Anregungen für die Praxis

Anregungen für die Praxis

kopiert aus: Kirche braucht Diakoninnen. Münster 1999.

Lieder, Texte und Gebete zum Thema

Text zur Besinnung

Und der Herr sagte: Geh!
Und ich sagte: Wer ... ich?
Und er sagte: Ja du
Und ich sagte:
Aber ich bin noch nicht fertig;
und es kommt noch Besuch;
und ich kann die Kinder nicht allein lassen;
und du weißt,
es gibt keinen, der mich vertreten könnte.

Und er sagte: Du übertreibst.

Wieder sagte der Herr: Geh!
Und ich sagte: Aber ich möchte auch nicht.
Und er sagte: Ich habe dich nicht gefragt, ob du möchtest.
Und ich sagte: Nun höre mal;
ich zähle nicht zu den Leuten,
die sich in Auseinandersetzungen verwickeln lassen.
Im Ubrigen meine Familie möchte es nicht.
Und was werden die Nachbarn denken?
Und er sagte: Unsinn.

Und zum dritten Mal sagte der Herr: Geh!
Und ich sagte: Muß ich?
Und er sagte: Liebst du mich?
Und ich sagte: Aber sieh doch, ich habe Angst.
Die Leute werden über mich herfallen,
ja sie werden mich in Stücke reißen;
und ich kann nicht alles allein tun..
Und er sagte: Ja was glaubst du denn, wo werde ich sein?

Und der Herr sagte: Geh!
Und ich atmete tief;
Hier bin ich; sende mich.

(Quelle unbekannt)



Für Frauen auf dem Wege zum (priesterlichen) Dienst

geht aufrecht weiter und
bleibt euch treu
überragt vom hierarchischen Turm
die göttliche Liebe wohnt
im offenen Zelt
ihre Stimme verschanzt sich nicht
hinter überlieferten Mauern
sie bewegt sich werbend in der Welt
ruft und begleitet euch
und alle Bereiten
segnend mit ihrer weisen Kraft
und wird in heiliger Partnerschaft
alles Einseitige
überdauern.

Christa Peikert-Flaspöh1er



Heiliger Geist, Schöpferin Liebe,
Frauen und Männer rufen zu dir:
entfessele Gottes Gesicht!

Glühe die übergestülpte männliche Mask
e aus Menschenhand zu Asche!
Brause den herrschenden Kirchenmännern
pausenlos deine Musik in die Ohren!
Reinige sie vom heillosen Anspruch,
allein die Wahtheit zu besitzen!
Lege auf ihre Zunge Jesu Worte des Lebens.
Schenke ihnen Gehör für dein Wort
aus dem Munde der Machtlosen und der Armen!
Löse sie aus den Krusten tausendjähriger Machtbefugnis,
tausendjähriger Einseitigkeit!
Nimm von ihnen die wachsende Angst,
daß du alles neu bewegen könntest,
anders, als sie es wünschen!
Gib ihnen das Vertrauen
in deine verwandelnde Kraft, daß sie
uns Frauen und Männer lehren.
Wehe ihnen und uns deine Liebe ins Herz! Amen.

Christa Peikert-Flaspöhler



Am offenen Fenster

Es gibt kaum eine lohnendere Ubung,
als eine Weile an einem offenen Fenster zu stehen:
Irgendeinen Ausblick
irgendeine Möglichkeit,
etwas zu betrachten, zu vergleichen,
zu bemerken, zu erkennen,
zu empfinden, zu erhoffen,
irgendeine Aussicht auf Zukunft
gibt es doch immer.

Phil Bosmans



“Die Macht der Männer ist die Geduld der Frauen"

Der Herrschaft der falschen Geduld
die einengt und erniedrigt
mit Ungeduld begegnen

der tödlichen Macht der Systeme
die festlegen und begrenzen
mit Ausdauer widerstehen

die Starre der Umkehrlogik
die lähmt und ängstigt
mit Phantasie durchkreuzen

Geduld der Männer
wäre ein Anfang
vom Ende des Herrschaftssystems

die Kraft der Frauen
ist die Geduld
die Macht zu erobern

um sie zu teilen

Christel Voss-Goldstein



Mütterliche Gottheit

Weil Du
Mensch wurdes
im Bauch
einer Frau
liegen wir
Frauen DIR

am Herzen

DU weißt
daß wir
anders fühlen
anders reagieren
anders argumentieren
anders schreiben
anders beten

Sei DU
unser Anwalt
tritt DU
fur uns ein
denn noch immer
mißt man mit
männlichem Maß

Maria Grunwald

Texte and Gebete zusammengestellt von Dr. Margret Nemann

“ Unerläßlich ist, daß die Diakonin, der Diakon sich um die Unhehausten, die Leidgepruften kummert und der Gemeinde uermittelt, daß dies Aufgabe jedes Christen, jeder Christin ist. Ich zäble nun nicht die Leiden auf, die zu Werken der leiblichen Barmberzigkeit fuhren, sie sind wichtig und unerläßlich. Aber es geht nicht nur um das Heilen wn Wunden, es geht auch um das Vermeiden von Wunden, also um strukturelle Korrekturen. Damit gehort zum diakonischen Amt auch eine politische Dimension im Sinne des Rechts der Armen. Und wehe uns, wenn wir die geistlichen Werke der Barmberzigkeit vergessen. Ich begegne nicht selten bei Reichen einer erschutternden Armut, einer fast hoffnungslosen Sehnsucht nach Erlosung die wir nicht ubergehen durfen. Und selbstverstandlich sind die liturgischen Dienste nicht zu vergessen. Diakon und Diakonin sind eben nicht Ersatzpriester, sondern Produzent, Bewahrer, Vermittler von liturgischen Formen awßerhalb der Messe. Die fast ausschließlicheKonzentration auf die Eucharistie führt zur Verarmung die Diakone konnen und mussen den Reichtum liturgischer Formen beleben, die wir in der Tradition unserer Kirche haben. ”

(Hanna-Renate Laurien, Aufgaben und Dienste der Diakonin in der Kirche heute - Ein realistisches Projekt, keine Utopie, in Hünermann/Biesinger/Heimbach-Steins/Jensen, S. 132)

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