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Frauen wurden in einem Zustand der Sündenstrafe gesehen

Frauen wurden in einem Zustand der Sündenstrafe gesehen

Richtiges Verständnis der Tradition
* biblische Tradition
* dynamische Tradition
* latente Tradition
* reife Tradition


Die biblischen Schöpfungsgeschichten wurden so gedeutet, daß die Frau zur Strafe in einen Zustand der Unterwerfung unter den Mann versetzt wurde.
Die lateinischen Kirchenväter hielten die Frauen für schuldig, die Erbsünde in die Welt gebracht zu haben und eine ständige Quelle der Verführung zu sein.
Die Theologen des Mittelalters führten diese Ansichten über die Schuldhaftigkeit der Frau weiter.
In nachscholastischer Zeit findet man echten Frauenhaß und auch Verfolgung.

Es wäre völlig unangebracht, solche ‘ sündigen Geschöpfe’ als Vermittler der göttlichen Gnade zu erwählen.

Fehldeutungen biblischer Texte

Die Disposition vieler christlicher Autoren, Frauen der Sünde zu bezichtigen, war die Folge einer einseitigen Deutung der Schrift.

Kein moderner Theologe deutet diese Texte als Lehre von der größeren Schuldhaftigkeit der Frau oder als Begründung daß der niedrige soziale und kulturelle Stellung der Frau von Gott als Strafe gewollt sei.

Die Kirchenväter

Der griechische Heilige Irenäus gibt eine ausgewogenere Deutung des Schöpfungsberichtes. Er sieht die Schuld weniger bei Adam und Eva, sondern beim Teufel. Er sieht die Verantwortlichkeit bei Eva höher als bei Adam. Er zeigt auch echtes Einfühlungsvermögen in Frauen in seinem Kommentar zur Bitte der Mutter der Söhne des Zebedäus.

Auch der Heilige Ignatius, ein anderer griechischer Kirchenvater (gest. 110 n.Chr.) hat keinen Groll gegen Frauen. Wohl kam der Sündenfall durch eine Frau, Eva, aber die Erlösung kam durch eine andere, nämlich Maria. Spätere Kirchenväter wie Chrysostomos vertraten leider eine viel negativere Deutung des Sündenfalls und seiner Konsequenzen für Frauen. Die Anti-Frauen-Rhetorik begann insbesondere mit den lateinischen Kirchenvätern. Tertullian (155-245 n.Chr.) war einer der Schlimmsten. Hier sein Meisterstück:

("Jede Frau sollte ...) einhergehen wie Eva, trauernd und reuig, um im Büßergewand das zu sühnen, was sie von Eva übernommen hat, die Schändlichkeit der Erbsünde und den Makel der menschlichen Verdammnis, der ihr als dessen Ursache anhaftet."
"In Schmerzen und Ängsten sollst du (Kinder) gebären, Frau; nach dem Manne wirst du verlangen, und er wird herrschen über dich."
"Wißt ihr nicht, daß jede von euch eine Eva ist? Das Urteil Gottes über dieses euer Geschlecht lebt in dieser Zeit: auch die Schuld lebt unvermeidlich in euch."
"Und denkt ihr immer nur daran, euch über und über zu schmücken in euren Tuniken?" Tertullian, De Cultu Feminarum, Buch 1, Kap. 1

Auch der Heilige Hieronymus (347 - 419) beschuldigt die Frauen des Abfalls von der Gnade Gottes. Frauen können ihre Schuld nur überwinden, indem sie Kinder gebären, oder durch ein enthaltsames Leben als Jungfrauen.

Die selbe Haltung finden wir bei Ambrosiaster (4. Jhdt. n.Chr.), dessen Schriften fälschlicherweise dem Hl. Ambrosius zugeordnet wurden. Er bringt die Verbindung einer Reihe von Vorurteile gegen Frauen in einer einzigen Passage zustande.

"Frauen müssen ihr Haupt bedecken, denn sie sind nicht Ebenbild Gottes. Sie müssen dies tun als Zeichen ihrer Unterwerfung und weil durch sie die Sünde in die Welt gekommen ist. In der Kirche muß ihr Haupt bedeckt sein zur Ehre des Bischofs. In gleicher Weise haben sie kein Recht zu sprechen, denn der Bischof ist die Verkörperung Christi. Vor dem Bischof haben sie sich daher zu verhalten wie vor Christus, dem Richter, denn der Bischof ist der Beauftragte des Herrn. Aufgrund der Erbsünde haben sie sich unterwürfig zu zeigen."
"Wie kann jemand behaupten, daß die Frau Gott ähnlich sei, wo sie doch sichtbar der Herrschaft des Mannes unterworfen ist und keinerlei Vollmacht hat? Denn sie kann weder lehren noch Zeuge vor Gericht sein, noch bürgerliche Rechte ausüben, noch Richter sein – sie kann also gewiß keine Herrschaft ausüben." Über 1 Korinther 14, 34.

Das lokale Konzil von Gangra in Nordafrika (325-381) verurteilte die Frauen, die der Sekte des Eustathius angehörten, männliche Kleidung trugen und ihr Haar kurz schnitten, um die Unabhängigkeit von ihren Männern zu zeigen.

Die Unterordnung des 'gesamten weiblichen Geschlechts' unter die Männer als immerwährende Strafe für ihre Sünde wird auch vom Heiligen Chrysostomos gelehrt.

Die Verdammung der Frauen im Mittelalter

Das Decretum Gratiani (1140), auf dem das bis 1917 geltende Kirchenrecht beruhte, übernahm die Ansichten des Abrosiaster, der die untergeordnete Stellung der Frau ihrer Rolle in der Sünde zuschrieb (siehe oben) Decretum Gratiani Causa 33, qu. 5, Kap.19.

In einem klassischen Muster verzerrten theologischen Denkens erklärt das Decretum Gratiani sogar, daß im Neuen Testament (welches einen Zustand höherer Gnade darstellt) den Frauen weniger erlaubt sei als im Alten Testament, denn sie haben nun die Verantwortung für ihren Anteil an der Erbsünde zu tragen! Dieses Denken steht in direkter Verbindung mit dem Ausschluß der Frauen vom Priesteramt. Zum Verständnis der folgenden Passage ist zu unterscheiden zwischen Fragen (gestellt von einem Außenstehenden) und Antworten, die Gratian selbst gibt.

[Frage] "Darf eine Frau eine Anklage gegen einen Priester erheben?"
[Antwort] "Das scheint nicht möglich zu sein, denn Papst Fabian sagt, daß gegen die Priester des Herrn weder Klage erhoben noch Zeugnis gegeben werden darf durch jene, die nicht den selben Status haben, ja nicht haben können. Weil Frauen nicht zum Priestertum und auch nicht zum Diakonat zugelassen sind, können sie auch vor Gericht weder Anklage erheben noch Zeugnis geben gegen einen Priester. Dies geht sowohl aus dem Heiligen Kanon (=Kirchenregeln) als auch aus dem Gesetz (= Römisches und bürgerliches Recht) hervor."
[Frage] "Aber dann scheint es, daß jeder, der ein Richteramt bekleiden kann, nicht gehindert werden kann, eine Anklage zu erheben. Im Alten Testament waren Frauen auch Richterinnen, wie aus dem Buch der Richter hervorgeht. So können jene, die das Amt eines Richters vielfach ausgeübt haben und denen kein Wort der Schrift eine Klage verbietet, nicht am Erheben einer Anklage gehindert werden . . ."
[Antwort] "Nein, denn im Alten Testament war vieles erlaubt, was heute [d.h. im Neuen Testament] aufgehoben ist durch eine höhere Gnade. Wenn es also [im Alten Testament] den Frauen erlaubt war, über die Menschen zu richten, so sind die Frauen heute wegen der Sünde, die sie in die Welt gebracht haben, durch den Apostel gemahnt zu Bescheidenheit und Zurückhaltung, zur Unterordnung unter den Mann und sich zu verschleiern als Zeichen der Unterwerfung" Decretum Gratiani Causa 2, Frage 7, princ.

Der 'Fluch der Frau' aufgrund ihrer Sünde wird von vielen Theologen dieser Zeit einfach vorausgesetzt. Hier ein Zitat des Franziskaners Sicardus von Cremona (1181).

"Es waren zwei Gebote im (Alten) Gesetz, das eine betraf die Mutter, die Leben gebiert, das andere ihre Niederkunft selbst. Wenn eine Frau ein männliches Kind geboren hatte, so durfte sie wegen ihrer Unreinheit 40 Tage lang den Tempel nicht betreten, denn der Fötus, den sie in Unreinheit empfangen hatte, bleibt 40 Tage lang gestaltlos. Wenn sie dagegen ein weibliches Kind gebar, so wurde diese Zeitspanne verdoppelt, denn das Menstruationsblut, das die Geburt begleitet, ist in einem so hohen Maße unrein, daß, wie Solinus feststellt, Früchte vertrocknen und Gras verwelkt unter dessen Berührung. Warum wurde bei einem weiblichen Kind die Zeitspanne verdoppelt? Antwort: weil ein zweifacher Fluch auf dem weiblichen Zuwachs liegt. Denn sie trägt den Fluch des Adam und auch die Strafe 'du wirst unter Schmerzen gebären'. Vielleicht auch deshalb, weil ein weiblicher Fötus - so wissen es die Ärzte - nach der Empfängnis doppelt so lange gestaltlos bleibt wie ein männlicher." Mitrale V, Kap. 11

Johannes Teutonicus (1215) betrachtet diese Ansicht als erwiesen.

Guido de Baysio (1296) verbindet den Bann gegen das Frauenpriestertum direkt mit der 'Frau als Ursache der Verdammnis'.

"Frauen sind nicht geeignet, die Priesterweihe zu empfangen, denn diese ist den vollkommenen Gliedern der Kirche vorbehalten, da sie erteilt wird zur Weitergabe der Gnade an andere Männer. Frauen sind keine vollkommenen Glieder der Kirche, nur Männer sind es."
"Darüber hinaus ist die Frau der wirkliche Grund der Verdammnis, denn sie war der Ursprung der Übertretung des Gebotes und Adam wurde von ihr getäuscht. Deshalb kann sie nicht wirklich Vermittlerin der Erlösung sein, denn nur der geistliche Stand vermittelt Gnade und Erlösung." Rosarium C. 27, qu. 1, ch. 23

Die selbe Verbindung zwischen dem Verbot der Frauenordination und der Rolle der Frau in der Erbsünde wird von Johannes Andreae (1338) hergestellt.

"Hinsichtlich der Weihe von Frauen . . . erfordert das Sakrament sowohl Substanz (res) als auch Zeichen (signum) . . . Doch im weiblichen Geschlecht ist ein Vorrang an Würde nicht erkennbar, da die Frau den Status der Unterwerfung hat: 'Ich lasse nicht zu, daß sie vor der Gemeinde sprechen oder sich über die Männer erheben' (1 Tim 2,12).
Denn nachdem sie ihre Gleichheit mißbraucht hat, wurde sie in die Unterwerfung gestellt: 'du wirst unter der Herrschaft deines Mannes stehen' (Gen 3,16).
Daher empfängt sie nicht das Wesen der Vorzüglichkeit des Sakramentes" Novella V, fol. 125v.

Verfolgung von Frauen in späteren Jahrhunderten

Einen guten Einblick in die frauenfeindliche Theologie der postscholastischen Zeit kann man aus ‘The First Blast of the Trumpet’ (= Der erste Trompetenstoß) von John Knox (1514-1572) gewinnen. Er war nach Luther und Calvin der berühmteste protestantische Theologe der Reformation. Die Hauptaussage in dieser Schrift ist, daß die Ausübung von Autorität durch Frauen im Gegensatz zum Naturgesetz und zur Religion steht. Für uns ist diese umfangreiche Abhandlung deswegen von Interesse, weil Knox's Argumentation den Glauben der Zeit, sowohl der Katholiken als auch der Reformatoren beleuchtet. Hier ein Auszug:

" . . . Gott hat mit diesen Worten gesprochen: 'Du sollst deinem Manne unterworfen sein und er wird über dich herrschen' (Gen 3,16). Als ob Gott sagte 'Weil du deine frühere Beschaffenheit mißbraucht hast und weil dein freier Wille dich und die ganze Menschheit in die Knechtschaft Satans gebracht hat, will ich dich zur Sklavin des Mannes machen. Denn wo früher dein Gehorsam deinem freien Willen entspringen hätte sollen, so wirst du nun aus Not und Zwang gehorchen; und weil du deinen Mann irregeführt hast, sollst du nicht länger Herrin über dein Verlangen, über deinen Willen und deine Sehnsucht sein. Denn in dir sind weder Vernunft noch Besonnenheit, deine Gefühle zu mäßigen, daher sollst du dem Begehren deines Mannes unterworfen sein. Er soll dein Herr und Gebieter sein, nicht nur über deinen Leib, sondern auch über dein Verlangen und deinen Willen.' Wahrlich, diese Worte hat Gott zu Eva und ihren Töchter gesprochen, wie die weiteren Schriften klar bezeugen. So kann keine Frau sich jemals anmaßen, über den Mann zu herrschen."

Der Haß gegen Frauen erschöpfte sich nicht allein in Worten. Die Verfolgungen, die danach einsetzten, waren unvorstellbar. Um einen Begriff davon zu erhalten, sei auf ein 'katholisches' Buch, den Hexenhammer verwiesen, verfaßt von den Theologen Jakob Sprenger OP und Heinrich Kramer OP. Das Buch wurde 1484 von Papst Innozenz VIII bestätigt und empfohlen und war jahrhundertelang in Gebrauch. Es hat Tausende unschuldige Frauen auf den Scheiterhaufen gebracht. Es waren diese öffentlich geehrten, unwidersprochenen und vielfach zitierten "Theologen", die das Folgende schrieben:

"Was ist eine Frau anderes als ein Feind der Freundschaft, eine unentrinnbare Strafe, ein notwendiges Übel, eine natürliche Versuchung, eine wünschenswerte Katastrophe, eine häusliche Gefahr, ein ergötzlicher Schaden, ein Übel der Natur, mit hübschen Farben bemalt."
"Es sei angemerkt, daß der Erschaffung der ersten Frau ein Mangel innewohnt, denn sie wurde aus einer gebogenen Rippe geformt, einer Brustrippe, die in einer Weise gebogen ist, als wäre sie gegen den Mann gerichtet. Durch diesen Mangel ist sie ein unvollkommenes Wesen, ist sie stets betrügerisch."
"(Als Eva der Schlange antwortete) zeigten sich ihre Zweifel und ihr schwacher Glaube an das Wort Gottes. Auf all das weist die Etymologie des Wortes hin: Femina (lateinisch "Frau") kommt von Fe (=Glaube) und Minus (=weniger), denn sie ist zu schwach, um am Glauben festzuhalten und ihn zu bewahren."
Der Malleus Maleficarum , S. 43. Dieses Buch ist Seite für Seite voll des verbissenen Hasses gegen Frauen.

Es ist nicht zu leugnen, daß vieles von dem, was in unseren theologischen Handbüchern ebenso wie in einem großen Teil der "traditionellen" Schriftdeutung gegen Frauen geschrieben wurde, ein Erbe dieser Art von Theologie ist.

Schlußfolgerung

Es ist eine Tatsache, daß viele Kirchenväter, kirchliche Rechtsgelehrte, Theologen und Kirchenführer den Standpunkt vertraten, daß Frauen nicht zu Priestern geweiht werden können.
Es ist unbestreitbar, daß diese Meinung unter anderem auf dem Vorurteil beruhte, daß jede Frau irgendwie mitverantwortlich für die Sünde Evas sei.
Es ist offensichtlich, daß diese religiöse Voreingenommenheit die Urteile über die mangelnde Weihefähigkeit von Frauen entkräftet.

John Wijngaards

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Dieses Dokument kann frei verwendet werden. Wir ersuchen jedoch um die Quellenangabe www.womenpriests.org.

Übersetzung aus dem Englischen: Michael Mayr, A-4020 Linz.


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