In der Heilssymbolik ist Christus der Bräutigam und die Kirche ist seine Braut

In der Heilssymbolik ist Christus der Bräutigam und die Kirche ist seine Braut

Aus: INTER INSIGNIORES:

Arms of John Paul II

§ 29. Das Heil, das von Gott den Menschen angeboten wird, die Gemeinschaft, zu der sie mit ihm berufen sind, mit einem Wort der Bund, wird schon von den Propheten des Alten Testaments mit Vorliebe unter dem Bild eines geheimnisvollen Brautverhältnisses beschrieben: das erwählte yolk wird für Gott zur innig geliebten Braut; die jüdische wie die christliche Tradition haben die Tiefe dieser innigen Liebe erkannt, indem man immer wieder das Hohelied der Liebe gelesen hat; der göttliche Bräutigam bleibt treu, selbst dann, wenn die Braut seine Liebe verrät, d. h. wenn Israel Gott gegenüber untreu wird (vgl. Os 1-3; Jer 2). Als die “Fülle der Zeit” (Gal 4, 4) kam, hat das Wort, der Sohn Gottes, Fleisch angenommen, um in seinem Blut, und das für die vielen zur Vergebung der Sünden vergossen wird, den neuen und ewigen Bund zu beginnen und zu besiegeln: sein Tod wird erneut die zerstreuten Kinder Gottes versammeln; aus seiner durchbohrten Seite wird die Kirche geboren, wie Eva aus der Seite Adams geboren wurde. Jetzt erst verwirklicht sich vollkommen und endgültig das bräutliche Geheimnis, das im Alten Testament angekündigt und besungen worden ist:

§ 30. Christus ist der Bräutigam; die Kirche ist seine Braut, die er liebt, da er sie durch sein Blut erworben und sie lobwürdig, heilig und ohne Makel gestaltet hat und mit ihr nunmehr untrennbar verbunden ist. Das Brautthema, das sich von den Briefen des hl. Paulus (vgl. 2 Kor 11, 2; Eph 5, 22-33) bis zu den Schriften des hl. Johannes entfaltet (vgl. vor allem Jo 3, 29; Offb 19, 7’ und 9), ist auch in den synoptischen Evangelien anzutreffen: solange der Bräutigam unter ihnen weilt, dürfen seine Freunde nicht fasten (vgl. Mk 2,19); das Himmelreich ist zu vergleichen mit einem König, der für seinen Sohn ein Hochzeitsfest veranstaltet (vgl. Mt 22,1-14). Durch diese Sprache der Schrift, die ganz von Symbolen durchdrungen ist und den Mann und die Frau in ihrer tiefen Identität zum Ausdruck bringt und erfaßt, wird uns das Geheimnis Gottes und Christi geoffenbart, ein Geheimnis, das in sich unergründlich ist.

§ 31. Das ist auch der Grund, warum man nicht die Tatsache vernachlässigen kann, daß Christus ein Mann ist. Um die Bedeutung dieser Symbolik für die Okonomie der Offenbarung gebührend zu berücksichtigen, muß man daher einräumen, daß in den Funktionen, die den Weihecharakter erfordern und wo Christus selbst, der Urheber des Bundes, der Bräutigam und das Haupt der Kirche, in der Ausübung seiner Heilssendung repräsentiert wird – was im höchsten Maße in der Eucharistie geschieht – seine Rolle von einem Mann verkörpert wird (das ist der eigentliche Sinn des Wortes persona). Das gründet bei diesem letzteren nicht in irgendeiner persönlichen höheren Würde in der Wertordnung, sondern ergibt sich allein aus einer faktischen Verschiedenheit in der Verteilung der Aufgaben und Dienste.

Für den vollständigen Text siehe: INTER INSIGNIORES.

Aus: Römischer Kommentar zur Erklärung der Kongregation für die Glaubenslehre zur Frage der Zulassung der Frauen zum Priesteramt Inter Insigniores:

Sacred Congregation for Doctrine

§ 99. Doch man insistiert: Es wäre wichtig, daß Christus von einem Mann vertreten werde, wenn gerade das Mannsein Christi einen wesentlichen Platz in der Heilsökonomie einnähme. Man sagt nun aber, daß es unmöglich sei, dem Geschlecht eine Sonderstellung in der hypostatischen Union einzuräumen; das Wesentliche ist die menschliche Natur als solche, die vom Wort Gottes angenommen worden ist, und nicht sekundäre Merkmale wie Geschlecht und Rasse. Wenn die Kirche zuläßt, daß Menschen aller Rassen Christus gültig vertreten können, warum erkennt sie dann den Frauen die Fähigkeit ab, dies zu tun?

§ 100. Hier gilt es vor allem, die Antwort mit den Aussagen der Erklärung selbst zu geben, daß nämlich “die ethischen Unterschiede die menschliche Person nicht so tief berühren wie der Unterschied der Geschlechter”. Hierin stimmt die Lehre der H1. Schrift mit der modernen Psychologie überein. Durch den Schöpferwillen Gottes ist nach dem Bericht der Genesis (der übrigens vom Evangelium übernommen wird) die Verschiedenheit der Geschlechter sowohl auf das Zusammenwirken der Personen als auf die Erzeugung von Nachkommenschaft hingeordnet. Man muß jedoch darüber hinaus feststellen, daß die Tatsache, daß Christus Mann und nicht Frau ist, nicht nebensächlich und bedeutungslos für die Heilsökonomie ist.

§ 101. In welchem Sinn? Sicherlich nicht im materiellen Sinn, von dem man manchmal in der polemischen Auseinandersetzung gesprochen hat, um die Sache lächerlich zu machen, sondern weil uns nahezu die gesamte Heilsökonomie unter wesentlichen Symbolen geoffenbart worden ist, mit denen sie untrennbar verbunden ist. Ohne diese Symbole wäre der Heilsplan Gottes einfach unverständlich. Christus ist der neue Adam; der Bund Gottes mit den Menschen wird im Alten Testament als eine mystischbräutliche Vereinigung dargestellt, deren endgültige Wirklichkeit das Opfer Christi am Kreuz ist.

§ 102. Die Erklärung legt kurz die Linien dar, die die Fortentwicklung dieses biblischen Themas kennzeichnen, das Gegenstand zahlreicher exegetischer und theologischer Arbeiten geworden ist. Christus ist der Bräutigam der Kirche, die er durch sein Blut erworben hat; das Heil, das er gebracht hat, ist der Neue Bund. Indem die Offenbarung sich dieser Ausdrucksweise bedient, deutet sie an, warum die Menschwerdung in der Form des männlichen Geschlechtes erfolgt ist, und verhindert, daß man von dieser historischen Tatsache abstrahieren könnte. Aus diesem Grunde kann nur ein Mann Christi Stelle einnehmen, Zeichen seiner Gegenwart sein, mit einem Wort: “ihn vertreten”, d. h. wirksames Zeichen seiner Gegenwart in den wesentlichen Handlungen des Neuen Bundes sein.

§ 103. Könnte man auch ohne diese biblische Zeichensprache bei der Vermittlung der Frohen Botschaft, bei der Betrachtung des Geheimnisses und im liturgischen Bereich auskommen? Diese Frage stellen heißt, wie man es in den jüngsten Studien lesen kann, die ganze Art und Weise zur Diskussion stellen, in der sich die Offenbarung vollzogen hat, heißt, den Wert der Heiligen Schrift herabsetzen. Man wird zum Beispiel sagen, daß zu jeder Zeit die kirchliche Gemeinschaft sich auf die Autorität beruft, die sie von ihrem Stifter empfangen hat, um die Bilder auszuwählen, die es ihr ermöglichen, die Offenbarung von Gott zu empfangen”. Vielleicht ist dies ein noch tieferes Mißverständnis des menschlichen Wertes dieses Brautthemas in der Offenbarung der Liebe Gottes.

Für den vollständigen Text siehe: Römischer Kommentar on INTER INSIGNIORES.

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