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1. Timotheusbrief 2, 11-15

1. Timotheusbrief 2, 11-15

Richtiges Verständnis der hlg. Schrift
* „gemeinte” Bedeutung
* beabsichtigter Rahmen
* Rationalisierungen
* literarische Formen

Antignostische Maßnahmen gegen Frauen

Bibelwissenschaftler haben im großen und ganzen akzeptiert, dass die Pastoralbriefe, der erste und zweite Timotheusbrief und der Titusbrief von einem Schüler Paulus‘ stammen, der diese im Namen des Apostels schrieb, um darauf hinzuweisen, dass er in derselben Tradition stand. Datum: um 100 n. Chr., Ort: wahrscheinlich Kleinasien oder Griechenland.

Das Hauptanliegen des 1. Timotheusbriefs ist, dem Einfluss der Gnostiker entgegenzuwirken.

Die gnostische Lehre war eine Mischung von hellenistischer und jüdischer Herkunft. Die gnostische Irrlehre schloss einen Dualismus ein, Verachtung für materielle Dinge, Abhängigkeit vom Wissen (=spirituelle Erfahrung), nicht Glauben, als ein Weg zur Erlösung, geheime Lehren für die Elite, einige wenige und restrektive Lehren über sexuelle Praktiken.

Die Anschuldigungen des Autors konzentrieren sich hauptsächlich auf „Reden" und „Lehren".

Die gnostische Lehre beeinflusste sowohl Männer als auch Frauen, denn wir lesen über die Klagen des biblischen Autors „über Streit und Murren unter den Männern" (1.Tim. 2, 8) und über Rückfall oder Abfall vom Glauben unter den Frauen (1. Tim. 5, 14-15). Doch der Autor schien mehr besorgt überdie Frauen. In gnostischen Kreisen wurden Frauen als „bevorzugtes Instrument der Offenbarung" hochgehalten und verherrlicht und weibliche Vorstellung galt uneingeschränkt für Gott und seine/ihre Ausstrahlung.

Der Text über „Frauen schweigen in der Gemeinde" (1. Tim. 2, 11-15) sollte in diesem Zusammenhang gelesen werden.

P. W. BARNETT, ‘Wives and Women’s Ministry’ (I Timothy 2:11-15): Evangelical Quarterly 61 (1989) 225-238; B. BARRON, ‘Putting Women in Their Place: I Timothy 2 and Evangelical Views of Women in Church Leadership’: Journal of the Evangelical Theological Society 33 (1990) 451 459; A. L. BOWMAN, ‘Women in Ministry: An Exegetical Study in I Timothy 2:11-15’: Biblical Studies 149 (1992) 193-213; R. FALCONER, ‘I Timothy 2,14.15. Interpretative Notes’: Journal of Biblical Literature 60 (1941) 375 - 379; S.E.FIORENZA, In Memory of Her, SCM, London 1994); G. P. HUGENBERGER, ‘Women in Church Office: Hermeneutics or Exegesis? A Survey of Approaches to I Timothy 2 :8-15’: Journal of the Evangelical Theological Society 35 (1992) 341-360, H. HUIZENGA, ‘Women, Salvation and the Birth of Christ: A Reexamination of I Timothy 2:15’: Studies in Biblical Theology 12 (1982) 17-26; S. JEBB, ‘Suggested Interpretation of I Timothy 2,15’: Evangelical Theology 81 (1969/70) 221-222; C. S. KEENER, Paul, Women and Wives. Marriage and Women’s Ministry in the Letters of Paul (Peabody, Mass. 1992); D. R. KIMBERLEY, ‘I Timothy 2:15: A Possible Understanding of a Difficult Text’: Journal of the Evangelical Theological Society 35 (1992) 481 486; G. W. KNIGHT, ‘AUTHENTEO in Reference to Women in I Timothy 2.12’: New Testament Studies 30(1984) 143-157; S. L. LOVE, ‘Women’s Roles in Certain Second Testament Passages: A Macrosociological View’: Biblical Theology Bulletin 12 (1987) 50-59; A.-M. MALINGREY, ‘Note sur l’exegese de I Timothy 2,15’: Studia Patristica X11 (ed. E. A. Livingstone) (Berlin 1975) 334-339; D.J. Moo, ‘I Timothy 2:11-15: Meaning and Significance’: Trinidad Journal of New Testament Studies I (1980) 62-83; C. D. OSBURN, ‘AUTHENTEO ( I Timothy 2: 12)’: RestQuarterly 25 (1982) 1-12; A. PADGETT, ‘Wealthy Women at Ephesus. l Timothy2:8-15 in Social Context’: Interpretation 41 (1987) 19-31; PH. B. PAYNE, ‘Libertarian Women in Ephesus: A Response to Douglas J. Moo’s article, ,, I Timothy 2: 11 - 15: Meaning and Significance’: Trinidad Journal of New Testament Studies 2 (1981) 169-197; G. N. REDEKOP, ‘Let the Women Learn: I Timothy 2 :8-15 Reconsidered’: Studies in Religion 19 (1990) 235-245; R. R. RUETHER, ‘Women and ecclesiastical Ministry in historical and social perspective’: Concilium 12 (1976) 17-23; A. D. B. SPENCER, ‘Eve at Ephesus (Should women be ordained as pastors according to the First Letter to Timothy 2:11-15?)’: Journal of the Evangelical Theological Society 17 (1974) 215-222; V.C. STICHELE, ‘Is Silence Golden? Paul and Women's Speech in Corinth’, Louvain Studies 20 (1955) 2-3.

Exegese von 1. Tim. 2, 11-15

„Die Frau suche beim Gottesdienst Belehrung durch ruhiges Zuhören, in rechter Unterordnung" (Vers 11)

Wem sollten sich Frauen unterordnen? Da in unserem Text das Objekt nicht genau festgelegt ist, ist es unpassend anzunehmen, dass der Mann (im allgemeinen) das Objekt ist. Da der Brief geschrieben wurde, um Frauen davon abzuschrecken, falschen Lehrern zu folgen, „die Ermahnung mit aller Unterordnung zu lernen, scheint auf das Lernen von wahren Lehrern hinzuweisen." (Redekop; Padgett). „So wie Ehefrauen (Titus 3:5), Kinder (1. Tim. 3:4) und Sklaven (Titus 2:9) in den Haushalten unterwürfig sein müssen, ........so sollte die Gemeinde (vor allem Frauen) nicht Verachtung für ihre Priester empfinden." (Fiorenza, p.289).

„Ich gestatte keiner Frau zu lehren, ebensowenig dass sie sich über den Mann erhebe. Sie soll in stiller Zurückhaltung bleiben." (Vers 12)

Es gibt keinen Zweifel darüber, dass der Autor vom 1. Timotheusbrief eine Regel für Frauen erlassen hat, das ihnen verbot zu lehren oder ein Amt in seiner Christenversammlung auszuüben.
Die Hauptfrage ist jedoch: war das nur ein lokal und temporal begrenztes Verbot oder eine allgemeine Norm, die unter Inspiration für alle kommenden Zeiten ausgesprochen wurde?
Aus folgenden Gründen können wir daraus schließen, dass es nur ein temporales und lokales Verbot war:
  1. Wann immer das Verb „erlauben" (epitrepsein) im Neuen Testament verwendet wird, bezieht es sich auf eine spezielle Erlaubnis in einem speziellen Zusammenhang (Matth. 8, 21; Markus 5, 13; Joh. 19, 38; Apost. 21, 39-40; 26, 1; 27, 3; 28, 16; 1. Kor. 16, 7; etc.). Außerdem verweist der Indikativ auf einen unmittelbaren Zusammenhang. Die korrekte Übersetzung wäre folglich: „Ich erlaube es gerade jetzt" (Spencer; Hugenberger); „Ich habe entschieden, dass im Augenblick Frauen nicht lehren oder Amtsgewalt über Männer haben sollten" (Redekop; auch Payne).
  2. Wir wissen ganz sicher, dass Paulus Frauen erlaubte, prophetisch – „gotterleuchtet" - in der Versammlung zu reden (1. Kor. 11, 5). Frauen fungierten in der Kirche als Diakonissen. Wir wissen deshalb, dass sie in Versammlungen sprachen. 1. Tim. 2, 12 ist eine Ausnahme, eine spätere Regel um einer bestimmten Gefahr entgegenzuwirken.
  3. Der unmittelbare Zusammenhang mit dem Verbot war die Gefahr der gnostischen Lehre, die zu dieser Zeit hauptsächlich Frauen beeinflusste. Seinen Zweck einfach auf eine permanente Norm für alle Zeiten zu erweitern, geht weit über die wörtliche Bedeutung (the „literal sense")des Textes und den beabsichtigten Rahmen (the intended scope) des biblischen Autors hinaus.
Die allgemeine Bedeutung dieses Verses ist deshalb: „Bis Frauen nicht gelernt haben, was sie brauchen, um ein volles Verständnis für die wahre Lehre zu erhalten, sollen sie nicht lehren und Amtsgewalt über Männer ausüben." (Redekop).

„Denn zuerst wurde Adam geschaffen, dann erst Eva. (Vers 13)
Und Adam ließ sich nicht betören, aber die Frau wurde verführt und sündigte. (Vers 14)
Jedoch wird die Frau durch ihre Mutterschaft gerettet werden, wenn sie im Glauben, in der Liebe und im Streben nach Heiligkeit verharrt" (Vers 15).

Es ist klar, dass diese Verse keine gründlich überlegten theologische Statements sind. Weil sie genaugenommen keinen Sinn ergeben. Wenn Eva Adam untergeben ist, weil sie nach ihm geschaffen wurde, dann wären Adam und Eva den Tieren, die vor ihnen geschaffen wurden, untergeben. Dann wären gemäß des ersten Schöpfungsberichtes Adam und Eva gleichzeitig erschaffen: „Gott schuf den Menschen, männlich und weiblich schuf er sie" (Gen. 1, 27). Demnach wurde Adam gleicherweise verführt und gleicherweise schuldig, wie der Bericht klarmacht (Gen. 3, 17-19). Die Schmerzen bei der Geburt und die Beherrschung durch den Mann wurden als Strafen für Eva angesehen (Gen. 3, 16), aber der Sieg der Frau über das Böse (Gen. 3, 15) wird vom Autor ignoriert. Sind dies bedeutungsvolle doktrinäre Erklärungen?
Warum legt der Autor des 1. Timotheusbriefes den zweiten Schöpfungsbericht in der Genesis so ungeschickt nach seiner Meinung aus? Kein Zweifel, „der Gebrauch der Genesis um Frauen eine Lektion zu erteilen war unter den jüdischen Aufdeckern üblich" (Witherington). Aber die Gnostiker verwendeten auch den Schöpfungsbericht. Diese Verse mögen also gut eine Polemik gegen die verschiedenen Missverständnisse Adam und Eva betreffend gewesen sein (Hugenberger). „Das Evangelium rauft sich also in Ephesus mit Frauen herum, die unter gnostischem Einfluss eine feministische Interpretation von Adam und Eva als einen Präzedenzfall für ihre eigene spirituelle Vorrangstellung und Autorität herumposaunen" (Barron)

Die Polemik gegen die gnostischen Lehrer dürfte auch den wahren Standpunkt des Autors aufdecken. In der Genesis wurde Eva von einer Schlange verführt und sündigte, in Ephesus wurden einige Frauen von falschen Lehrern verführt und sündigten aus diesem Grund. Doch laut 1. Tim. 2, 14 liegt die Betonung auf der Tatsache, dass Adam nicht derjenige war, der verführt wurde, es deckt den Zusammenhang auf, in dem der Brief geschrieben wurde, z. Bsp. Frauen sind diejenigen, die die Schwierigkeiten verursachen. Deshalb spricht der Autor des 1. Timotheusbriefes eine besondere Situation an.

Es ist möglich, dass es mehr die patriarchalische Voreingenommenheit des Autors war, als der besondere Zusammenhang mit den Gnostikern, der diesen ziemlich antifeministischen Ausbruch hervorrief. Wenn, dann wäre das sogar ein noch schwerwiegender Grund, diese gestörte und ungeschickte Interpretation des Schöpfungsberichtes nicht ernsthaft als Lehrmeinung zu erklären.

Die Verse über Adam und Eva sind ein typischer Rationalismus (rationalizations) , d.h. ad hoc Gedankengänge um etwas Erklärtes zu untermauern. Man kann das nur im Zusammenhang mit den Addressaten des Briefes verstehen und deshalb hatten diese Argumentationen nur einen begrenzten Rahmen. (a limited scope)

Die Tragödie ist, dass diese Verse in der späteren Tradition eingehend dazu verwendet wurden, die zeitgenössischen Vorurteile gegen Frauen zu rechtfertigen. Sie waren die Voraussetzung um durch die Heilige Schrift zu beweisen, dass Frauen den Männern untertan seien und dass Frauen für Versuchungen und Verführungen leichter empfänglich seien.
Lesen Sie auch die Interpretation des Genesisberichts und über den Gebrauch dieses Textes und dessen Begleitung in der rabbinischen Tradition im Neuen Testament von Cora E. Cypser: The perennial Problem of Sin":

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Deutscher Sprachbereich

"Dieses Dokument kann frei verwendet werden. Wir ersuchen jedoch um die Quellenangabe www.womenpriests.org"

Übersetzung aus dem Englischen: Herbert Kaser, A 2601 Sollenau.

Bibelzitate übernommen von: "Die Heilige Schrift: Einheitsübersetzung - 7. Auflage"


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