich durch die Sitten seiner Zeit beeinflußt sind, sich fast nur auf disziplinäre Praktiken von geringer Bedeutung beziehen, wie z. B. die den Frauen auferlegte Verpflichtung, einen Schleier zu tragen (vgl. 1 Kor 11, 2-16); diese Forderungen haben natürlich keinen normativen Wert mehr. Das Verbot des Apostels jedoch, daß Frauen in der Versammlung nicht ‘sprechen’ dürfen (vgl. 1 Kor 14, 34-35; 1 Tim 2,12), ist anderer Natur. Die Exegeten erklären seine richtige Bedeutung: Paulus widersetzt sich keineswegs dem Recht, in der Versammlung prophetisch zu reden, was er den Frauen übrigens ausdrücklich zuerkennt (vgl. 1 Kor 11, 5); das Verbot bezieht sich ausschließlich auf die offizielle Funktion, in der christlichen Versammlung zu lehren. Diese Vorschrift ist für den hl. Paulus mit dem göttlichen Schöpfungsplan verbunden (vgl. 1 Kor 11, 7; Gen 2,18-24); man könnte sie nur schwerlich als Ausdruck der kulturellen Verhältnisse ansehen.

Für den vollständigen Text siehe: INTER INSIGNIORES.

Aus: Römischer Kommentar zur Erklärung der Kongregation für die Glaubenslehre zur Frage der Zulassung der Frauen zum Priesteramt Inter Insigniores:

Sacred Congregation for Doctrine

§ 66. Andererseits finden sich beim hl. Paulus Vorschriften, die allgemein als überholt angesehen werden, wie z. B. seine Vorschrift, daß die Frauen einen Schleier auf dem Kopf tragen müssen (1 Kor 11, 2-16). Es handelt sich hier sicherlich um eine disziplinäre Vorschrift von geringer Bedeutung, die sich vielleicht an den damaligen Sitten orientierte. Schließlich aber erhebt sich die viel grundsätzlichere Prage: Wenn einige im Neuen Testament enthaltene Vorschriften von der Kirche aufgegeben werden konnten, warum kann dasselbe nicht mit dem Ausschluß der Frau von der hl. Weihe geschehen?

§ 67. Den Hauptgrund dafür kann man darin sehen, daß die Kirche selbst es ist, die in den verschiedenen Lebensbereichen die Unterscheidung sicherstellt zwischen dem, was geändert werden kann, und dem, was unverändert bleiben muß. Dementsprechend stellt die Erklärung richtig: “Wenn die Kirche gewisse Anderungen nicht übernehmen zu können glaubt, so geschieht es deshalb, weil sie sich durch die Handlungsweise Christi gebunden weiß: ihre Haltung ist also entgegen allem Anschein nicht eine Art Archaismus, sondern Treue. Nur in diesem einen Licht kann sie sich selbst richtig verstehen. Die Kirche fällt ihre Entscheidungen kraft der Verheißung des Herrn und der Gegenwart des Heiligen Geistes, und zwar stets in der Absicht, das Geheimnis Christi noch besser zu verkünden und dessen Reichtum unversehrt zu bewahren und zum Ausdruck zu bringen.”

Für den vollständigen Text siehe: Römischer Kommentar on INTER INSIGNIORES.

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