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Die latente Tradition die Jahrhunderte hindurch schließt die Möglichkeit, Frauen zu Priestern zu weihen, ein

Die latente Tradition die Jahrhunderte hindurch schließt die Möglichkeit, Frauen zu Priestern zu weihen, ein

Richtiges Verständnis der Tradition
* biblische Tradition
* dynamische Tradition
* latente Tradition
* reife Tradition

Die Kirche war stets der Überzeugung, dass sich wahre tradition nicht in äußeren Feststellungen oder Praktiken erschöpft. Das gilt auch für ihre eigene. Tradition enthält auch „das Evangelium, das unser Herr nicht schrieb, sondern mit dem Munde lehrte und in die Herzen einpflanzte und von dem die Evangelisten einiges später niederschrieben, während vieles einfach den Herzen der Gläubigen anvertraut blieb."

Vgl. K. Rahner/J. Ratzinger, Offenbarung und Überlieferung, Freiburg 1965, 51.

Es ist meine feste Überzeugung, dass Katholiken in allen Jahrhunderten im Innersten ihres Herzens stets gewusst haben, dass Frauen vor Gott gleich sind und dass es keinen grundsätzlichen Einwand gegen das Frauenpriestertum geben könne. Diese innere Überzeugung bildet den sensus fidelium, den christlichen Glaubenssinn, den Geist der Kirche: Die Formeln Ecclesiae Catholicae sensus, oder auch consensus Ecclesiae, erinnern uns daran, dass hier mit „Kirche" die Gemeinschaft aller Glaubenden gemeint ist.

Es ist wichtig, sich klarzumachen, was mit latenter Tradition gemeint ist.

Eine solche innere Überzeugung kann über längere Zeit latent vorhanden sein, ohne ausdrücklich erkannt und anerkannt zu werden. Newman nannte sie die Realität und die Fortdauer einer inneren Erkenntnis im Gegensatz zu ihrem ausdrücklichen Bekenntnis. „Das völlige oder partielle Fehlen oder die Unvollständigkeit dogmatischer Festlegungen ist kein Beweis für das Fehlen von Eindrücken oder impliziten Urteilen im Geist der Kirche. Ganze Jahrhunderte mögen ohne das förmliche Aussprechen einer Wahrheit vergehen, die während der ganzen Zeit dennoch das verborgene Leben von Millionen gläubiger Seelen war."

Vgl. John Henry Kardinal Newman, Zur Philosophie und Theologie des Glaubens. Oxforder Universitätspredigten, in: Ausgewählte Werke VI, Mainz 1964, 238.

Diese innere Wahrheit durchläuft die typische Entwicklung eines Samenkorns. Die Überlieferung ist lebendig, denn es ist der lebendige Geist, der sie trägt, ein Geist, der lebendig in der Zeit ist. In ihr trifft dieser Geist auf Probleme oder erwirbt sich einen Wissensschatz, die ihn veranlassen, der Tradition bzw. der Wahrheit, die sie enthält, die Reaktionen und charakteristischen Merkmale des Lebendigen zu verleihen: Anpassung, Reizbeantwortung, Wachstum und Fruchtbarkeit. Die Überlieferung ist lebendig, weil sie im lebendigen Geist „verwurzelt" ist, der aus ihr heraus lebt, in einer Geschichte, die Aktivität, Probleme, Zweifel, Gegensätze, Neuansätze und Fragen enthält, die auf eine Antwort warten (Johann Möhler).

Vgl. Y. Congar, The meaning of tradition, New York 1964, 75; vgl. Y. Congar, Die Tradition und die Traditionen, I-II, Mainz 1965; vgl. auch J. Ranft, ‘Lebendige Überlieferung. Ihre Einheit und ihre Entwicklung’, in: Die eine Kirche. Zum Gedenken J. A. Möhlers, besorgt durch H. Tüchle, Paderborn 1939, 109 – 134.

Überlieferung ist der ständige Wachstumsprozess des Glaubensbewusstseins der Kirche. Ihre Funktion in ihr kann mit jenem Vorgang verglichen werden, der sich im Bewusstsein des einzelnen abspielt, das sich lebendig entfaltet: Sie ist Verständnis und Erinnerung, Gradmesser der Identität, Instinkt für das Geeignete und Ausdruck der Persönlichkeit. Das Glaubensbewusstsein der Kirche ist jedoch von besonderer Art, da es in Christus seine Grundlage hat. In ihm sind Daten „gespeichert", die es als „hinterlegtes Glaubensgut" (depositum fidei) selbst empfangen hat.

Wenn wir die Geschichte der Kirche betrachten – es ist die Geschichte von Menschen, die an Christus glauben, – dann entdecken wir unter der kulturbedingten Opposition gegen das Frauenpriestertum die Fortdauer eines Bewusstsein, das zu den offiziell gebilligten sozial und kulturell bedingten Vorstellungen im Gegensatz steht. Dieses Bewusstsein, dass Frauen zum Weihepriestertum befähigt sind, ist auf vielerlei Weisen deutlich geworden.

  1. Die Jahrhunderte hindurch haben die Gläubigen Maria als Priesterin verehrt. Sie erkannten intuitiv, kraft ihres sensus catholicus, dass Maria, mehr als jede andere Person, am Priestertum Jesu Anteil hatte. Damit verbunden war, einschlussweise, die feste, doch gewöhnlich stillschweigende Überzeugung, dass Maria, obwohl eine Frau, leicht zur Priesterin hätte geweiht werden können, ebenso gut wie jeder andere Mann. Bisweilen hat sich diese Überzeugung ausdrücklich niedergeschlagen.
  2. Es hat Einzelfälle gegeben, wo Frauen zu Priesterinnen geweiht worden sind, vornehmlich in Süditalien. „Als Historiker des christlichen Altertums muss ich betonen, dass die Tradition der ersten fünf Jahrhunderte das Priestertum der Frau nicht so einmütig verurteilt hat, wie man gewöhnlich annimmt." Vgl. Prof. G. Otranto.
  3. Alle Sakramente werden im Namen Christi gespendet. Das tun doch Frauen bereits. Sie spenden ja die Sakramente der Taufe und der Ehe.
  4. All die Jahrhunderte hindurch haben hervorragende Frauen bezeugt, dass sie sich in Christus ihrer Gleichheit mit dem Mann bewusst sind. Das schließt auch einen ungeschmälerten Anteil am sakramentalen Priestertum Christi ein.

John Wijngaards

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Deutscher Sprachbereich

Dieses Dokument kann frei verwendet werden. Wir ersuchen jedoch um die Quellenangabe www.womenpriests.org.

Übersetzung aus dem Englischen: Franz Schmalz, 76532 Baden-Baden.


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