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Ehefrauen von Diakonen
Ein Internationales Forschungsprojekt

Nelleke Wijngaards Serrarens, 2005.

Inhalt

  Vorwort 4
  Einführung 5
I Einfluss der Weihe auf die Familie 8
  A. Veränderungen in gemeinsamen Zeiten und Aktivitäten 8
  B. Positive Konsequenzen 9
  C. Andere, auch negative Folgen 10
II Welche Erwartungen sind an Sie gestellt worden? 11
  A. Von ihrem Mann 11
  B. Von ihrem Pfarrer/ Pastor 11
  C. Von Gemeindemitgliedern / anderen 11
III Unterstiitzung und Zusammenarbeit 13
IV Positive Auswirkung des Diakonats auf die Familie 15
V Probleme fur die Familie durch das Diakonat 17
VI Bin grösseres Angebot an Gesprächen, Veranstaltungen, Spiritualität Unterstützung? 21
VII Kommentar und Ideen 22
VIII Einige Bemerkungen aus sozialwissenschaftlicher Hinsicht 27
IX Zum Schluss 31

Vorwort

Die Idee zu diesem Forschungsprojekt ist entstanden in dem Austausch von Erfahrungen mit Ehefrauen von Diakonen.
Ein internationaler Austausch, wo sich ergab, dass - wie verschieden die gesellschaftlichen und kulturellen Situationen ihres Lebens auch sind- es auch viel Übereinstimmung in Ideen und Erfahrungen gibt.
Ehefrauen von Diakonen sind im allgemeinen sehr verbunden mit den Aufgaben des Diakonates ihres Mannes. Die Erfahrungen und die Konsequenzen dieser Verbundenheit sind vielseitig. Um die Vielseitigkeit im Bild zu bringen, habe ich dieses Forschungsprojekt entworfen.

Das Ziel ist es, Ehepaaren, die mit dem Diakonat verbunden sind, Überblick und Einsicht in die Situation vieler Ehepaare und Familien zu geben, auch um Ideen und Rat zu gewinnen.

Aber auch für die Ausbildungsleiter und Verantwortlichen in Diözesen können die Auskünfte wichtiges Studienmaterial bilden fur die Bildung und Begleirung von Diakonen und ihre Familien.

Gerne möchte ich allen Ehefrauen, die so von Herzen und offen ihre Mitarbeit an dem Forschungsprojekt gegeben haben, sehr herzlich danken. Ihre Reaktionen haben sich als eine Fundgrube von Ideen und Erfahrungen herausgestellt.
Vielen Dank auch an Klaus-Jürgen Kauß für die Korrektur des Textes und an Bert van Wilgenburg für die Organisation der Ausgabe.

Last but not least möchte ich Aloys, meinem Mann und Kollegen als Ausbildungsleiter, von ganzem Herzen danken für seine Aufmerksamkeit und Unterstützung bei der langen und intensiven Bearbeitung des Forschungsmaterial.
Intensiv Ja, aber es war eine große Freude und eindrucksvoll, die Erfahrungen so vieler engagierter Frauen und Männer kennen zu lernen.


Einführung

Der Plan für eine Forschung nach den Ideen und Erfahrungen von Ehefrauen von Diakonen zu dem Verhältnis Ehe, Familie und Diakonat.

Die Gründung des internationalen Netzwerkes

Nachdem ich 2001 in Salzburg als Vertreterin der Ehefrauen von Diakonen in den Vorstand des IDZ gewählt worden bin, habe ich während dem Kongress eine Versammlung der dortdem Kongress eine Versammlung der dor anwesenden Ehefrauen initiiert.
Dort haben wir an Ort und Stelle ein internationales Netzwerk von Ehefrauen von Diakonen gegründet.

Während eines Kongresses im Jahr 2002 in Großbritannien haben sich dazu dreißig britische Ehefrauen angemeldet. So hat sich das Netzwerk nach und nach ausgedehnt und ist immer mehr international geworden.
Regelmäßig finden Kontakte mit Mitglieder des Netzwerkes statt.
Auf meine Bitte um Reaktionen mit Erfahrungen von Ehefrauen aus verschiedenen Länder zur Beziehung Ehe und Diakonat, sind mir 2002 interessante Berichte zugeschickt worden.
In einer Zusammenfassung habe ich diese den Mitgliedern des Netzwerkes und den Delegierten des IDZ zukommen lassen.

Die Idee eines internationalen Forschungsprojekts

Nach und nach ist die Idee eines internationalen Forschungsprojekts entstanden, auch stimuliert durch eine (sehr große) Untersuchung unter Diakonen, in den Vereinigten Staaten im Jahr 1996, wobei auch Ehefrauen befragt wurden.

Daneben hat Maria Ferstl eine (kleinere) Untersuchung mit Fragenbogen gemacht unter Ehefrauen in einigen Diözese in Österreich 2002, ebenso Montserrat Martinez in Spanien und Frankreich 2005.
2004 und 2005 läuft ein Forschungsprojekt unter Diakonen und ïhren Frauen in Belgien. P.Zulehner hat eine Umfrage in Deutschland, Österreich und der Schweiz gemacht, aber nur unter Diakonen (2002).

Für mich war es wichtig bei dem Plan einer internationalen Forschung so viel wie möglich Frauen aus verschiedenen Ländern dabei zu haben.
Deswegen habe ich die Mitglieder des Netzwerkes, sowie die Delegierten des IDZ gefragt, ob sie mitarbeiten würden.
Die Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Diakone hat in der Person ihres Vorsitzenden, Helmut Spahn, gute Hilfe geleistet.

Das Ziel der Forschung ist es, Einsicht zu bekommen wie die Ehefrauen das Diakonat ihres Mannes erfahren. Welche Konsequenzen das Diakonat für die Familie hat, ist dabei eine zentrale Frage.
Auch die Ideen, die die Ehefrauen zur Aus- und Weiterbildung und zur Begleitung haben, könnten wichtige Aussagen, auch fur die kirchlich Verantwortlichen, geben.

Entwicklung des Fragenbogens

Um eine so hoch wie mögliche Rückmeldung zu bekommen, habe ich einen Fragenbogen entwickelt, der gut überschaubar ist und nicht so schwierig zu beantworten (nach einer Idee von D.Santello, USA).
Ich habe meistens offene Fragen formuliert.
Das inhaltliche Ergebnis ist so erheblich größer, als wenn man nur geschlossene Fragen anwendet (obwohl es dadurch nicht so einfach zum auswerten ist!)
Durch den Ansatz mit offenen Fragen ist es für die Befragten möglich, ihre eigenen Ideen und Erfahrungen ausführlicher und mehr nuanciert in die Forschung einzubringen.
Weil ich es für sehr wichtig halte, dass die Frauen offen sprechen/schreiben können, konnte der Fragenbogen anonym beantwortet werden.
Durch die Anonymität erhoffte ich auch den Rücklauf so hoch wie möglich zu bekommen.
Das Forschungsprojekt war nicht auf eine a-selekte (nicht-selektive) Stichprobe angelegt.
Für ein internationales Projekt ist das nicht leicht zu machen. So ist es nachdrücklich mehr eine qualitative Untersuchung als eine quantitative.
Deswegen habe ich auf eine statistische Bearbeitung der Daten verzichtet.
Der Ansatz war, 2004 den Fragenbogen via Multiplikatoren zu verbreiten. Und das ist gelungen!

Die Rückmeldung

Am Anfang sind 120 Fragebögen verschickt worden. Normalerweise ist die Rücklaufquote auf eine schriftliche Umfrage ungefähr 30 Prozent.
Durch den Multiplikator-Effekt, auch der Bundesarbeitsgemeinschaft der Ständigen Diakone in Deutschland, ist am Ende die Rücklaufquote auf 272 Fragenbögen gestiegen!

Das ist ein Riesenerfolg! Eine richtige Überraschung, die sehr viele gute Möglichkeiten bietet, aber auch viel Zeit braucht für eine gute Bearbeitung!
Die meisten Reaktionen zu dem Forschungsprojekt sind aus Großbritannien, den Niederlanden und Deutschland gekommen (die meisten Mitglieder des Netzwerkes wohnen auch in diesen Ländern):
Rücklauf: 30, 30 und 204 Reaktionen.
Der Rücklauf der Ehefrauen aus den anderen Ländern (Belgien, Kanada, Frankreich, Italien, Österreich und den USA) war gering.
Dafür sind verschiedene Erklärungen möglich. Vielleicht hat der Fragenbogen sie nicht gut erreicht oder der Multiplikatoreffekt hat dort nicht geklappt.
Auch ist es möglich, dass das IDZ und das Ehefrauennetzwerk noch nicht in allen Ländern genügend bekannt gemacht wurde, um auf ein Forschungsprojekt, wo nach Ideen und persönlichen Erfahrungen gefragt wurde, zu antworten. Außerdem waren, wie oben erwähnt, in den USA, Österreich, Belgien, Spanien und Frankreich eigene andere Untersuchungen.

Wie schon gesagt, der Fragebogen konnte anonym ausgefüllt werden, um die Privatsphäre der Teilnehmenden zu schützen.

Der Fragenbogen hat sieben Fragen enthalten, mit Unterfragen.
Durch den offenen Charakter der Fragen haben die Ehefrauen ausführlich und nuanciert geantwortet.
Im gesamten haben 272 Ehefrauen mitgearbeitet und mir ihren Fragenbogen zugeschickt. Durch den hohen Rücklauf konnte ein breites Spektrum von Erfahrungen und Reaktionen gesammelt werden.

Ich werde in meinem Bericht die verschiedenen Fragen und Antworten ausführlich dokumentieren und analysieren. Bei jeder Frage werden Zitate hinzugefügt.
Ich habe dazu einen großen Teil der Antworten pro Frage beschrieben und dann kategorisiert. Die Antworten auf den Fragenbögen haben sich als eine richtige Fundgrube von Ideen und Erfahrungen ergeben.
Zum Schluss folgen einige Bemerkungen aus sozialwissenschaftlicher Hinsicht, die in Bezug auf die Beziehung Ehe, Familie und Diakonat wichtig und hilfreich sein können.
In einem letzten Kapitel werden Schlussfolgerungen gezogen.
In erster Linie wichtig für die Ehefrauen und Diakone inklusiv ihrer Familien, aber nicht nur für sie allein.
Hoffentlich bilden diese auch wichtiges Studienmaterial für die Ausbildungsverantwortlichen und die Kirche im Allgemeinen.


Einfluss der Weihe auf die Familie

Die erste Frage der Umfrage lautete:
Hat die Weihe ihres Mannes zum Ständigen Diakon Ihre Familie beeinflusst?
Dazu sind sehr verschiedene Antworten gegeben worden, die in drei große Gruppen einzuteilen sind.

A. Veränderungen bei gemeinsamen Zeiten und Aktivitäten

Sehr viele Antworten hatten mit den Veränderungen bei gemeinsamer Familienzeit zu tun.
Die Zeit für die Kinder und die Familie ist (viel) geringer geworden, so bestätigen sehr viele Frauen. Die Wochenenden und Abende stehen nicht mehr frei zur Verfügung. Man hat weniger Zeit für Gespräche und gemeinsame Entspannung.
Der Einfluss der kirchlichen Termine ist sehr groß, bei Planungen ist der Terminkalender immer gegenwärtig. Ausflüge und Ferien sind nicht einfach zu organisieren.
Es ergibt sich ein anderer Rhythmus des Familienlebens. Eine Neugestaltung des Privatlebens, mit Einbeziehung ungewöhnlicher Arbeitszeiten.
Einige Zitate:

‘Die Einteilung der Freizeit besonders am Wochenenden mußten und müssen ständig neu geändert werden.’
‘Der Vater ist öfters ehrenamtlich unterwegs. Er hat weniger Zeit für die Kinder und die Familie.’
‘Familie und Kindererziehung war/ist überwiegend mein Part.’
‘Während der Ausbildung kam ich mir manchmal wie eine allein erziehende Mutter vor.’
‘Der Beruf hat ihn sehr in Anspruch genommen, dazu das ehrenamtliche Diakonat. Es war oft sehr schwer.’
‘Unser Leben dreht sich (fast) nur noch um seinen Diakonat.’
‘Die Familie ist an die zweite Stelle gesetzt.’

Einige Frauen von hauptberuflichen Diakonen sagen:

‘Ja, mein Mann ist am Wochenende öfter durch Gottesdienste beschäftigt. Das bedeutet wenig Freizeit am Wochenende. Wir können uns aber die Freizeit in der Woche einteilen.’

Eine andere Frau sagt:

‘Wohl jeder Beruf beeinflusst auf irgendeine Weise das Familienleben.’

Analyse

Als Schlussfolgerung könnte man sagen: das Diakonat hat einen großen Einfluss auf die gemeinsame Zeit, die die Familie zusammen verbringen kann. Die Zeit für Gespräche und gemeinsame Unternehmungen wird geringer, in manchen Fällen sehr gering.
Besonders dann, wenn der Mann ehrenamtlich Diakon ist und auch für seinen Hauptberuf viel Zeit braucht, können die Folgen groß sein.
Die Bereitschaft der Familie um das Diakonat des Mannes und des Vaters zu unterstützen ist groß, sowie das Verständnis darüber.
Aber manchmal sind die Konsequenzen für die Familie auch groß: um zusammen zu sein oder in Freizeit etwas gemeinschaftlich zu unternehmen bleibt (strukturell) nicht genügend Zeit übrig.

Kommunikation und Prioritäten

Es ergibt sich als sehr wichtig, dass Mann und Frau, zusammen mit den Kindern, regelmäßig darüber sprechen und auch Prioritäten zusammen festlegen. Auch die Gemeinde und die Kollegen sollen sich darüber Gedanken machen. Wie wichtig das Diakonat und der Diakon auch für die Gemeinde und die Kirche sind, wesentlich ist, dass der Diakon und seine Familie ein gutes Familienleben führen können, wo auch genügend Zeit füreinander bleibt.

B. Positive Konsequenzen

Wenn man über den Einfluss des Diakonats spricht, wird auch viel Positives genannt.
1. Intensiveres religiöses Leben

Man hat öfters die Erfahrung, dass der Glaube in der Familie intensiver gelebt wird.
Man lebt viel enger mit Gott in Beziehung. Auch die Beziehung mit der Kirche ist stärker.
‘Wir kommen öfters zu gemeinsamem Gebet, als Ehepaar, als Familie.’
‘Wir erfahren eine Bereicherung in Gesprächen mit religiösen und gesellschaftlichen Themen.’

2. Kontakte

Man bekommt viele gute und auch neue Kontakte.
‘Der Kreis der Bekannten wird größer. Gemeinschaft und Freundschaft wächst.’

3. Dasein für Hilfebedürftige

Die soziale Orientierung ist größer geworden. Man ist offener für die Not der Mitmenschen.
‘Man bekommt Einsicht in die Probleme und Sorgen in der Gemeinde und in der Welt’

4. Gemeindeleben

Man kommt manchmal zu einem größeren Einsatz in der Gemeinde bzw. Dekanat, Diözese.
‘Wir engagieren uns noch mehr in und für die Kirchegemeinde als vorher.’

5. Einfluss auf die Kinder

Die Kinder interessieren sich mehr für den Glauben. Kritische Fragen sind häufiger, so es sich ergibt.
Es wird in der Familie viel über Glauben und Kirche diskutiert, über Lebens- und Sinnfragen.
Es gibt öfters auch einen positiven Einfluss auf die Erziehung und die Werte, die die Kinder entwickeln. Sowie auch auf ihre Berufsbilder. Einige Kinder sind Religionslehrerin oder Priester geworden.

Einige Zitate:

‘Offenheit gegenüber kirchlichem Leben und Fragen ist größer geworden. Positive Reaktionen aus der Gemeinde geben Freude und Mut; für die Kinder ist der Vater Anlaufstation in religiösen Fragen; gemeinsam das Stundengebet beten ist besonders schön.’
‘Mehr Gespräche über kirchliche und religiöse Fragen als früher, aktivere Beteiligung am Gemeindeleben.’
‘Positiv Ja, insofern als dass wir uns sehr intensiv mit unserem Lebenskonzept auseinandergesetzt haben.’

Anmerkung: Bei Frage 4 werden die positiven Konsequenzen des Diakonats weiter ausführlich besprochen, wie bei Frage 5 die Probleme.
Aber auch in der Beantwortung der Frage l wird der Einfluss nicht immer positiv gesehen: sehe § C.

C. Andere, auch negative Folgen

Unter A. haben wir die Konsequenzen in Zeit und gemeinsamen Absprachen besprochen.
Die Weihe und das Diakonat haben auch Folgen in anderen Hinsichten.
Öfters wird gesagt, dass die Familie jetzt mehr im Mittelpunkt steht, vor allem die Kinder.
Man hat das Gefühl als Vorbildfamilie gesehen zu werden, beispielhaftes Verhalten sei erwünscht!!

Folgende Antworten werden durch mehrere Frauen gegeben:

‘Wir als Familie rückten mehr ins Interesse der anderen. Verlust des Schutzes der Anonymität.’
‘Vorbildhaltung der Kinder wurde erwartet, immer da sein, Familienleben musste sich nach Dienstzeiten ausrichten.’
‘Die Familie ist herausgenommen aus dem Alltag.’
‘Wir stehen verstärkt im Mittelpunkt, starke zeitliche Belastung, teilweise spontane Änderungen des Tagesablaufes sind nötig.’
‘Kinder mussten braver sein als andere Kinder, die Kinder bekommen zu hören: ein Pfarrersbub oder Pfarrerstochter darf das doch nicht tun!’
‘Man ist in der Gemeinde keine Privatperson., keine private Familie mehr.’
‘Es gibt viele Pflicht- Termine.’
‘Ständige Verfügbarkeit wird verlangt’
‘Kollidierung mit Familienleben’
‘Die heranwachsenden Kinder wurden besonders kritisch gegenüber der Amtskirche.’
‘Austritt der Kinder aus der Kirche
‘Durch das Verhalten des Ortspfarrers.’
‘Durch die zu große Belastung des Vaters und der Familie’

Analyse

Es ergibt sich, dass das Thema Amt und Kirche sowohl in positiver wie in negativer Weise oft als Diskussionspunkt auftauchen.
Im Allgemeinen kann man sagen, dass es drei Gruppen von Reaktionen gibt.
Eine Gruppe von Ehefrauen sieht das Diakonat überwiegend als (sehr) positiv.
Daneben gibt es eine Gruppe, wo viele Probleme dem Diakonat gegenüber sind.
Die dritte und größte Gruppe beschreibt, dass das Diakonat sowohl sehr positive als auch problematische Konsequenzen für sie und die Familie hat.
Im Allgemeinen kann man sagen, dass die Ehefrauen sehr aufrichtige und nuancierte
Zeugnisse ihrer Ideen und Erfahrungen geben. Diese können sowohl für die Ehepaare und die Familie, als auch in der Ausbildung und in der Begleitung und Beratung einen wichtigen Einfluss haben.
Wie gesagt, bei Frage 4 und 5 werden wir uns weiter beschäftigen mit positiven Konsequenzen des Diakonats und mit Problemen, die sich ergeben.
In einem Schlusskapitel wird eine Zusammenfassung gemacht, mit weiteren und ausführlicheren Analysen und mit Verbindungen zu einigen sozialwissenschaftlichen Theorien.


II Erwartungen

Frage 2 lautete:

Welche Erwartungen sind an sie gestellt worden?

A. von ihrem Mann?
B. Von ihrem Pfarrer/ Pastor?
C. Von Gemeindemitgliedern / anderen?

Zu A. Erwartungen von ihrem Mann

- Ein Drittel der Ehefrauen sagt, dass ihr Ehemann keine besondere Erwartungen hat bezüglich ihres Funktionieren als Frau eines Diakons.
- Die Mehrheit der Frauen beschreibt die Erwartungen ihres Mannes wie folgt:

o Seine Arbeit mitzutragen oder Mitarbeit in vielen Bereichen;
o Hilfe und Unterstützung geben, Verständnis haben, Rat geben
o Organisationstalent
o Begleitung
o Ihm den Rücken freihalten

Zitat:

‘Das Amt des Diakons mitzutragen, Ja zu sagen, gemeinsam mit ihm sich auf etwas Neues einzulassen’.

Die meisten von diesen Frauen waren schon vor der Weihe aktiv in der Gemeinde oder betonen dass sie das aus freier Wille machen.
- Einige Frauen nennen als Erwartungen:

o Die eigene Wünsche zurückzustellen
o Kindererziehung usw. allein zu bewältigen

Zu B und C: Erwartungen vom Pfarrer oder der Gemeinde

- Ein ziemlich großer Teil der Ehefrauen sagt, dass keine Erwartungen ihnen gegenüber, von Seiten des Pfarrers oder der Gemeinde gestellt werden.
Jedenfalls keine ausgesprochenen Erwartungen (außer Unterstützung des Ehemannes im Allgemeinen).

Öder man sagt: ‘Die Mitarbeit wurde sehr begrüßt, aber nicht erwartet’.
- Ein Teil der Frauen sagt als Vertrauensperson gesehen zu werden. Oder als Ansprechpartnerin und Bindeglied (‘go between’) zwischen Klerus und Gemeinde
- mehrere Frauen erfahren Erwartungen im Sinne von:

o Ein vorbildliches christliches und kirchliches Verhalten ist gewünscht.
o Ein vorbildliches Familienleben wird auch von der Ehefrau und den Kinder erwartet.

Zitat:

‘Es wird mehr auf unsere Kinder und auf unser Verhalten geachtet (und das ist nicht immer einfach für alle).’
- Da sind auch einige Frauen die sich stark gefordert fühlen.

Zitat:

‘Dein Mann ist doch Diakon, da müsstest du doch mehr Verständnis haben, selbst mehr mitmachen und auch die Kinder’.
Ständige Präsenz und Transparenz wird erwartet, am liebsten Tag ‘und Nacht’

Wie gesagt: die Mehrheit der Frauen erfährt keine explizite Erwartungen von Seiten des Pfarrers oder der Gemeinde. Oder man sagt, dass man schon immer in der Gemeinde ehrenamtlich aktiv gewesen sei und sich dies nicht geändert hat.

Kommentar

Die meisten Ehefrauen unterstützen ihren Mann als Diakon sehr,obwohl auf verschiedeneWeise und in unterschiedliche Maße. Und das ist gut so.
Mann und Frau treffen zusammen die Entscheidung den Weg zum Diakonat zu gehen. Aber es soll betont werden, dass es kein einziges Muster oder einmaliges Modell für die Weise von Unterstützung und Zusammenarbeit von Seiten der Ehefrau gibt. Ob und wie soll sie freiwillig wählen.
Dasselbe gilt auch für die Familie. Auch dort wird viel Aufmerksamkeit und Hilfe gegeben.
Aber das sollte kein Automatismus sein.
Im Allgemeinen kann man sagen, dass es wichtig ist, auch während der Ausbildungszeit all diese Dingen Aufmerksamkeit zu schenken.
Im letzten Kapitel werde ich weiter dieses Thema reflektieren, auch im Zusammenhang mit allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklungen.


III Unterstützung und Zusammenarbeit

Frage 3 lautete:

Auf welcher Weise arbeiten Sie mit Ihrem Mann zusammen? Wie unterstützen Sie seinen Diakonat?

Wenn wir alle Antworten der Ehefrauen überschauen, können wir sagen, dass auf vielfältigeWeise durch die Frauen mitgearbeitet, geholfen und Unterstützung gegeben wird.
Fast alle Frauen sagen, den Diakonat ihres Mannes zu unterstützen, in verschiedener Art und Maße.
Sehr oft werden die folgenden Beispiele genannt:
- Gesprächspartnerin, Austausch, Rat, Trost
- Testhörerin der Predigt
- Unterstützung seines Dienstes im Allgemeinen
- Von Mithilfe z. B. bei Kranken- und Altenbesuchen bis zu Partnerschaft in der Fürsorge für z. B. Flüchtlinge, Menschen in Not.
- Mithilfe bei Festen und Feiern
- Ehevorbereitungsgespräche
- Telefonate und Anlaufstelle für Gemeindemitglieder und Besucher.
- Vermittlung zur Gemeinde, Verbindung zwischen Pfarrer und Gemeinde
- Sekretariatsarbeit
- Terminplanung
- Zu Hause einen Auftankplatz zu schaffen.
- Übernehmen von Aufgaben zu Hause
- Gemeinsames Gebet
- Begleitung zum Diakonenkreis
- Auf gemeinsame Zeit verzichten

Einige Zitate:

‘Meistens bin ich an der Haustüre oder am Telefon, weil mein Mann im Hauptberuf arbeitet; ich versuche manche Aktivitäten gemeinsam mit ihm zu machen um gemeinsame Zeit zu haben.’
‘Dass ich ihm Aufgaben abnehme, ihm rate, ihn ermutige. Öfters muss ich Ihn auch bremsen, damit er sich nicht übernimmt, seine Aufgaben als Ehemann und Vater und seine eigene Gesundheit vergisst’
‘Ich nehme Rücksicht auf seine Dienste. Lese gelegentlich seine Predigten. Ich bin sein Gesprächspartner und sage meine Meinung und Ideen.’
‘Wir beten zusammen, sprechen über vieles, ich helfe mit, wo es nötig oder erwünscht ist.’
‘Man kann Familie und Familiendiakon nicht trennen, seien es Telefonate oder Besucher usw.. Ansonsten versuche ich meinem Mann Zuhause einen Platz zu schaffen, wo er auftanken kann für seine beiden Berufe.’
‘Trost über die Zeit hinweg. Sperare contra spem’
‘Ich unterstütze den Diakonat meines Mannes, indem ich für ihn und seine Aufgaben bete. Gemeinsam mit ihm Projekte unterstütze, offen bin für seine Anliegen.’
‘Ich versuche ihm den Rücken freizuhalten.’
‘Ich erledige neben meiner eigenen Arbeit die Hausarbeit, bin für die Kinder da; tausche mich mit meinem Mann über vieles aus, sage ihm meine Meinung; bin offen für Gemeindemitglieder und Besucher.’
‘Daneben erinnere ich meinen Mann immer wieder an seine wichtigste Aufgabe:‘die Familie’.’

Eine kleinere Anzahl der Frauen sagt:

‘Jeder hat seinen eigenen sozialen Bereich, somit können wir uns austauschen und ergänzen.’
‘Der Diakonat ist sein Ding, ich habe mich aus allen Gemeindeangelegenheiten herausgenommen. Ich hätte sonst das Gefühl die Gemeinde ‘frisst’ uns auf und wir hätten keinen anderen Gesprächstoffmehr.’
‘Ich arbeite nicht mit meinem Mann zusammen, ich unterstütze ihn so weit, dass ich akzeptiere, wenn er ständig unterwegs ist, bis zu 12 Stunden am Tag.’
‘Ich habe ihn immer unterstützt. Für mich stellt sich doch auch die Frage, ob die Familie und Frau nicht ohne Diakonat glücklicher wäre (sehr ernst gemeint).’
‘Keine Zusammenarbeit, ich bin keine Diakonin. Ich stehe aber zu seiner Entscheidung und halte ihm den Rücken frei’.

Einige Bemerkungen

Aus den gegebenen Reaktionen stellt sich deutlich heraus, dass viele Ehefrauen ihren Mann in hohem Maße unterstützen bei der Ausübung seines Diakonats. Und von ganzem Herzen! Da wird gigantisch viel mitgearbeitet und gesorgt. Es ist wichtig, dass in der Gemeinde und auf Diözesan-Ebene, aber auch im Vatikan erkannt und geschätzt wird, wie groß die Hingabe der Ehefrauen von Diakonen ist.
Daneben bleibt es sehr wichtig zu betonen dass jede Ehefrau ihre eigene Wahl hinsichtlich auf ihr Engagement am Diakonat und den Dienst machen soll. Die Art und Weise ist sehr verschieden, auch im Ausmaß und so soll es auch sein.

Dazu sagen mehrere Frauen:

‘Es ist mein eigenes Dienstwerk (unabhängig vom Diakonat)’
‘Auch vor der Weihe war ich schon ehrenamtlich in der Kirche aktiv’ oder
‘Auch außerhalb der Kirche gibt es viele gute und wichtige Aufgaben, in denen ich mich engagiere.’


IV Positive Auswirkung auf die Familie

Die Frage 4 lautete:
Hat das Diakonat eine positive Auswirkung auf sie und ihre Familie? Können Sie Beispiele nennen?

- Viele Frauen können das von Herzen bejahen.
Es hat für sie zu einer Vertiefung des Glaubens geführt. Das Diakonat hat Impulse für ein sehr wertvolles religiöses und spirituelles Leben gegeben. Auch das gemeinsame Beten / Stundengebet wird geschätzt.

Zitat:

‘Es gab eine Vertiefung des Gebetslebens und der persönlichen Hingabe. Die Weihe hat meinen Mann und mich noch tiefer miteinander verbunden.’
‘Man lebt bewusster, der Blickwinkel verändert sich, mein Glauben ist nicht mehr nur meine Privatsache.’
‘Die Beziehung zum kirchlichen Leben wurde dadurch verstärkt. Durch Lesen von christlicher Literatur und Weiterbildung gibt es einen kritischen aber gefestigten Glauben’ ‘Unsere Ehe ist stark davon getragen, aber auch schwer geprüft (zunächst einWiderspruch!). Das geistliche Leben hat sich stark intensiviert.’

- Das gilt auch bei den Kindern.
Es sind mehr tiefe, religiöse Gespräche im Familienkreis als zuvor. Auch kritische Gespräche! Es wird viel über Glauben und Kirche diskutiert.
Die Kinder bekommen im Allgemeinen enger Kontakt zur Kirche.
Sie machen öfters Dienste für die Kirche oder z. B. Jugendgruppen.
Sie sind sozial engagiert. Mehrere erwachsene Kinder arbeiten in kirchlichen Berufen oder im Religionsunterricht. Für viele Familien hat es also zu einer religiösen Vertiefung und größerem Zusammenhalt gerührt

Zitat:

'Unsere Kinder werden wieder näher an den Glauben herangeführt'
'Wir leben intensiver im Glauben. Kinder sehen, wo wir unsere Priorität setzen.'
'Kinder erleben, dass Glauben auch in anderen Familien gelebt 'wird'
'Kinder begleiteten intensiv den Weg, zeigten sich interessiert, mehr Glaubensgespräche im Familienkreis als zuvor'

- Man erfährt auch eine Vertiefung der eigenen Kompetenz als Frau, auch in religiöser und sozialer Hinsicht, z, B. durch die Übernahme ehrenamtlicher Aufgaben wie Gruppenleitung, Krankenkommunion usw.;

Zitat:

'Ich fühle mich so auf meine Weise ins Diakonat miteinbezogen.'
'Meine Talente und Fähigkeiten kann ich einbringen.'

- Sehr bereichernd ist auch, dass man Einblicke in die Not vieler Menschen bekommt und Verständnis von sozialen Problematiken;

Zitat:

'Das Gespür und die Tat zum helfen ist bei allen lebendig. Ich finde es schön, dass mein Mann diesen Beruf hat. Dass wir jeden Tag über die Arbeit mit Menschen reden können und nicht über Computerdinge.'
'Die Kinder nehmen vielmehr Anteil am Geschick der Gemeinde, z. B. was in Kindergarten oder bei den Senioren passiert.'
'Meine Kinder, jetzt schon erwachsen, sind sehr sozial eingestellt, versuchen zu helfen, wo nötig. Sie haben Verständnis und Rücksicht in Bezug auf soziale Problematiken kennen gelernt.'

- Das Diakonat hat auch zu vielen neuen, wertvollen menschlichen Begegnungen geführt.
Die Arbeit mit vielen Menschen ist sehr erfüllend
Man erfährt eine positive Anerkennung der Familie in der Gemeinde, bei Freunden.

o Auch das herzliche Verhältnis zu den Diakonen-Frauen und die Kontakte im Diakonatskreis und mit Diakonen-Ehepaaren aus dem Weihekreis werden sehr geschätzt.
Die Schulung, die Fortbildung und die Familienexerzitien werden für sehr viele als besonders bereichernd angesehen, (siehe Frage 6 und 7).
o Durch das Diakonat ist man auch deutlicher Gesprächspartner über Glaube und Kirche in der Großfamilie und im Bekanntenkreis geworden.
Ein kleinerer Teil der Ehefrauen sagt Nein auf die Frage, ob das Diakonat eine positive Auswirkung auf sie und ihre Familie hat, ohne Beispiele zu geben. Einige dieser Frauen sagen auch Nein zu Frage 5 (Probleme durch das Diakonat.) Das können verschiedene Gründen sein, aber sie sind unbekannt.

Bemerkungen

Im gesamten kann man zu der Schlussfolgerung kommen, dass das Diakonat sehr positiv, auch für die Frau und die Familie sein kann und auch ist. Die vielen Vorbilder sind in dieser Hinsicht vielsagend.
Es hat sich vieles geändert in ihrem Leben, zum Beispiel im Bezug auf die familiäre Freizeit, die Öffentlichkeit usw. (sehe Frage l und 5).
Aber: Spirituelle Vertiefung, Glaubensgespräche mit Kindern, soziales Engagement, neue Bekanntschaften, bereichernde Schulung und Fortbildung usw. werden als sehr positiv erfahren.
Es ist gut dabei zu beachten, dass viele Frauen sowohl die positiven Konsequenzen des Diakonats (Frage 4) als auch Probleme (Frage 5) nennen. Nach beiden Seiten soll man also eine Relativierung angeben: der Einfluss ist öfters nicht nur exklusiv positiv oder negativ, sondern vielschichtig!


V Probleme für die Familie durch das Diakonat

Frage 5 lautete:
Hat das Diakonat für sie und ihre Familie Probleme gebracht? Welcher Art?

Man kann von Problemen in verschiedenen Bereichen sprechen.
Da werden Folgen genannt für den Mann, die Frau, ihre Beziehung, die Kinder, Kontakte nach außen, Beziehung mit Kollegen, Zeitprobleme, Vorbildverhalten usw.
Die große Mehrheit der Frauen sagt, dass öfters Zeit- und Terminprobleme vorkommen. Das hat große Konsequenzen für die unterschiedlichen Mitglieder der Familie. Besonders auch, wenn der Mann neben seinem Hauptberuf ehrenamtlich als Diakon arbeitet.

Folgen für den Mann als Diakon

'Mein Mann hat keine Freizeit mehr. Er arbeitet entweder im Beruf oder im Nebenberuf. Das ergibt eine große Belastung für ihn'.
'Je nach Chef (Pfarrer) sind die Anforderungen an den ehrenamtlichen Diakon (neben Beruf und Familie) viel zu hoch, bzw. ein anderer Pfarrer akzeptiert das Verheiratetsein des Diakons nicht'.
'Die wenige Freizeit, die sich mein Mann nimmt, braucht er um sich selbst zu erholen.
Für die Angelegenheiten und Probleme der Kinder und von mir bleibt kaum Kraft und Zeit übrig'

Folgen für die Frau und die Kinder

Wie sich herausstellt, hat der große Einsatz als Diakon auch für die Frau und Familie öfters große Konsequenzen.
Wenn die Kinder jung oder in der Pubertät sind, ist das manchmal schwierig.

'Zeitmangel für die Familie, besonders für die (jungen) Kinder die einen Vater sehr brauchen.'
'Besonders in der Ausbildungszeit (neben der Ausübung des Hauptberufes) hat sich die Erziehung der Kinder mehr und mehr auf mich verlagert', so sagen verschiedene Frauen.

Auch für die Partnerschaft, die Beziehung zwischen Mann und Frau, ist weniger Zeit da.

'Viel zu wenig Zeit für die Beziehung, teilweise Entfremdung. Kindern ist schwer zu vermitteln, wenn andere mit ihren Vätern am Wochenende etwas unternehmen können oder Weihnachten und Ostern zusammen sind, während der eigene Vater arbeiten muss'.
'Heute findet Freizeitplanung ohne Vater/Mann statt.'

Besonders an den Abenden und an Wochenenden ist also die Zeit für die Familie oft geringer. Der Sonntag und die Freizeit hat sich deutlich geändert.

'die Sonntagskultur unserer Familie ging verloren. Familie ist in die zweite Reihe gerückt. Es gibt keinen Abstand zur Arbeit'

Familientermine müssen auch häufig dem Dienst / dem Diakonat angepasst werden wie z.B. Besuche, Ferien usw. Die Zeit für familiäre und freundschaftliche Kontakte ist eingeschränkt.

Gemeinsame familiäre Kontakte nach außen können aus 'dienstlichen Gründen oft nicht oder begrenzt wahrgenommen werden'

Daneben übernimmt die Frau öfters Aufgaben, die sonst der Mann zu Hause oder in der Familie erledigte.

'Ich fühle mich manchmal überlastet. Bei den Kindern wurde es auch als selbstverständlich angesehen, dass sie die Arbeit des Vaters mit unterstützen. Immer als Ministranten zur Verfügung zu stehen oder andere Dienste zu übernehmen.'
'Durch Überbelastung: Vernachlässigung meiner eigenen Interesse und Bekanntenkreises. Folge: Isolation, Vereinsamung.'

Haupt- versus nebenberufliche Diakone

Wichtig ist es in dieser Hinsicht einen Unterschied zu machen zwischen der Situation der Familien von nebenberuflichen bzw. hauptberuflichen Diakonen.
Vor ihrer Ordination waren die hauptberuflichen Diakone oft schon als Pastoralreferent tätig.
Von Anfang an wussten Mann und Frau mehr oder weniger welche Anforderungen durch die pastorale Arbeit zu erwarten waren, z. B. auch die Verpflichtungen an Wochenenden und an Abenden. Aber auch dort ist die Praxis manchmal anders und nicht immer einfach!

Für die Familien von nebenberuflichen Diakonen ist die Situation wesentlich verschieden. Öfters nach 10 oder 20 Jahren Heirat (in England manchmal nach 30 Jahren) kommt das Diakonat in die Familie. Und das neben dem Hauptberuf des Mannes und heute auch öfters neben dem Beruf der Frau.
Es ist dann doppelt wichtig, die Grenzziehung zwischen Dienst und Familie gut im Auge zu behalten und von Zeit zu Zeit neu zu prüfen und Prioritäten zu setzen.
Aber das gilt natürlich auch für die Familie des hauptberuflichen Diakons.
Da spielen öfters auch noch andere Probleme mit.

Die Familie des hauptberuflichen Diakons: einige Zitate:

'Privatsphäre muss verteidigt werden. Wohnung ist ebenso Arbeitsplatz. Kein Abstand, kein Feierabend. Feiertage sind immer "verplant", werden manchmal auch getrennt verbracht.'
'Dienstswechsel in eine andere Gemeinde machte Schwiengkeiten bei der Wohnungssuche. Sehr schwierige Integration für die Kinder (in Pubertätsphase) in Schule und Freundschaft.'
'Wegen Bekanntheitsgrad der Kinder war Schulwechsel notwendig'.

Auch bei den hauptberuflichen Diakonen werden die Konsequenzen wechselnd beurteilt.
Eine Frau sagt relativierend:

Sicher sind viele Wochenenden und Feiertage durch den Dienst des Diakons in der Gemeinde blockiert, aber ich könnte ad hoc einige Berufe aufzählen, wo dieses auch der Fall ist, bzw. es gibt 'viele Berufe, die zum Beispiel durch Schichtdienste belastet sind.'

Exemplarisches Familienverhalten

Ein anderes Problem, dass durch mehrere Frauen genannt wird, gilt für nebenberufliche wie auch hauptberufliche Diakonen und ihre Familien.
Öfters hat man das Gefühl als Ehepaar und besonders als Familie stark im Licht der Öffentlichkeit zu stehen.
Exemplarisches Verhalten kann dann erwartet werden und wird auch öfters erwartet.

'Kinder in der (manchmal nicht leichten) Pubertätsphase sollten sich angepasst verhalten.'
Man steht viel mehr im Licht der Öffentlichkeit und wird entsprechend beurteilt.'
'Manche Menschen halten uns für Überwesen, die nie eheliche oder familiäre Probleme haben (dürfen). Unsere Kinder sollten grundsätzlich perfekt sein!'
'Manche Menschen haben Schwierigkeiten, weil unsere Kinder nicht jeden Sonntag in die Kirche gehen!'
'Man steht mit der gesamten Familie auf dem Präsentierteller'

Manchmal wurde es als selbstverständlich angesehen, dass Kinder die Arbeit des Vaters mit unterstützen.
In einigen Fällen hat die Überforderung der Familie für die Kinder zu einer Entfernung von der Kirche gefuhrt.

Vergleich mit der Forschung von P. Zulehner

Es ist interessant, zu diesem Thema im kurzen einen Vergleich mit der Forschung von P.Zulehner unter Diakonen zu machen, (vergleiche P.Zulehner, Dienende Männer - Anstifter zur Solidarität, 2002)
Vor allem wir bei ihm dabei genannt, dass die Ehefrau für die Arbeit des Diakons eine wichtige Stütze ist. Das wird von den Diakonen klar gesehen, so ergibt sich aus dieser Umfrage.
90 Prozent sagen:

'Der regelmäßige Austausch mit der Frau hilft einem verheirateten Diakon oft weiter'

Auch:

'Altar und Welt werden durch die Ehe verbunden'.

Die Verbindung von kirchlichem Amt und Ehe wird aber von den Diakonen nicht nur vorteilhaft gesehen. Es ist in den Umfragedaten auch eine deutliche Besorgnis erkennbar, Diakonat und Ehe stehen bei aller gegenseitigen Unterstützung in einer beträchtlichen Spannung:

'Familiäre Sorgen und Krisen in der Familie können die Arbeit belasten', so meinten 72 Prozent der befragten Diakone.

Soweit die Forschung von P. Zulehner.

Aus meiner Umfrage stellt sich heraus, dass auch umgekehrt der Dienst als Diakon verschiedene Konsequenzen für die Ehe und Familie haben kann, sowohl positive, wie negative. Aus der Beantwortung der Fragen l, 4 und 5 kann ein vielseitiges Bild dazu geschildert werden.

Das Verhältnis zwischen Priestern und Diakonen

Auch auf dieser Ebene ergeben sich mehrere Probleme, die viel Aufmerksamkeit benötigen.
Einige Zitate:

'Die Außenwelt übersieht oft die Familie, unter anderem auch die Priester.'
'Das Diakonat wird vielfach zum Lückenbüßer im kirchlichem Leben. Zum Teil mangelnde Akzeptanz beim Klerus, fehlende Kollegialität zwischen Priestern und Diakonen.'
Die Amtskirche kann mit geweihten Ehemännern und Familienvätern noch schwer umgehen'
'Ich habe das Gefühl, dass er in eine sehr männliche Welt eingetreten ist'

Einige Bemerkungen

Wenn man die Fragen 4 und 5 zusammen analysiert, stellt sich heraus, dass eine Mehrheit von Ehefrauen sowohl negative, wie auch positive Konsequenzen des Diakonats unterscheidet.
Ein Drittel der Frauen sagt, keine Probleme zu haben.
Man hat sehr aufrichtig und nuanciert über die Fragen nachgedacht und geantwortet.
Es gibt ein breites Spektrum von Antworten von besonders positiv bis sehr negativ. Aber wie gesagt: die meisten Frauen sind nicht nur positiv oder nur negativ, sondern kommen zu einem sehr ausgeglichenen Standpunkt.
Wie sich auch bei Frage 3 herausstellte, ist die Bereitschaft der Ehefrauen das Diakonat ihres Mannes zu unterstützen, sehr groß. Sie sind auch bereit, dafür gewisse Konsequenzen zu tragen.

Wichtig ist aber, auch während der Ausbildung, ausführlich über die Konsequenzen des Diakonats, nicht nur für den Diakon, sondern auch für die Frau und die Familie zu sprechen.
Das gehört zu der Verantwortlichkeit der Ausbildungsleiter und der Diözese.

Auch das Ehepaar soll sich bewusst sein, dass die Situation sich ändert bzw. sich geändert hat. Eine offene Kornmunikation darüber sollte regelmäßig stattfinden. Das Ziel des Diakonats ist sicherlich nicht eine Überforderung der Diakonen-Familien.
Das Diakonat ist ein Dienstamt und sehr wichtig für Kirche und Gesellschaft. Aber die Familie ist besonders wichtig und soll an erster Stelle stehen, wie auch durch viele Bischöfe bestätigt wird.
In dem vorletzten Kapitel (VIII) werde ich besonders in Bezug auf Überlastung und Prioritäten, Vorbildverhalten usw., in Zusammenhang mit anderen Theorien, weitere Ideen entwickeln.


VI Grösseres Angebot?

Frage 6 lautete:
Wünschen Sie sich ein größeres Angebot an Gesprächen, Veranstaltungen, Spiritualität, Unterstützung usw.?,

Es gibt natürlich Unterschiede zwischen den Diözesen.
- Die meisten Diözesen haben ein gutes Angebot an spirituellen Besinnungstagen, Einkehrtagen für Ehepaare und auch spezifisch für Ehefrauen.

Zitat:

'In unserem Bistum werden die Diakonenfamilien sehr unterstützt durch reichliche Angebote und Treffen. Eventuell ein Austausch auf internationale Ebene wäre interessant'.

Wo das nicht vorhanden ist, findet man es sehr erwünscht es doch einzuführen.

'Spiritualität ist dringend erforderlich. Einkehrtage und Exerzitien sind wichtig zum Auftanken.'

- Das Zusammenkommen in Diakonatskreisen wird ebenso als sehr wichtig erfahren. Neben Spiritualität wird das Austauschen von Ideen und Erfahrungen als nötig und erwünscht gesehen. Auch informelle Begegnungen werden in diesem Sinne geschätzt.

- Es wäre gut, wenn im Unterstützungsbereich mehrere Möglichkeiten zur Aussprache und zur Beratung angeboten würden. Auch die Möglichkeit mit einer Vertrauensperson sprechen zu können wird manchmal gewünscht.

Zitat:

'Es wäre gut wenn Supervision / Aussprache auch für die Ehefrauen möglich ist, um mit Konflikten besser fertig zu werden'

- Unterstützung im Sinne von besseren Informationen von der Seite der Diözese über die Rolle und die Aufgaben des Diakons wäre sehr wichtig.

Auch um Probleme in der Zusammenarbeit mit Priestern und in der Gemeinde vorzubeugen.

- Man wünscht sich eine Plattform, um wichtige Sachen zu besprechen, wie die Möglichkeit zur Wiederheirat eines verwitweten Diakons.

- Öfters stellt sich heraus, dass ein größeres Angebot an Gesprächen und Veranstaltungen nicht notwendig ist, aus unterschiedlichen Motiven heraus.
Die meisten Frauen sagen Nein, weil sie das jetzige Angebot sehr gut und genügend finden. Es darf gewiss nicht geringer werden!
Sie finden es sehr wichtig zusammenzukommen und sind erfreut über die Spiritualitätstage und die Austauschmöglichkeiten, die schon geboten werden.

- Für einige Frauen gilt, dass sie jetzt nicht genügend Zeit für weitere Angebote haben, aber hoffentlich in Zukunft schon.

- Einige Frauen schlagen auch ein mehr regionales Angebot (in den einzelnen Regionen) vor, weil jetzt die Reise-Abstände (die Anfahrten) manchmal sehr groß sind.


VII Kommentar und Ideen

Frage 7:
Überblick der Antworten nach Kategorien

Die Frage 7, die letzte Frage, hat den Frauen die Möglichkeit geboten, Kommentare und Ideen zu der Umfrage hinzu zufügen. Das haben sie glücklicherweise in hohem Maße getan. Über verschiedene Aspekte der Beziehung Diakonat - Ehe - Familie haben sie wichtige Überlegungen geschrieben / gegeben.

Information für Bewerber und Familien
Umfassende und ehrliche Informationen für Diakonatsbewerber, die Ehefrauen und auch für die Kinder sind sicher hilfreich und wichtig.
Auch Gespräche während der Ausbildungszeit mit Diakonen und Ehefrauen, die schon länger mit dem Diakonat arbeiten, könnten gute und realistische Informationen ergeben. Eine bessere Beratung und Unterstützung des Diakons während der ersten Jahre nach der Weihe ist sehr wichtig; zum Teil ist es ein Sprung ins kalte Wasser und ist nicht immer Beratung und Unterstützung dabei!

Die Darstellung des Diakonenberufes in der Öffentlichkeit
Es wäre wichtig, dass unter anderem die Priester und anderen Kollegen ein klareres Bild vom Diakonat haben und besser vorbereitet sind auf die Aufgaben eines Diakons.

'Kontakte und Austausch mit dem Priester und der Gemeinde, kennen lernen von Zuständigkeiten und Aufgaben, Überbrückung von Unsicherheiten und Ängstlichkeit im Umgang miteinander wäre gewünscht'

Gelegentlich einen Austausch zwischen Pfarrer, Diakon und dessen Frau könnte auch hilfreich sein.
Eine Frau sagt:

'Bessere zwischenmenschliche Kontakte zwischen dem Pfarrer und der Familie wären gewünscht. Oft hatte ich den Eindruck, der Pfarrer hatte vergessen, dass der Diakon noch eine Familie hat'

Es ist wichtig, dass sich auch die Gemeindebewusst ist, dass bei einem Diakon meistens eine Ehefrau und eine Familie dazugehört.
In Deutschland und in den Niederlanden arbeiten schon langer Pastoralreferenten und - Referentinnen, oft verheiratet und mit Familie. In Großbritannien ist das noch nicht der Fall. Es stellt sich heraus, dass dort Priesterkollegen und die Gemeinde sich manchmal noch an verheiratete Amtsträger mit Familien gewöhnen müssen.
Aber das gilt nicht nur für Großbritannien! Wie sich das auch aus mehreren Reaktionen aus Deutschland und den Niederlanden ergeben hat, wie z. B.

'Die Priestern müssen besser auf den Umgang und die Zusammenarbeit mit Diakonen (und sonstige kirchlichen Personal) vorbereitet werden. Manche wissen gar nicht, was sie mit so einem Diakon anfangen sollen.'

Anerkennung und Ermutigung
Eine größere Anerkennung des Diakons und auch die Ermutigung durch den Pfarrer und die Diözese wäre schön, so sagt manche Frau.
Daneben: Die Unterstützung durch die Ehefrau und die Familie ist oft sehr groß. Auch das wird nicht immer gesehen und anerkannt.
Dass das Diakonat des Mannes und Vaters viel Zeit und Aufmerksamkeit benötigt, auch am Abend und am Wochenende, realisiert man nicht immer.
Besonders bei nebenberuflichen Diakonen, die den Zivilberuf und das Diakonat kombinieren, kann man öfters von einer Doppelbelastung sprechen.
Es wird gesagt:

'Die Belastung von Diakonen mit Zivilberuf ist den Hauptamtlichen oft nicht bewusst. Und das da auch noch Familie ist, die Zeit fordert, ist vielen nicht klar. Ich glaube, manche können sich in einen normalen Familienalltag nicht hineindenken'

Über die Wichtigkeit von Entspannung und z. B. Exerzitien sagt eine Frau:

Es ist nicht gut, wenn es keine Verschnaufpause für solche stark engagierte und hochmotivierte Menschen, wie z.B. meinen Mann,gibt.'

Kommunikation und Beratung
Während der Ausbildung wird betont, dass die Familie den Vorrang bekommen sollte. Das gelingt nicht in jeder Situation, um es vorsichtig zu sagen.

'Den Diakonen und Familien wird suggeriert, dass die Familie an erster Stelle stehen muss. Das ist nicht machbar. In der Praxis schaut es so aus: Beruf- Diakonat -Familie. Und durch den steigenden Priestermangel wird es immer schlimmer. Man sollte den Frauen von Haus aus reinen Wein einschenken!!'

Es ist sehr wichtig, dass da eine gute Kommunikation zwischen den Ehepartnern und in der Familie ist, gleich wie mit Kollegen und Gemeinde, um Problemen vorzubeugen.
Wenn größere Probleme auftreten, ist es wichtig, dass es gute Möglichkeiten zu Beratungen gibt. Gesprächsangebote, auch Einzelgespräche bei Problemen und Supervision sind wichtige Hilfsmittel, um Diakone und ihre Ehefrauen zu unterstützen.
Eine Frau sagt:

'Ich wünsche mir mehr Offenheit und Ehrlichkeit, nicht immer nur Friede, Freude, Eierkuchen!!! Man möchte offen seine Probleme darlegen können, ohne Angst vor Folgen. Gemeinsames überlegen wie Abhilfe geschaffen werden könnte, ist sehr wichtig.'

Andere Positionen und Rolfen /Erwartungen hauptamtlicher Diakone und ihrer Ehefrauen
Aus der Umfrage ergibt sich deutlich, dass die Situation des hauptamtlichen Diakons in gewisser Hinsicht eine andere ist als die des nebenberuflichen Diakons (und ihrer beiden Familien!).

Neben Berufung ist das Diakonat für den hauptamtlichen Diakon und seine Familie Beruf.
Ein Zitat:

'Mein Mann ist hauptamtlicher Diakon. Er warschon immer bei der Kirche angestellt. Deshalb war die Zeit vor der Weihe nicht so sehr unterschiedlich wie die Zeit danach. Es hat sich für mich und unsere Familie durch das Diakonat so nichts wesentliches bezüglich Frage vier und fünf geändert.'

Die Position, die Rollen und auch die Erwartungen der Familie sind wesentlich anders als bei nebenberuflichen Diakonen. Im Allgemeinen weiß man wenn man heiratet, was man so ungefähr erwarten kann. Und auch dann ist es nicht immer leicht!
Oft wohnt man im Pfarrhaus und steht immer in der Öffentlichkeit, was große Folgen für das Leben der Familie haben kann.
Zitat:

'Wegen der Konsequenzen für die Familie wäre mein 'Vorschlag, den Wohnort von dem Einsatzort des Mannes trennen zu dürfen.'
'Eine intensivere Darstellung des Diakonenberufes in der 'Öffentlichkeit wäre gut.
Klarere Definitionen von Arbeitszeitregelungen. Denn bei allem Ideal, den dieser Beruf von der ganze Familie fordert, wird gerade dieses oft zur Qual.'

Dass die Situation des hauptberuflichen Diakons und seiner Familie etwas anders ist, ergibt sich auch aus Aussagen wie:

'Ich bin als Pastoralreferentin tätig. Ich denke im Miteinander der Dienste ist noch manches zu tun. Aber für mich als Ehefrau eines Diakons gibt es keinen Diskussionsbedarf. Die Ehefrauen bzw. Ehemänner der Pastoralreferenten werden auch nicht gesondert bedacht.'

Der nebenberufliche Diakon ist öfters schon längere Zeit verheiratet wenn er geweiht wird. Es entsteht so eine ganz neue Situation. Neben (und in!) seinem Hauptberuf und seiner Familie setzt er sich ein als Diakon. Und das benötigt viel (Frei-) Zeit und Aufmerksamkeit. Öfters sollten dann Prioritäten gesetzt werden, durch ihn und durch die Familie und das ist nicht immer einfach.

Folgende Punkte werden durch mehrere Frauen genannt:
- Um Aufmerksamkeit für die Position von Witwen und Getrennten wird gebeten.
Zitat:

Ich hätte als Witwe eines Diakons gerne Kontakt zu den 'Diakonenfrauen.'
'einen gelegentlichen Gruß für die Witwen der Diakone wäre schön .........'
'Ich finde es sehr gut, dass Witwen von Diakonen in die Gemeinschaft eingebunden sein sollen.'

- Die Wiederheirat verwitweter Diakone sollte möglich sein.
- Die Krankensalbung sollte möglichst auch durch Diakone gespendet werden können. Sie begleiten die Kranken öfters wochen- oder monatelang. So entsteht eine tiefe, persönliche Beziehung. Dann wäre es gut, wenn der Diakon die Krankensalbung spenden könnte.

Treffen, Besinnungstage, Weiterbildung
Sehr viele Frauen betonen wie wichtig für sie Einkehr- und Besinnungstage, sowie Weiterbildung und Treffen mit dem Weihejahrgang sind. Das gleiche gilt für Diakonenkreise und Treffen mit Frauen in kleinen Gruppen.
Einige Zitate:

'Die jetzigen Angebote (monatlicher Diakonenkreis, Treffen/Besinnungs- Wochenenden der Diakonfrauen) dürfen auf keinen Fall verringert werden, eher erweitert'.
'Frauenarbeit und Netzwerk der Frauen sind wichtig, müssen aber von unten aus als gewünscht angesehen werden. Wichtig ist sich regelmäßig zu treffen und sich auszutauschen, zu besinnen und auch neue Ideen zu bekommen. So wächst Verbundenheit und Vertrauen. Die Frauenarbeit wächst, aber es braucht Zeit'

Einige Frauen sagen:

Gerne Paarexerzitien; die gemeinsamen Zeiten sind zu 'wenig.'

Mehrere Frauen möchten gerne auch einen Austausch auf interdiözesaner und auf internationaler Ebene. Die folgende Idee wird zum Beispiel eingebracht:

'Schriftwechsel von Ehefrauen über ihre Situation in anderen Ländern, die dann auch in der Diakonenzeitschrift der Diözese veröffentlicht werden könnte: es wäre doch interessant einen Bericht einer Ehefrau aus Nord- oder Lateinamerika in unserer Diözese zu veröffentlichen'

Einige Frauen sagen:

'Weitere zusätzliche Terminen wären für mich derzeit nicht tragbar, auch wenn grundsätzlich Interesse vorhanden ist.'

Weitere Entwicklung des Profils des Diakonats, kein Hilfs-Priester
Betont wird, dass eine weitere Entwicklung des Profils wichtig ist, wobei der primäre Auftrag diakonisch sein soll und weniger liturgisch,

'Es ist wichtig, dass nicht zu viel Verwaltungs- und liturgische Aufgaben die eigentliche karitativ diakonische Arbeit an den Menschen die Hilfe brauchen, zu kurz kommen lässt.'

Oder wie eine Frau sagt:

'Der Diakon ist Diakon und soll es auch bleiben im Amt und Aufgaben. Der Priestermangel darf nicht dazu führen, dem Diakon priesterähnliche Aufgaben und Funktionen zu übertragen. Das macht letztendlich das Diakonat kaputt.'

Das Diakonat der Frau
Mehrere Frauen halten ein Plädoyer für die Ordination der Frau.

'Ich würde mir wünschen, dass Frauen ebenfalls die Diakonen - Weihe erhalten könnten, da gerade die Frauen es sind, die überwiegend diakonische Arbeit in den Gemeinden leisten.'

Aus der Forschung von P. Zulehner (siehe Vorlesung in Leuven,B.,2005) hat sich ergeben, dass der Anteil der Ehefrauen an echt diakonischem Einsatz in der Gemeinde manchmal größer ist als der des Diakons, der auch auf pastoraler und liturgischer Ebene viel Arbeit zu leisten hat.

Andere Frauen sagen:

'Nach wie vor stehe ich positiv zum Diakonat meines Mannes. Allerdings bin ich der Überzeugung, dass es Zeit ist für das Diakonat der Frau.'
''Ich bin für das Diakonat der Frau,da man sich dadurch Arbeit teilen kann und somit mehr Zeit füreinander da ist, hoffentlich. Ich habe schon alle Prüfungen mitgemacht; da ich aber eine Frau bin, kann ich nicht geweiht werden. Schade!'

Freude am Diakonat

Wie schon vorher gesagt, das Diakonat hat für viele, Mann wie Frau und auch der Familie, Freude und Vertiefung gebracht. Viele Frauen beschreiben, wie neben Zeit- und andere Problemen, das Diakonat Ihnen gewiss Bereicherung in ihrem Glauben und Spiritualität sowie in Begegnungen und Freundschaft gegeben hat.

Also zum Schluss:

'Wenn ich heute noch einmal vor der Entscheidung stände, würde ich genauso gerne mein Ja-Wort geben. Für meinen Mann war die Familie genauso wichtig wie sein Diakonat.'
'Ich möchte das Diakonat nicht missen. Es hat im Rückblick unsere Familie, die Erziehung der Kinder und deren Berufswünsche positiv beeinflusst.'
'Einkehrtage für die Frauen, Besinnungstage im Kloster mit unserem Kreis, das ist für Leib und Seele eine Erholung'
’Es war nicht immer leicht, auch für die Kinder nicht. Aber es ist für mich ein grosses Geschenk und ein Bereicherung und das gilt auch für die Familie.’


VIII Einige Bemerkungen aus sozialwissenschaftlicher Hinsicht

Um eine tiefere Einsicht in die komplexe Beziehung zwischen Ehe, Familie und Diakonat zu bekommen, könnte ein kurzer Ausflug in einige Theorien und Konzepte aus der Richtung der Sozial Wissenschaften hilfreich sein. Diese Einsicht kann hoffentlich auch ein Ansatz zur Hilfe und Unterstützung bei Problemen sein.

Um die unterschiedlichen Erwartungen, die mit Bezug auf den Diakonat und das Leben einer Diakonenfamilie leben, gut ins Auge zu bekommen, wird das Konzept vom Rollenkonflikt auseinander gesetzt.
Damit kann man auch das Konzept des Exemplarismus verbinden, das heißt, die Forderung zum exemplarischen Verhalten. Während des IDZ Kongresses in Liverpool 1995 hat Owen Cummings darüber einige wichtige Überlegungen gemacht, die ich kurz zusammenfassen möchte im Rahmen der Rollenkonflikt-Theorie.

Markus Wonka hat bei den Studientagen der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Ausbildungsleiter und Delegierten (Augsburg, 2003) eine interessante Vorlesung gegeben zum Thema: , Im Spannungsfeld zwischen Weihesakrament und Ehesakrament: Aspekte für ein Gelingen der Ehe aus psychologischer Perspektive'. Auch da lassen sich wichtige und reelle Ratschläge finden.

Außerdem werde ich die Konzepte Nähe und Distanz besprechen, weil sie ein wichtiger Ausgangspunkt für ein Gleichgewicht im Leben mit vielen Aufgaben und Verantwortlichkeiten bilden können.

Wenn wir auf die Resultate der Umfrage zu der Beziehung Ehe, Familie und Diakonat zurückschauen, können wir zum Schluß kommen, dass das Diakonat sowohl sehr positive als auch problematische Folgen für den Diakon, seine Ehefrau und Familie haben kann. Sehr viele Frauen sprechen über Vertiefung des Glaubens und Bereicherung des Lebens, für ihren Mann, sie selbst und die Familie. Aber Zeit und andere Probleme wie z. B. das Leben in der Öffentlichkeit, werden auch vielfach genannt.
In dieser Hinsicht könnte das Konzept Rollenkonflikt einige Aufklärung bieten.

Der Rollenkonflikt

In der Soziologie wird, um die verschiedenen Erwartungen, die man erfährt bei der Ausübung von seinen gesellschaftlichen Positionen und Rollen, auch das Konzept des Rollenkonfliktes angewendet.
Wenn wir über die Beziehung zwischen Ehe und Diakonat sprechen, könnte dies ein gutes Konzept sein, um die Fragen und Probleme, die Mann und Frau öfters erfahren, zu besprechen.
Viele dieser Probleme haben mit dem großen Ausmaß an Zeit und Aufmerksamkeit zu tun, welche der Mann und Vater aufwendet oder erwartet bei seiner Arbeit als Diakon.
Besonders an Abenden und Wochenenden ist der Diakon unterwegs und sehr beschäftigt in der Gemeinde.
Gerade hier könnte ein Rollenkonflikt entstehen.
In seiner Position als Ehemann und Vater wird von ihm erwartet, dass er oft zu Hause ist, aktiv bei der Erziehung seiner Kinder miteinbezogen ist oder zum Beispiel zusammen mit seiner Familie etwas in der Freizeit unternimmt. Auch selber sieht er das als eine sehr wichtige Aufgabe.
Aber zur gleichen Zeit sind auch die Erwartungen der Kirche, der Gemeinde, des Pfarrers hochgesteckt gegenüber ihrem Diakon!
So können seine Rolle als Ehemann und Vater und seine Rolle als Diakon zusammenstoßen.

Für den nebenberuflichen Diakon ist es noch komplizierter, weil er in Zeit und Aufmerksamkeit auch mit den Aufgaben und Erwartungen seines Hauptberufes zu tun hat. Man könnte sagen, dass die Erwartungen zu seiner Rolle als Ehemann und Vater mit den Erwartungen seiner Rolle als Diakon und seiner Rolle im Hauptberuf kollidieren können.

Wenn man in seinem Betrieb zum Beispiel erwartet, dass er Überstunden macht wegen eines wichtigen Auftrags, am selben Abend aber auch die Pfarrgemeinde eine Versammlung hat und - last but not least- seine Tochter ihre Geburtstagfeier, dann muss er sich entscheiden, welche Position er bevorzugt. Welche Wahl er auch macht, klar ist, dass er zu zwei Gruppen Nein sagen muss.
Wenn das einmal geschieht, ist das nicht problematisch. Wenn es öfters geschieht, könnte das zu großen Problemen, Uneinigkeit sowie Überbelastung fuhren.

Auch die Ehefrau eines Diakons kann mit Rollenkonflikte konfrontiert werden, besonders wenn sie auch berufsmäßig beschäftigt ist.
Aber überhaupt, ihre Rolle als Frau eines Diakons und ihrer Rolle als Ehefrau und Mutter können verschiedene Erwartungen hervorrufen.
Ihr Mann kann von ihr erwarten, dass sie ihm alle Zeit für seinen Diakonat gibt, ihm hilft bei den vielen Arbeiten oder ihn zu Veranstaltungen begleitet.
Die Frau möchte ihn gewiss unterstützen, aber vielleicht laufen ihre Erwartungen nicht ganz parallel. Daneben hat sie mehrere Aufgaben, Rollen und Interessen und zu allem noch Erwartungen.
Sie möchte zum Beispiel zur gleichen Zeit auch den Kindern alle Aufmerksamkeit geben, ihrer Berufstätigkeit und ehrenamtliche Dienste ausüben, ihre eigenen Interesse verfolgen.
So kann sie manchmal in ein Rollen- und Loyalitätskorrflikt kommen, z. B. wenn sie Verständnis hat für die häufige Abwesenheit ihres Mannes wegen seines Diakonats und zugleich erwarten die Kinder, dass sie den Vater überredet mehr Zuhause zu sein.

Das ist alles noch komplizierter, weil das Diakonat mit Dienst an Gott und Menschen zu tun hat.
Es wird als eine Berufung erfahren, nicht nur durch den Diakon, sondern auch durch seine Ehefrau und die Kinder. Das Diakonat als Dienst wird hoch geschätzt durch die Familie, den Pfarrer, die Gemeinde usw.
Und die Erwartungen sind dementsprechend hoch.
Das macht es schwieriger um die Erwartungen dem Mann als Diakon gegenüber ins Gleichgewicht zu bringen mit den Erwartungen dem Ehemann und Vater gegenüber.

Die Kirche, so wie der Papst und Bischöfe, erklären, dass die Familie an erster Stelle kommen soll für den Diakon.
In der Praxis ergibt sich das nicht immer als leicht zu erreichen, so stellt es sich auch aus meiner Forschung heraus.
Man stößt hier auch auf einen Unterschied in offizieller und informeller (im Alltag gelebter) Erwartung den Positionen und Rollen dem Diakon gegenüber.

Besonders bei ehrenamtlichen Diakonen, die neben ihrem Hauptberuf offiziell einen limitierten Auftrag in der Gemeinde haben, sieht man oft, dass die (informellen) Erwartungen mit Bezug auf Zeit und Möglichkeiten viel höher sind als bei seiner Weihe verabredet ist und sich praktisch machen lässt. Dann kann ein Rollenkonflikt sehr einfach entstehen! Und damit auch ein Problem.

Ein Problem, dass ziemlich oft in der Umfrage zur Sprache kommt, ist das Vorbildverhalten. Mehrere Familien erfahren einen Druck, als ob sie eine ideale Familie darstellen sollten. Der Druck kann von innen und von außen kommen.

So spricht Owen Cummings während der IDZ-Konferenz in Liverpool 1995 in seiner Vorlesung'das Bild des Diakonats' - Ideal und Realität' über Exemplarismus:

'Ein übertriebenes Ernstnehmen der Vorbildfunktion, wenn ein Diakon glaubt, er, seine Frau und seine Kinder müssen leuchtende Vorbilder an Ehrsamkeit und häuslicher Perfektion sein: kein Streit, keine Beziehungskrisen, Teilnahme an allen Feiern und Veranstaltungen der Pfarrei oder Diözesen, keine Glaubenszweifel.
Diese Haltung ist sowohl für die Familie des Diakons, wie auch für ihn selbst höchst unfair, weil sie unrealistische Erwartungen erzeugt, und weil mit jeder Enttäuschung dieser Erwartungen der Druck auf den Diakon wie auch auf seine Familie automatisch wächst' So weit Cummings (cfr. Diaconia Christi, XXX Jahrgang, 1995)

Aber nicht nur von innen, auch von außen, z. B. von Mitgliedern der Gemeinde, können solche Erwartungen zum Vorbildverhalten leben oder man vermutet, dass sie leben. Es ist in dieser Hinsicht sehr wichtig dass man sich klar ist, dass man eine ganz normale Familie, mit, ups and downs', mit Freude und Fröhlichkeit, mit Krach und Krisen usw. usw. ist und sein soll. Und gerne auch von außen so gesehen werden möchte!

Rollenkonflikte sowie Vorbildverhalten können zu Problemen in der Familie fuhren. Wichtig dabei ist, dass man diese bewusst erkennt und sieht, wodurch diese Probleme verursacht werden. Und erkennt als eine Sache die Aufmerksamkeit verdient. Ein offenes und ehrliches Gespräch zwischen Mann und Frau oder mit den Kindern wäre dann höchst notwendig. So kann man hören wie die verschiedenen Mitglieder der Familie alle es erfahren. Ein ehrliches Gespräch d. h., dass alles, positiv oder negativ, aufrichtig gesagt werden kann.

Markus Wonka hat in seiner oben erwähnten Vorlesung sehr wichtige Bemerkungen gemacht.

'Zu einer gelingenden Ehe gehört: Zusammenhalt in guten und schlechten Tagen, dynamisches Verständnis, menschliches Reifen auch durch Herausforderung; Konflikte und Krisen gehören dazu!'
Zu wichtigsten Stabilitätsfaktoren gehören: Freundschaft, Reparaturversuche, gute Atmosphäre, gemeinsamer Spaß und Freizeit usw.'

Gerne möchte ich auf das 2003-Jahrbuch der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Diakone verweisen, wo seine Vorlesung erschienen ist.

Das Ziel dieses Kapitels mit sozialwissenschaftliche Bemerkungen ist nicht die Beziehung Ehe und Diakonat zu einem Problem zu reden.
Wie gesagt: das Diakonat hat vielen Vertiefung und Freude gebracht. Aber manchmal sind z. B. Zeit und Terminprobleme und zu hohe Erwartungen Ursache für Enttäuschung und Überforderung.
Wenn man sich bewusst ist, wo die Ursachen liegen, kann man sich damit auch beschäftigen und zu Lösungen kommen.

In Paar- und Familiengesprächen, aber auch in Diakonenkreisen und (Weiter)Bildung könnte man so vielleicht zu kreativen Gesprächen und Austausch kommen. Gute Möglichkeiten zu Beratung und Unterstützung sind daneben notwendig und wichtig.

Sehr wichtige Konzepte dabei sind: Nähe und Distanz.
Wenn wir in der Nachfolge Jesu evangelisch leben wollen, drängt das zu einem großen Engagement. Das gilt für jeden christlichen Gläubigen und gewiss auch für den Diakon. Die Diaconia Christi, der Dienst der Liebeswerke, ist dabei eine zentrale Aufgabe.
So hat das Diakonat als Dienst und Berufung, Hingabe zu den Menschen, besonders Menschen in Not als wichtiges Kennzeichen. Hingabe fragt um Empathie und Mitleben.

Aber, wie während der Ausbildung bei Supervisionsgesprächen immer betont wird, sind nicht nur Nähe, sondern auch Distanz notwendig.
Wenn man mit einem Menschen in Not spricht, ist das gut, wenn man emphatisch und zur Hilfe bereit ist, aber man soll und kann das Problem der anderen Menschen nicht übernehmen. Aus Respekt für seine Eigenheit, aber auch für den Helfer, ist es notwendig Grenzen zu ziehen.

Wenn man auf eine ausgeglichene und verantwortliche Weise mit Menschen umgehen möchte, ist also nicht nur Nähe gewünscht, sondern auch Distanz.
Dies ist auch für Diakone, ihre Ehefrauen und Familien ein wichtiger Ausgangspunkt, weil es ihnen helfen kann, Grenzen zu ziehen und Prioritäten zu setzen.


IX Zum Schluss

In einem letzten Kapitel möchte ich zu einer Zusammenfassung der Resultate des empirischen Sozialforschungsprojekts kommen.
Das Ziel war die Beziehung Ehe, Familie und Diakonat zu untersuchen aus dem Blickfeld der Ehefrauen von Diakonen. Dieses ist geschehen via eines Fragenbogens, der an Ehefrauen in verschiedenen Länder geschickt wurde.
Dieser Fragenbogen ist so entwickelt worden, dass die Ehefrauen ihre Ideen und Erfahrungen mit den offen gestellten Fragen ausführlich einbringen konnten.
Die Rücklaufquote war hoch, besonders aus Deutschland, Großbritannien und den Niederlande. 272 Ehefrauen von Diakonen haben mitgearbeitet.

Wenn man die Gesamtheit der Antworten übersieht, bekommt man ein sehr vielfältiges Bild über die Situation der Ehefrauen und Familien im Bezug auf den Diakonat.
Das Diakonat beeinflusst nicht nur den Diakon, sondern auch seine Frau und Familie in ziemlich hohem Maße, so zeigt das Ergebnis.
Oft werden die Auswirkungen und die Effekte des Diakonats als positiv erfahren.
Manchmal aber durch Überforderung und Enttäuschung auch negativ.
Viele Frauen nennen sowohl einen positiven EinfLuss, wie auch Probleme, wie sich aus Frage 4 und 5 herausstellt.

Eindrucksvoll ist die Art und Weise, wie die Ehefrauen offen und nuanciert ihre Ideen und Erfahrungen in dieser Hinsicht beschreiben.
Imponierend ist auch das hohe Maß an Hilfe und Unterstützung, dass die Ehefrauen ihrem Mann als Diakon geben, wie sich aus der Beantwortung der Frage 3 ergibt.
Wirklich: sie sind Partner in Solidarität!

Die meisten Frauen sind sehr begeistert über die Begegnungen und Besinnungstage, sowie den Diakonenkreis und die Weiterbildung. Spiritualität und Austausch von Ideen und Erfahrungen werden hoch geschätzt.

Bei Frage 7 wurde nach Bemerkungen und Kommentaren gefragt. Das war eine richtige Schatzkammer von Ideen und Hinweisen auf sehr verschiedenen Ebenen.
Die gesamten Antworten der Ehefrauen zu der Beziehung Ehe, Familie und Diakonat haben sich als eine richtige Fundgrube ergeben.
Die Resultate können Gesprächsstoff und Hinweise für Ehepaare und ihre Familien bilden.
Aber auch für die Kollegen und die Gemeinde kann das Material Basis zum Austausch und zur Überlegung sein.

Nicht an letzter Stelle könnte das Resultat dieser Umfrage der Kirchenleitung und den Ausbildungsleitern Ideen und Ratschläge geben, die in der weiteren Entwicklung des Diakonats und in der Begleitung der Ehepaare und Familien wichtig sein könnten.

In dieser Forschung sind die Ehefrauen von Diakonen zu gewissen Themen befragt worden. Es könnte interessant sein in Zukunft die Ideen und Erfahrungen der Diakone und der Kinder zu den gleichen Themen zu untersuchen.

Letztendlich ist das Ziel dieser Umfrage, Ideen und Erfahrungen zu sammeln, die beitragen können zu einer ausgeglichenen Beziehung zwischen Ehe und Diakonat, wo Ideale und Realität gut zusammengehen, zum Glück der Frau, des Mannes und ihrer Kinder.


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