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Im Kirchenrecht und in der Theologie des Mittelalters waren Frauen vom gültigen Empfang der Weihe ausgeschlossen

Im Kirchenrecht und in der Theologie des Mittelalters waren Frauen vom gültigen Empfang der Weihe ausgeschlossen

Aus: INTER INSIGNIORES:

Arms of John Paul II

§6 und §7. Niemals ist die katholische Kirche der Auffassung gewesen, daß die Frauen gültig die Priester- oder Bischofsweihe empfangen könnten..... Dieselbe Uberzeugung bestimmt auch die mittelalterliche Theologie(9) , obgleich die scholastischen Theologen, wenn sie die Glaubenswahrheiten durch die Vernunft zu erklären suchen, zu dieser Frage oft Argumente anführen, die das moderne Denken nur schwerlich gelten läßt oder sogar mit Recht zurückweist....

Note 9 Vgl. Bonaventura, In IV Sent., Dist. 25, art. 2, q. 1, ed. Quaracchi, Bd. 4, S. 649; Richardus de Mediavilla (Middletown), in IV Sent., Dist. 25, art. 4, Nr. 1, ed. Venedig, 1499, f° l77r; Johannes Duns Scotus, In IV Sent., Dist. 25; Opus Oxoniense, ed. Vivès, Bd. 19, S. 140; Reportata Parisiensia, Bd. 24, S. 369-371; Durand de Saint-Pourcain, In IV Sent., Dist. 25, q. 2, Venedig, 1571, fo 364V.

Für den vollständigen Text siehe: INTER INSIGNIORES.

Aus: Römischer Kommentar zur Erklärung der Kongregation für die Glaubenslehre zur Frage der Zulassung der Frauen zum Priesteramt

Sacred Congregation for Doctrine

§ 28. Es ist gerade dieses relative kulturelle Element, daß einige Argumente, die in der Vergangenheit zu diesem Thema vorgebracht wurden, heute kaum noch gehalten werden können. Das bekannteste ist das, was der heilige Thomas in den Worten zusammenfaßt: “quia mulier est in statu subjectionis”(23). Im Gedankengang des Doctor angelicus bringt jedoch eine solche Feststellung nicht nur eine philosophische Auffassung zum Ausdruck, da er sie im Lichte der Erzählung der ersten Kapitel der Genesis und der Lehre des ersten Briefes an Timotheus (2,12-14) interpretiert.

Note 23 Hl. Thomas, In IV Sent. Dist. 19, q. 1, a. 1, qa 3 ad 4um; Dist. 25, q. 2, a. 1, qa 1; vgl. q. 2, a. 2, qa, ad 4. - Summa theol. 2a 2ae, q. 177, a. 2.

§ 29. Eine ähnliche Formulierung fand sich schon im Dekret des Gratian(24). Doch suchte Gratian, wenn er die Kapitularien der Karolinger und die falschen Dekretale zitierte, vielmehr mit den Vorschriften des Alten Testamentes das für Frauen erlassene Verbot zu rechtfertigen, das schon von der Urkirche ausgesprochen worden war(25), nämlich das Allerheiligste zu betreten und irgendwelchen Altardienst wahrzunehmen.

Note 24 Dictum Gratiani in Caus. 34; q. 5, c. 11, Ausg. Friedberg, t. 1, colt 1254 vgl. R. Metz, ‘La femme en droit canonique médiéval’,in Recueil de la société Jean Bodin12, 1962, S. 59-113.

Note 25 Kanon 44 der Sammlung, die nach dem Konzil von Laodicea benannt ist: H. T. Bruns, Canones Apostolorum et Conciliorum . . . t. 1, Berlin, 1839, S. 78; hl. Gelasius, , Epist. 14, ad universos episcopos per Lucaniam, Brutios et Siciliam constitutos, II. März 494, Nr. 26: A. Thiel,Epistolae Romanorum pontificum..., , t. 1, Braunschweig, 1868, S. 376.

§ 34. Von dem Zeitpunkt an, in dem der systematische Unterricht über die Sakramente an den Schulen für Theologie und kanonisches Recht eingeführt wurde, behandeln die Autoren ex professo die Natur und den Wert der IJberlieferung, die den Männern den Zutritt zum Weihesakrament vorbehält. Die Kanonisten stützen sich auf das Prinzip, das Innozenz III. in einem Brief an die Bischöfe von Palencia und Burgos ausgesprochen hatte und das dann in die Sammlung der Dekretalen eingefügt worden ist: “Quia licet beatissima Virgo Maria dignior et excellentior fuerit Apostolis universis, non tamen illi, sed istis Dominus claves regni caelorum commisit”(30). Dieser Text ist dann für die Glossatoren ein Gemeinplatz geworden(31). Was die Theologen betrifft, so werden hier einige bezeichnende Texte angeführt. Vom hl. Bonaventura: “Dicendum est quod hoc non venit tam ex institutione Ecclesiae, quam ex hoc quod eis non competit Ordinis sacramentum. In hoc sacramento persona quae ordinatur significat Christum mediatorem”(32).

§ 35. Richard von Middletown (Richardus a Mediavilla), Franziskaner aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts: “Ratio est quod sacramenta vim habent ex sua institutione: Christus autem hoc sacramentum instituit conferri masculis tantum, non mulieribus”(33).

§ 36. Johannes Duns Scotus: “Quod non est tenendum tamquam praecise per Ecclesiam determinataum, sed habetur a Christo: non enim Ecclsia praesumpsisset sexum muliebrem privasse sine culpa sua actu qui posset sibi licite competere"(34). Durand de Saint-Pourcaint: ” . . . sexus virilis est de necessitate sacramenti, cuius causa principalis est institutio Christi.. .: Christus non ordinavit nisi viros.. . nec matrem suam. .. Tenendum est igitur quod mulieres non possunt ordinari ex institutione Christi"(35).

Note 30 Decretal. Lib. V. tit. 38, De paenit., can. 10 Nova A. Friedberg, t. 2, colt 886-887:

Note 31Z. B.Glossa in Decretal. Lib. 1, tit. 33, c. 12

Note 32 In IV Sent., Dist. 25, art. 2, q. 1: Ausg. Quaracchi, t. 4, S. 649. t. 4, p.649:

Note 33 In IV Sent., Dist. 25, a. 4, Nr. 1, Ausg. Bocatelli, Venetiis, 1499 (Pellechet - Polain, 10132/9920), f° 177R.

Note 34 In IV Sent., Dist. 25, Opus Oxonense, Ausg. Vivés, t. 19, S. 140; vgl. Reportata Parisiensia, Ausg. Vivès, t. 24, S. 369-371. Reportata Parisiensia, ed. Vives, t. 24, pp.369-371.

Note 35 In IV Sent., Dist. 25, q. 2; Ausg. Venetiis, 1571, f° 364V.

Für den vollständigen Text siehe: Römischer Kommentar zu "INTER INSIGNIORES"

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