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Paulus hat Frauen vom Lehren ausgeschlossen

Paulus hat Frauen vom Lehren ausgeschlossen

Aus: INTER INSIGNIORES:

(die Kommentare in kursiv stammen von John Wijngaards)

Arms of John Paul II

§ 19. Das Verbot des Apostels jedoch, daß Frauen in der Versammlung nicht ‘sprechen’ dürfen (vgl. 1 Kor 14, 34-35; 1 Tim 2,12), ist anderer Natur. Die Exegeten erklären seine richtige Bedeutung: Paulus widersetzt sich keineswegs dem Recht, in der Versammlung prophetisch zu reden, was er den Frauen übrigens ausdrücklich zuerkennt (vgl. 1 Kor 11, 5); das Verbot bezieht sich ausschließlich auf die offizielle Funktion, in der christlichen Versammlung zu lehren. Diese Vorschrift ist für den hl. Paulus mit dem göttlichen Schöpfungsplan verbunden (vgl. 1 Kor 11, 7; Gen 2,18-24); man könnte sie nur schwerlich als Ausdruck der kulturellen Verhältnisse ansehen. Ferner darf nicht vergessen werden, daß wir dem hl. Paulus einen jener Texte verdanken, in denen im Neuen Testament mit größtem Nachdruck die grundsätzliche Gleichheit von Mann und Frau als Kinder Gottes in Christus unterstrichen wird (vgl. Gal 3, 28). Es besteht also kein Grund, ihn unfreundlicher Vorurteile gegenüber den Frauen anzuklagen, wenn man das Vertrauen beachtet, das er ihnen entgegenbringt, und die Mitarbeit, die er von ihnen für seine apostolische Tätigkeit erbittet.

Für den vollständigen Text siehe: INTER INSIGNIORES.

Aus: Römischer Kommentar zur Erklärung der Kongregation für die Glaubenslehre zur Frage der Zulassung der Frauen zum Priesteramt Inter Insigniores:

Sacred Congregation for Doctrine

§ 61. Dieselben Klugheitsrücksichten hätten sich auch den Aposteln aufgedrängt: auch hier, in der Geschichte der apostolischen Zeit, wird deutlich, daß dieser Argumentation die Grundlage fehlt. Sollte man aber nicht auch bei den Aposteln der Art und Weise Rechnung tragen, wie sie selbst diese Vorurteile teilten? So hat man den hl. Paulus der Frauenfeindlichkeit bezichtigt und ferner, daß sich in seinen Briefen Stellen über die untergeordnete Stellung der Frau fänden, die heute für die Exegeten und Theologen Fragen aufwerfen.

§ 62. Sind zwei der wichtigsten Stellen über die Frau in den Paulusbriefen überhaupt authentisch, oder muß man in ihnen vielleicht sogar eine späte Interpolation sehen? Es handelt sich vor allem um den 1. Korintherbrief 14, 34-35: “Die Frauen sollen in der Versammlung schweigen; es ist ihnen nicht gestattet, zu reden. Sie sollen sich unterordnen, wie das Gesetz es fordert.” Diese beiden Verse, die in den bedeutendsten Handschriften fehlen und bis zum Ende des 2. Jahrhunderts nicht erwähnt werden, weisen Stilbesonderheiten auf, die dem hl. Paulus fremd sind. Eine andere Stelle ist 1 Timotheus 2,11-14: “Daß eine Frau lehrt, erlaube ich nicht, auch nicht, daß sie über ihren Mann herrscht.” Die Urheberschaft des hl. Paulus wird bei dieser Stelle des öfteren bestritten, wenn auch die Beweise von geringerem Gewicht sind.

§ 63. Andererseits ist die Frage der Echtheit oder Nichtechtheit der Paulusstellen von untergeordneter Bedeutung; sie wurden sehr oft von den Theologen für die Erklärung herangezogen, daß die Frau weder der Lehrvollmacht noch der Jurisdiktionsgewalt fähig ist. Vor allem der Text des 1. Timotheusbriefes erbringt nach dem hl. Thomas den Beweis dafür, daß die Frau sich in einer Stellung der Unterordnung oder der Dienstbarkeit befindet, weil (die Erklärung findet sich im Text) die Frau nach dem Mann erschaffen worden ist, weil sie in erster Linie für die Erbsünde verantwortlich ist.

§ 64. Aber es gibt noch andere Stellen beim hl. Paulus, deren Echtheit unanfechtbar ist. Sie sagen aus, daß der “Mann das Haupt der Frau ist” (1 Kor 11, 3; vgl. auch 1 Kor 11, 8-12; Eph 5, 22 und 24). Ist nicht diese anthropologische Sicht, die auf das Alte Testament zurückgeht, die Grundüberzeugung des hl. Paulus und der kirchlichen Tradition, daß eben die Frauen kein auf der Weihe beruhendes Amt annehmen können?

§ 65. Hier handelt es sich um eine Meinung, die die moderne Gesellschaft kategorisch ablehnt, und bei der viele Theologen unserer Tage zögern würden, sie ohne Differenzierung einfachhin zu übernehmen. Es sei jedoch angemerkt, daß der hl. Paulus sich nicht auf die philosophische Ebene begeben will, sondern auf das Gebiet der biblischen Geschichte; wenn er z. B. hinsichtlich der Ehe den Symbolcharakter der Liebe darlegt, möchte er nicht die IJberordnung des Mannes im Sinne eines Herrschaftsanspruches verstehen, sondern als ein Geschenk, das nach dem Vorbild Christi opfernde Hingabe verlangt.

Für den vollständigen Text siehe: Römischer Kommentar on INTER INSIGNIORES.

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