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Die Geschichte des Frauendiakonates

Die Geschichte des Frauendiakonates

Richtiges Verständnis der Tradition
* biblische Tradition
* dynamische Tradition
* latente Tradition
* reife Tradition

Das Engagement von Frauen im Apostolat der frühen Kirche ist unbestreitbar. Wir können hier nur in einer kurzen Zusammenfassung die Rolle von Diakoninnen in einem weit gefaßten Kirchenbild aufzeigen

Frauen im Mitarbeiterstab des Paulus

Die Kirche der Frühzeit konnte wegen der damaligen soziologischen Verhältnisse nicht sofort die Konsequenzen aus dem revolutionären neuen Priestertum Christi ziehen. Paulus wußte, daß durch die Taufe in Christus die Unterschiede zwischen Sklaven und Freien im Prinzip aufgehoben waren (Gal 3, 38), und er zieht daraus den logischen Schluß, daß Sklaven freigelassen werden sollten (1 Kor 7, 21-23). Doch unter dem Druck des vorherrschenden Gesellschaftssystems akzeptierte er die Institution der Sklaverei als notwendiges Übel. In gleicher Weise war es ihm im Rahmen des vorherrschenden Denkens unmöglich, die Gleichheit von Mann und Frau in Christus (Gal 3, 28), an die er so fest glaubte, in ihrer ganzen Tragweite zu erkennen. In diesem Lichte ist es um so bedeutsamer, daß bereits in paulinischer Zeit Frauen im Dienste der Kirche gestanden sind.

Ebenso wie Frauen sich an Christus in seinem Werk der Verkündigung angeschlossen hatten (Lk 8,1-3), haben Frauen später auch beigetragen zum Aufbau der ersten christlichen Gemeinden. Hatten sie klar umrissene Aufgaben?

Die Rolle der Frauen als 'Prophetinnen'

Ein Prophet im Sinne des Neuen Testamentes ist nicht nur ein inspirierter Mensch, sondern er oder sie bekleidete auch ein Amt innerhalb der Gemeinde. Bei Paulus steht der Prophet zwischen Apostel und Lehrer: "Gott hat jedem seinen bestimmten Platz zugewiesen. Zuerst kommen die Apostel, dann die Propheten, dann die Lehrer. Dann kommen die, die Wunder tun... Nicht alle sind Apostel, nicht alle Propheten, nicht alle Lehrer..." (1 Kor 28-29). In der Didachee (11-13) wird der Prophet in die Nähe der missionarischen Apostel gestellt.

Der Dienst der 'Witwen'

Im Neuen Testament steht das Wort 'Witwe' für verschiedene, aber doch verwandte Begriffe. In der Apostelgeschichte (6,1-2, 9,39) lesen wir, daß die Gemeinden für die 'älteren Witwen' sorgten. Hier sind einfach Witwen im gewöhnlichen Sinn des Wortes gemeint. Aber bereits im Brief an Titus sehen wir, daß diesen Witwen eine besondere Rolle in der Gemeinde zukam: 'Die älteren Frauen sollen ein Leben führen, wie es sich für eine heilige Berufung geziemt. Sie sollen nicht klatschsüchtig oder trunksüchtig sein, sondern Vorbilder in allem Guten. Sie sollen die jüngeren Frauen anleiten, ihre Männer und ihre Kinder zu lieben...' (Tit 2,3-4). Hier scheint mit dem Witwenstand die Forderung nach Perfektion und einer Art Mission für die jüngeren Frauen der Gemeinde verbunden zu sein. Später ist diese Funktion in das organisierte Apostolat hinein gewachsen.

Obwohl das Diakonat in einem weiteren Sinne von Anfang an existierte, wird klar, daß im 2. Jahrhundert der 'Witwenstand' diese Funktion ausübte, wenn auch in einem nicht genau definierten Sinn.

Frauen im Diakonat

Bereits in apostolischer Zeit gab es Diakoninnen in der Kirche. Aus der klassischen Passage aus 1 Tim geht dies klar hervor:

"Diakone müssen ehrbare Männer sein. ... Sie müssen geprüft werden, ob sie geeignet sind. Nur wenn niemand ihnen etwas nachsagen kann, dürfen sie zum Dienst zugelassen werden. Auch die Frauen müssen ehrbar sein, nicht klatschsüchtig, sondern maßvoll und in allem zuverlässig. Ein Diakon darf nur einmal verheiratet sein" (1 Tim 3,8-12).

"Das Wort 'Diakon' wird hier in seinem eigentlichen Sinn verwendet. Die erwähnten Frauen werden von den Ehefrauen der Diakone klar unterschieden, während ihre nähere Beschreibung parallel zu jener der Diakone verläuft. Daraus folgt, daß diese Frauen als Diakoninnen zu verstehen sind. Das Wort weist hin auf einen Dienst, welcher zum geistlichen Weiheamt gehört." Jean Daniélou, The Ministry of Women in the Early Church (= Der Dienst der Frauen in der frühen Kirche), Faith Press, Leighton Buzzard 1974, p. 14.

In den ersten Jahrhunderten blieben jedoch die Unklarheiten in Terminologie und Praxis bestehen. Die Synode von Epaon (517) spricht von 'Witwen, die Diakoninnen genannt werden'. Manchmal wird der Ausdruck 'Witwe und Diakonin' verwendet. Es ist jedoch wahrscheinlich, daß zwischen diesen beiden Rollen doch immer ein gewisser Unterschied bestand.

Lediglich im dritten Jahrhundert hat die Kirche die Position der Frauen im Diakonat genauer klargestellt, möglicherweise wegen gewisser Probleme mit den Witwen, die in geringerem Ausmaß organisiert waren . In den Didaskalia (3. Jhdt.) und in den Apostolischen Konstitutionen (4. Jhdt.) werden die unterschiedlichen Rollen der 'Witwen' und der 'Diakoninnen' ausgeführt. Konzilien legten die Bedingungen für ihre sakramentale Weihe und die Weiheriten fest.

Im Byzantinischen Teil der Kirche reichte die Blütezeit des Frauendiakonates bis ins 8. und 9. Jahrhundert. Nach dem Kalender der orthodoxen Kirche werden viele Diakoninnen als Heilige verehrt.

Der endgültige Niedergang des Frauendiakonates ist auf zwei Hauptursachen zurückzuführen:

In den lateinischsprachigen Teilen der Kirche – in Italien, Nordafrika, Gallien und Britannien - gab es immer eine starke Opposition gegen das Frauendiakonat. Die Hauptgründe waren (a) der Einfluß des Römischen Rechtes, in dem Frauen keine Autoritätsstellung erlangen konnten, und (b) die Furcht vor ritueller Unreinheit.

Im Mittelalter ist die Bedeutung des Frauendiakonates in der frühen Kirche weithin in Vergessenheit geraten.

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Dieses Dokument kann frei verwendet werden. Wir ersuchen jedoch um die Quellenangabe www.womenpriests.org.

Übersetzung aus dem Englischen: Michael Mayr, A-4020 Linz


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