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Als angenommene Kinder Gottes sind Frauen wie Männer Ebenbilder Christi.

Als angenommene Kinder Gottes sind Frauen wie Männer Ebenbilder Christi.

In der Rede von der göttlichen Ebenbildlichkeit verbindet das Wort Gottes beide Geschlechter: „Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Weib.” (Gen 1, 27). Paulus sagt, daß alle Männer und Frauen in Christus sind (Gal 3, 26-28). Von allen Christen ist hier die Rede, wenn er sagt, „Wir alle spiegeln mit enthülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wieder und werden so in sein eigenes Bild verwandelt, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, durch den Geist des Herrn.” (2 Kor 3, 18).

Dieser Seinszustand liegt vor, weil wir, in und durch Jesus Christus, angenommene Kinder Gottes geworden sind. „Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er, Christus, Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben.” (Joh 1, 12) „So bezeugt der Geist selber unserem Geist, daß wir Kinder Gottes sind.” (Röm 8, 16).

Die Gleichberechtigung von Männern und Frauen ergibt sich aus einem gleichartigen In-Christus-Sein in der Taufe.

Stellen wir uns die Frage: Ist die Beziehung einer Frau zu Jesus dem Christus eine essentiell andere als die eines Mannes zu Jesus dem Christus?

Die Tradition gibt auf diese Überlegung ziemlich direkte Antworten – wenn nicht aufgrund einer ausführlichen theologischen Reflexion, dann aber sicher durch die Praxis. In diesem Kontext ist wohl die einfache und unübersehbare Tatsache, daß Frauen getauft werden, die wichtigste; genau diese sakramentale Handlung setzt sie in eine bestimmte Beziehung zu Gott in Christus. Wie sieht diese Beziehung aus, und was sind die Implikationen bezüglich des Verständnisses der Rolle der Frau in der Kirche?

Die in der Taufe besiegelte Beziehung des Menschen zu Christus ist nicht nur dadurch gekennzeichnet, daß dem Gläubigen ein „Geschenk” anvertraut wird, das getrennt vom Geber und äußerlich seiner selbst liegt. Vielmehr geschieht im Taufakt Sündenvergebung, die Gnade der Rechtfertigung also. Im Licht des neutestamentlichen Taufverständnisses wird deutlich, daß der getauften Person dieses Geschenk kraft der Tatsache gehört, daß er oder sie mit Christus „verbunden”, „in” Christus, ein „Glied” in Christus, „begraben” mit Christus etc. ist. Getauft zu sein bedeutet, mit Christus durch die Kraft des Geistes, die an der Beziehung zum Vater teilhaben läßt, vereint zu sein. „Weil ihr nun Kinder seid, hat Gott den Geist seines Sohnes gesandt, in unsre Herzen, der da ruft: Abba, lieber Vater!” (Gal 4, 6). So stellte Cyrill von Jerusalem fest, daß die Bedeutung der Taufe in der Teilhabe sowohl an der Gottessohnschaft Christi als auch an seinem Tod, seiner Auferstehung und seiner Macht, das Böse zu besiegen, liegt (Katechetisches Gebet III, passim).

Diese Betrachtungen machen deutlich, daß der Brauch, Frauen zu taufen, auf das Problem der Frauen als Stellvertreter Christi bei der Eucharistie einwirkt. Es impliziert nicht nur den Glauben an soteriologisches Heil für Frauen, d.h. daß ihre Sünden vergeben, bzw. sie ordentliche Empfänger der heilenden Gnade sind, sondern auch, daß Frauen an der Identität Jesu dem Christus Anteil haben und dies faktisch tun, daß sie in ihm vereinigt sind als dem Repräsentanten der menschlichen Art und daß Jesus tatsächlich in ihnen lebt. Es kann also die Schlußfolgerung gezogen werden, daß die Taufe Frauen, wie Männer, in die Rolle des Stellvertreters Christi versetzt – sie sind damit Personen, in denen sich die Wirklichkeit des Lebens Christi, der Versöhnung mit Gott symbolisch manifestiert. Daraus resultiert, daß Frauen, in der gleichen Weise wie Männer, Christus bei der Eucharistiefeier vertreten können.

R.A. Norris hat diesen Sachverhalt sehr gut dargestellt:

„In bezug auf die Bedeutung der Taufe haben Frauen dieselbe Beziehung zu Gott-in-Christus wie Männer. Diese Beziehung versetzt sie nicht nur in die Rolle einer Art Pfründnerin des Heils, sondern auch in die einer die Identität Christi Mittragenden – d.h. seine Sohnschaft und somit seinen Dienerstatus, seine Priesterschaft und seine prophetischen und königlichen Ämter gegenüber der Welt. Daß sie nicht Jesu Männlichkeit teilen und nicht teilen können ist eindeutig kein Hindernis für diese Beziehung oder dieses mit einbezogenen Amtes – insofern Christi Menschlichkeit, und nicht seine Männlichkeit das Gott-mit-uns ermöglicht, geschieht dies wohl aus gutem Grund. Taufpraxis und christologische Doktrin bedingen sich hier gegenseitig.”

„Was aber hat all dies mit der Ordination zu tun? Die Weihe ist nicht mit der Taufe gleichzusetzen. Es ist lediglich ein weiteres Sakrament, und deshalb sagt die Praxis der Taufe von Frauen nichts darüber aus, ob getaufte Frauen ordiniert werden dürfen oder nicht ...”

„Zwar ist die Priesterweihe natürlich ein weiteres Sakrament und versetzt eine Person nicht in den Status eines von Sünden freigesprochenen, gerechtfertigten Gliedes in Jesus, sondern in eine bestimmte Relation zur Kirche – eine Relation, die den Geistlichen zu einer sakramentalen Person werden läßt, die die Präsenz des göttlichen Wortes trägt, durch die die Kirche lebt. Trotzdem ist es aber unerläßlich zu fragen, was, abgesehen von der Weihe selber, erforderlich ist, damit eine Person diese sakramentale Rolle in bezug auf die Kirche wahrhaftig erfüllen kann. Des weiteren ist bezüglich dieser Fragestellung zu beachten, daß die einzelnen Sakramente untereinander verschieden sind, nicht in dem Sinn, daß sie letztendlich unterschiedliches bedeuten, sondern in der Art und Weise, in der sie ihre Bedeutung tragen und für welchen Zweck. Gnade und Wahrheit, die im Wort Fleisch geworden sind, sind eins ...”

„Eine Voraussetzung für die Weihe ist, und so ist es immer gewesen, die Taufe ... aber ist Männlichkeit eine ebenso notwendige Voraussetzung? An diesem Punkt nun tritt die Relevanz der Diskussion um die Taufe und die Frage der Frauenordination zutage. Frauen werden getauft; die Getauften sind „in Christus” und haben teil an seiner Identität; kraft dieser Identität üben sie ein Laienamt aus, das die Rolle des Abbild-Jesu-Seins und seiner Repräsentanz in und für diese Welt einschließt – diese Fakten legen einem nahe, daß Frauen ebenso fähig sind, Christus in der Rolle einer ordinierten Person zu repräsentieren.

Diese Annahme wird weiter dadurch bestätigt, daß die Identität, in der Jesus Welt und Kirche stellvertretend versöhnt, keine vorrangig männliche ist, sondern eine menschliche als Träger des göttlichen Wortes. Die neue Kreatur ist also nicht primär männlich; so wird dem Argument, daß Männlichkeit Voraussetzung des Abbild-Jesu-Seins, sein Grund entzogen.”

„So fragen wir uns letztendlich: Ist es der Christus des Taufgeheimnisses, den die ordinierte Person vertritt, oder ist sie Stellvertreter eines Christus, der anderweitig verstanden und qualifiziert wird? Der Christus des Taufgeheimnisses – der Christus, der die neue Schöpfungsordnung verkörpert und zum Tragen kommt – ist einer, an dessen Identität Mann und Frau, Jude und Grieche, Sklave und Freier gleichwertig teilhaben. Des weiteren ist es dieser Christus, und kein anderer, den die christologische Tradition durch ihr Bestehen auf die integrale und inklusive Menschwerdung des Wortes propagiert. Weiter darauf zu beharren, daß kirchliches Priestertum männlich sein muß, wenn es Stellvertreter Christi sein soll, bedeutet, dafür zu argumentieren, daß kirchliches Priestertum einen anderen Christus repräsentiere als den, den die restlichen Sakramente der Kirche verkörpern und bestätigen.”

R.A. Norris, „The Ordination of Women and the Maleness of the Christ”, The Anglican Theological Review, June 1976; auch in: Feminine in the Church, ed. by Monica Furlong, SPCK, London 1984, S. 71-85; hier S. 80-83.

Schon im Rahmen von Taufe und Heirat handeln Frauen in der Person Christi.

Die übliche sakramentale Doktrin besteht darin, den Verwalter der Sakramente als in Stellvertretung Christi handelnd zu betrachten. Bezüglich der Gültigkeit der Taufe besagt die explizite Lehre der Kirche, daß jedem Vernunftbegabte mit einem validen Grund und mit adäquaten Umgangsformen die Verwaltung dieses Sakraments erlaubt ist und somit, egal ob männlich oder weiblich, in persona Christi handelt.

„Durch seine Macht ist Christus in den Sakramenten präsent, so daß, wenn jemand eine Person tauft, es eigentlich Christus selbst ist, der tauft.” (Vatikanum II, Sacrosanctum Concilium)

Die Verwalter des Ehesakraments sind die Partner selbst. Pius XII hat in Mystici Corporis treffend formuliert: „Die Ehepartner sind die Darbieter der Gnade für einander.” (Acta Apostolicae Sedis 35 (1943) S. 202). Das Ehesakrament ist dauerhaft. Daraus folgt, daß die Ehepartner, so lange sie verheiratet sind, gegenseitig Darbieter der Liebe Christi und der Gnade bleiben.

„Die Sakramente sind die Taten Christi. Die erwähnten Umstände voraussetzend kann deshalb in bezug auf die Taufe eine heidnische Frau verwalten und trotzdem in persona Christi handeln, es ist immer noch Christus, der tauft. Bezüglich der Eheschließung, wird die Frau zur Gattin und der Mann zum Gatten und beide bleiben dauerhafte Verwalter der sakramentalen Gnade und, um die Worte des Augustinus zu bemühen: „Wenn ein Mann heiratet ist es Christus, der heiratet; wenn eine Frau heiratet, ist es Christus, der heiratet.” (Iohannis Evangelium VI; PL 35, 1428).

Eric Doyle, ‘The Question of Women Priests and the Argument in Persona Christi’, Irish Theological Quarterly 37 (1984), S. 212-221, hier S. 215-216).

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Übersetzung aus dem Englischen: Tina Bruns.


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