Pastorale und theologische Zugänge

Pastorale und theologische Zugänge
zum Diakonat

aus: Die Kirche braucht Diakoninnen, Münster 1999

Diakonat: Was ist das eigentlich?

Lange Zeit gab es den Diakonat nur als “Durchgangsstufe” für Priester. Auch heute werden Priesteramtkandidaten erst zu Diakonen gevveiht, sind dann ein Jahr als Diakone in einer Gemeinde und werden danach zum Priester geweiht. Sind Diakone Hilfspriester, Auszubildende in Sachen Priesteramt?

Eine andere Sicht verleiht dem Diakonat mehr Plausibilität: “Das Evangelium zeigt uns Jesus als einen, der dient. Er sagt von sich selbst: 'Ich aber bin unter euch wie einer, der bedient.' (Lk 22,27). Dieses Bild Jesu, der nicht gekommen ist, sich bedienen zu lassen, sondern zu dienen, soll in der Kirche fortleben und das Leben und Handeln der Kirche prägen. Damit dieses Bild Jesu in der Kirche lebendig und wirksam bleibt, beruft er Menschen, ihn mit ihrem Leben in diesem Bild zu vergegenwärtigen. In der Diakonatsweihe werden Menschen in der Kraft des Sakramentes bestellt, das Bild des dienenden Jesus in der Kirche und in der Welt lebendig zu halten.”(1) Der Ständige Diakon soll also seinem Amt einen anderen Schwerpunkt geben als der Priester. So wie der priesterliche Dienst der Gemeinde ständig vergegenwärtigen soll, daß sie nicht aus sich selbst lebt (und so Zeugnis ablegt für das von Gott geschenkte Heil), so soll der diakonale Dienst vergegenwärtigen, daß sie nicht für sich selbst lebt. Der Diakon (und die Diakonin) soll der Gemeinde zeichenhaft verdeutlichen, daß einer ihrer Grundvollzüge, die Diakonie, der Dienst an den Nächsten ist. Daß diese Aufgabe mit einer sakramentalen Weihe verbunden ist, macht der Gemeinde deutlich, wie wichtig und zentral diakonales Wirken ist. Weihe und Amt bedeuten nicht, daß die Amtsträger etwas anstelle der Gemeinde tun sollen, sondern daß sie Zeichen für die Gemeinde sein sollen und sie zu den Grundaufgaben befahigen sollen.(2)

Je weniger Menschen sich selbstverständlich den Gemeinden zugehörig fühlen und am Gemeindeleben teilnehmen, desto wichtiger wird der Diakonat als möglicher Berührungspunkt mit der Gemeinde. Diakonale Gemeinden erkennen auch in den Menschen ihre Nächsten, die nicht sonntags neben ihnen im Gottesdienst sitzen. Sie tun das Evangelium an allen, die bedürftig sind und tragen deren Anliegen in der Liturgie vor Gott.

Marlies Mittler-Holzem

Berufung

Plötzlich
ein Wort
eine Geste
ein Bild
ein Lied

trifft
berührt
geht nach
läßt nicht mehr los
umfangt

fordert heraus
wird unbequem
birgt Verheißung
ist Zumutung
macht Lust
ist Angst

Frage
Verlockung
Unsicherheit
Verwirrung
und doch Gewißheit

ich bin gemeint

A Schwarz

Anmerkungen

1. Bischof Dr. Reinhard Lettmann in: Diözesanforum Münster, Beschlüsse der Kommission 6 “ Frauen und Kirche” S 18.

2. Bernd Jochen Hilberath: "In Amt und Würden?" Perspektiven einer Ämtertheologie, Vortrag vor der AGPR, Bensberg 1997.

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