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| Richtiges Verständnis der Tradition |
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| * biblische Tradition |
| * dynamische Tradition |
| * latente Tradition |
| * reife Tradition |
'Traditionen', die nicht biblisch sind, also nicht auf einem korrekten Verständnis der Heiligen Schrift aufbauen und nicht kritisch beurteiltwaren, sind ungültig, d.h. irrig in bezug auf die wesentlichen Gesichtspunkte der Streitfrage.
Die Praxis, Frauen nicht zu Priesterinnen der Kirche zu weihen, ist keine echte und wahrhaftige Tradition, weil sie auf einem dreifachen Vorurteil gegen Frauen beruht:
Es steht außer Zweifel daß jemand, der unter dem Einfluß derartiger Vorurteile stand, den Gedanken an die Frauenordination niemals in Erwägung ziehen konnte. In solchem Denken waren Frauen vom priesterlichen Dienst per Definition ausgeschlossen, einfach aufgrund der Tatsache, daß es Frauen waren, also minderwertige, unreine, untergeordnete, abhängige und sündige Mitglieder des Menschengeschlechts!
Verbreitung
Die oben aufgezählten Vorurteile haben das Denken der Kirche durch die Jahrhunderte, von der Zeit des Hl. Paulus bis heute, zutiefst geprägt.
Sie sind in verschiedenen Verbindungen in allen wesentlichen Quellen der sogenannten kirchlichen 'Tradition' zu finden:
Aus all dem folgt, daß die sogenannte 'Tradition' gegen die Frauenordination ungültig ist, weil:
In der Tat hat es eine nahezu universale und beständige Praxis der Ablehnung der Frauenordination gegeben, aber dies kann nicht als unbestreitbare theologische Quelle für christliche Lehre und Glauben aufrechterhalten werden.
In den meisten menschlichen Gesellschaften dominieren die Männer, sowohl im sozialen als auch im politischen Bereich. Nach wie vor sind Frauen in vielen Ländern benachteiligt. Vorurteile werden durch soziale 'Mythen', kulturelle Praktiken und politische Strukturen verewigt.
Wenn es auch eine genetische Basis für die Geschlechterrollen geben mag, sollte der Ursprung der männlichen Vorherrschaft in historischen Entwicklungen gesucht werden. Die populären Auffassungen und kulturellen Praktiken, die die männliche Vorherrschaft begleiten, sind umgeben von sozialen "Mythen". Der "Mythos" der männlichen Vorherrschaft kann auch heute belegt werden.
Vorurteile sind ein wichtiges Werkzeug zur Aufrechterhaltung sozialer "Mythen" und Auffassungen. Die charakteristischen Merkmale von sozialen Vorurteilen sind ausführlich untersucht worden. Sie fügen sich sehr gut in das Bild der uralten Einstellungen zu Frauen, wie man es in der Kirche vorfindet.
John Wijngaards
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Dieses Dokument kann frei verwendet werden. Wir ersuchen jedoch um die Quellenangabe www.womenpriests.org.
Übersetzung aus dem Englischen: Michael Mayr, A-4020 Linz